Kinostart

"The Green Hornet": Maskenball à la Bruce Lee

| Lesedauer: 3 Minuten
Heinrich Oehmsen

Michel Gondry hat mit "The Green Hornet" einen starken Superhelden-Film abgeliefert. Die Wahl der Schauspieler ist dabei nicht ganz unerheblich.

Superhelden, die die Welt retten, interessieren Michel Gondry nicht. Der französische Regisseur hat bisher alle Angebote ausgeschlagen, einen auf Comics basierenden Film zu drehen. Bei "The Green Hornet" ist das anders. Die Vorlage gibt Gondry die Möglichkeit, selbige nicht zu ernst zu nehmen und gleichzeitig seine Lust an technischen Finessen auszuleben. "The Green Hornet", von den 30er- bis zu den 50er-Jahren eine erfolgreiche Radioserie, wird unter Gondrys Regie zu einem Buddy-Film, in dem der Handlanger des Helden zur entscheidenden Figur wird.

Kato (gespielt von dem taiwanesischen Pop-Superstar Jay Chou) ist ein Tüftler, ähnlich kreativ wie Q aus den James-Bond-Filmen. Er hat die perfekte Kaffeemaschine entwickelt, aber noch besser ist er im Designen von Autos, die bewaffnet sind wie ein Kriegsschiff. The Black Beauty heißt das Gefährt, mit dem er über die Straßen von Los Angeles kreuzt. Auf asiatische Kampfkunst versteht Kato sich natürlich auch, sein Vorbild ist Bruce Lee, der passenderweise in den 60er-Jahren in der US-Fernsehserie zu "The Green Hornet" zur Ikone wurde. Kato arbeitet für den reichen Britt Reid (Seth Rogan, schrieb als Koautor das Drehbuch), der bisher nur als Party-König aufgefallen ist und nach dem Tod seines Vaters Chef eines Medienimperiums wird. Reid ist eine Bratzbirne, wie sie im Buch steht. Ungebildet ("Du kommst aus Taiwan? Ich liebe Japan!"), naiv und immer auf der Suche nach Action. Er setzt sich eine Maske auf, mutiert so zur "Grünen Hornisse" und mischt mit seinem smarten, in jeder Hinsicht schlagfertigen Partner L.A. auf.

Dass Gondrys in 3-D gedrehte Action-Komödie so fabelhaft funktioniert, liegt an den virtuosen Kampfszenen und wilden Verfolgungsjagden, aber vor allem an den Schauspielern. Wie schon in Tarantinos "Inglourious Basterds" erweist sich die Wahl von Christoph Waltz als Unterweltboss Chudnofsky als Glücksfall. Chudnofsky will seinen Widersachern Angst einflößen, aber er wird verlacht. Das Lachen seiner Gegenüber ist meistens nur von kurzer Dauer, denn Chudnofsky erschießt sie mit seiner doppelläufigen Pistole. Waltz spielt diesen brutalen Verbrecher wieder mit fein nuancierter Mimik und beschert "The Green Hornet" eine Menge komischer Momente. Auch Cameron Diaz als Reids Sekretärin Lenore Case ist mit ihrem Charme, ihrer souveränen Intelligenz und Schlagfertigkeit eine weitere wichtige Säule in diesem Schauspielergerüst. "The Green Hornet" ist ein gelungener Mix aus Slapstick, Kampfkunst und Filmtechnik. Lachen garantiert.

++++- The Green Hornet USA 2011, 120 Min, ab 12 J., R: Michel Gondry, D: Seth Rogen, Jay Chou, Christoph Waltz, Cameron Diaz, täglich in allen Cinemaxx- und UCI-Kinos, Hansa-Filmstudios, im Streit's (OF); www.green-hornet.de