Kritik der Deutschland-Premiere

"Voll die Mutter" im St.-Pauli-Theater

Stefan Reckziegel

Die Fortsetzung des Erfolgsstücks "Traumfrau Mutter" ist eine komische Collage aus Monologen und Szenen.

Hamburg. Die Mütter sind mit den (Wechsel-)Jahren reifer geworden, aber nicht weniger witzig. Nach der Erfolgsproduktion "Traumfrau Mutter" geben fünf von ihnen auch in der Fortsetzung komische Einblicke in ihr Alltagsleben: "Voll die Mutter! Traumfrau zwei" wurde bei der Deutschland-Premiere im St.-Pauli-Theater begeistert gefeiert - vor allem von Frauen, aber auch von Männern. Das Stück, wie der erste Teil im Original von kanadischen Autorinnen (und Müttern) verfasst, ist auch in der deutschen Adaption (Regie: Ingolf Lück) eine gelungene, manchmal überdrehte Collage aus Monologen und Szenen des alltäglichen Mutter-Kampfes: mit ihren Teenie-Töchtern und -Söhnen sowie mit sich selbst. Die Nöte bei Familienausflügen kommen ebenso ironisch zur Sprache wie die leidigen Themen sexuelle Aufklärung und der Prozess des eigenen Alterns. Dieser bescherte dem entzückten Publikum schon vor der Pause einen Höhepunkt: Cay Helmich und Suse Mann tanzten als hängende Brüste über die Bühne, Kathleen Gallego-Zapata sang dazu zur "Mamma Mia"-Melodie das Lied von der Menopause. Die Berliner Schauspielerin war in der Rolle der Barbara erst zwei Tage vor der Premiere für ihre erkrankte Kollegin Simone Grunert eingesprungen. Aber was eine gute Mutter ist - die managt auch so etwas.

Voll die Mutter! Traumfrau zwei bis 5.7., 20.00, tägl. außer Mo, Spielbudenplatz 29/30, Karten in den Abendblatt-Ticketshops, unter der Abendblatt-Ticket-Hotline T. 040/30 30 98 98 u. T. 040/47 11 06 66; www.st-pauli-theater.de

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