Klassik

Konzert als Leistungsschau der Stiftung Musikleben

Die Elbphilharmonie war jetzt Schauplatz des Konzerts der  Deutschen Stiftung Musikleben.

Die Elbphilharmonie war jetzt Schauplatz des Konzerts der Deutschen Stiftung Musikleben.

Foto: Thorsten Ahlf

Künstler beeindrucken in der Elbphilharmonie – trotz unsensibler Dazwischenklatscher. Stiftungsarbeit unterverkauft.

Hamburg.  Die Deutsche Stiftung Musikleben hat in den vergangenen 57 Jahren Enormes erreicht. Dirigent Christoph Eschenbach gehört ebenso zu den ehemaligen Stipendiaten wie Geiger Frank Peter Zimmermann und Klarinettistin Sabine Meyer. Aktuell werden unter anderem Pianistin Olga Scheps und ihr Kollege Fabian Müller gefördert. Eine jährliche Leistungsschau in der Elbphilharmonie liegt da nahe. Und tatsächlich war die musikalische Bandbreite und Qualität am Sonnabend im Großen Saal des Konzerthauses beeindruckend.

Claire Huangci, die bereits an den großen Häusern der Welt konzertiert, sorgte zunächst im Duo mit Magdalena Müllerperth (Milhauds Scaramouche-Suite für zwei Klaviere), dann solo mit drei Humoresken von Paderewski für Jubel. Der gerade 15-jährige Jakow Pavlenko und sein Partner Aurel Dawidiuk hielten trotz einiger unsensibler Dazwischenklatscher bei Lutoslawskis Partita für Violine und Klavier ein hohes Spannungsniveau, und Tenor Simon Bode beglückte mit dem Zyklus „On Wenlock Edge“ von Vaughan Williams die Freunde des Liedgesangs. Zu Recht gefeiert auch das von Violinistin Viviane Hagner geleitete, wunderbar harmonische Streichorchester mit Werken von Mendelssohn Bartholdy und Saint-Saëns.

Kurzweilige 120 Minuten in der Elbphilharmonie

Kurzweilige 120 Minuten waren das, und in die strahlenden Gesichter der Musikerinnen und Musiker zu blicken, für die ein solcher Auftritt in diesem Moment alles bedeutet, ist schon berührend. Nicht umsonst wurden später noch im Saal sowie auf und hinter der Bühne jede Menge Selfies gemacht.

Allein: Das Virtuosentum und damit auch die wertvolle Stiftungsarbeit blieben an diesem Abend etwas unterverkauft. Übergangslos folgte nach kurzer Begrüßungsansprache Nummer auf Nummer, was fehlte, waren pointierte Zwischenmoderationen während der kurzen Umbaupausen mit Informationen zu Interpreten und konkreten Fördermöglichkeiten. Schließlich geht es ja auch darum, noch mehr Geld für den Nachwuchs zusammenzubringen. Eine Bettina Tietjen oder ein Yared Dibaba, um nur zwei zu nennen, könnten da im kommenden Jahr genau die richtigen sein.