Meinung
Abendblatt-Autoren

Wer ist eigentlich ... Andreas Hardt?

Andreas Hardt, Sportreporter

Andreas Hardt, Sportreporter

Foto: Klaus Bodig / HA / Klaus Bodig

Immer montags: Der Fragebogen an die Abendblatt-Autoren, deren Namen man beinahe jeden Tag in der Zeitung liest. Heute: Andreas Hardt.

Ich bin Journalist geworden, weil:
ich nichts besser kann. Tischler zum Beispiel wäre auch schön, denke ich. Oder gütiger Oligarch. Sollte aber leider nicht sein.


Meine großen Themen sind:
vor allem Sport. Und dazwischen immer mal wieder eine Glosse.


Ich wollte immer zum Hamburger Abendblatt, weil:
ich mit dem Abendblatt bei uns zu Hause groß geworden bin. Es wurde nach der Schule mittags vom zuverlässigen Zusteller gebracht.


Drei Dinge, die ich an Hamburg und dem Norden am meisten schätze:
die Nähe zur See, die Elbe, die Abwesenheit von Bergen.


Drei Dinge, die in Hamburg und im Norden besser werden müssen:
Der Sprühregen gehört abgeschafft. Das lokale Sportsponsoring. Die Verkehrsplanung in der Stadt einschließlich der organisierten Parkraumvernichtung.


Der interessanteste Interviewpartner, den ich bisher hatte:
Boris Becker nach dem Ende seiner ak­tiven Karriere: „Ich werde jetzt in langen Hosen so erfolgreich sein wie in kurzen.“ Anschließend verschwand er in der Besenkammer.


Die schwierigste Geschichte, die ich recherchieren musste:
das Attentat auf Monica Seles 1993 am Rothenbaum und die Gerichtsverhandlungen danach.


An diese Geschichte von mir denke ich gern zurück:
den Hockey-Olympiasieg 2008 in Peking mit anschließender Fahrt im Mannschaftsbus ins Deutsche Haus. Das meiste von dem, was ich dabei erlebt habe, konnte ich aber nie aufschreiben.


Das spannendste Ereignis, bei dem ich als Journalist dabei sein durfte:
bei den sechs Olympischen Spielen zwischen 1992 und 2012. Jedes Mal eine unglaublich faszinierende und mitreißende Erfahrung und Atmosphäre. Ich ärgere mich heute noch sehr darüber, dass beim Referendum Bürger, die dieses Erlebnis nie hatten, unserer Stadt die Chance darauf genommen haben.


Im Hamburger Abendblatt lese ich am liebsten:
den Sport, die Meinungsseite, den Fußkasten (so nennen wir den meist etwas glossierenden Text unten auf der Seite 1) und Konzertkritiken des Kollegen Joachim Mischke aus der Elbphilharmonie. Niemand schreibt so schön über etwas, von dem ich nichts verstehe.


Wenn ich Chefredakteur des Hamburger Abendblatts wäre, würde ich:
müsste ich manchmal – wie es im Sport heißt – da hingehen, wo es wehtut.


Neben dem Hamburger Abendblatt lese ich zum Beispiel folgende Zeitungen/Zeitschriften:
den „Spiegel“ (ja, online), die „Elbe-Jeetzel-Zeitung“, „Sporting“ und die „Bild“-Zeitung (nur wegen des Sports, so wie früher den „Playboy“ nur wegen der Interviews).


Die sozialen Medien sind für mich:
eine private Quatschbude und Unterhaltungsmedium. Und manchmal aber auch eine wertvolle Informationsquelle. Wussten Sie, dass die Erde eine Scheibe ist? Steht da.


Meine größte Leidenschaft ist:
Der ehemalige amerikanische Profigolfer Lee Trevino sagte: „Golf ist der größte Spaß, den man mit angezogenen Hosen haben kann.“ Und reisen. Und essen.


Mein Lieblingsbuch ist:
„Welcher Gartenvogel ist das?“ Immer neue zu entdecken ist großartig. Neulich hatten wir einen Bergfinken bei uns zu Hause auf der Durchreise nach Skandinavien.


Meine Lieblingsplätze in Hamburg sind:

die Terrasse der ETV-Tennisanlage. Bei Sonne, mit Getränk, nach dem Sport mit Freunden. Schade, dass sie bald aus sportkommerziellen Gründen zerstört wird. Unser Balkon über Eimsbüttels Dächern.


Menschen, die an der Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit von Medien zweifeln, sage ich:
Zweifeln ist gut, an allem. Aber Argumente und Beweise muss man anerkennen.


Vita:
1960 in Hamburg geboren, in Hamburg geblieben. Nach dem Abitur und freizeit-orientiertem Geschichts- und Politikstudium bei der „Welt“ begonnen. Anschließend 22 Jahre lang Redakteur bei den Nachrichtenagenturen Sport-Informations-Dienst und dapd. Nach der dapd-Insolvenz seit Anfang 2013 freier Mitarbeiter beim Hamburger Abendblatt.