Action ohne Selbstironie

Foto: splendid

Ein müder Sylvester Stallone in "The Expendables"

Eigentlich sind die Achtzigerjahre schon lange vorbei. Doch Haudegen Sylvester Stallone, mit 64 Jahren eigentlich pensionsreif, holt sie noch einmal mit Macht zurück und lädt die Kampfmaschinen von damals zum Klassentreffen: Jet Li, Dolph Lundgren, Eric Roberts, Mickey Rourke, Bruce Willis, in einem Cameo schaut Arnold Schwarzenegger kurz herein, sagt was, geht wieder. "Der will Präsident werden!", ruft ihm jemand hinterher.

Sorry, Leute - das war schon der beste Gag. Denn Stallone nimmt seinen Dienst beim Dreh bierernst. Humor lenkt nur unnötig ab. Ballereien, Stunts und Explosionen - "The Expendables" ist testerongeschwängertes Kino für Männer, die schon weiland bei "Phantom Kommando" (1985) oder "Rambo 3" (1988) glasige Augen bekamen.

Damals wie heute ist die Handlung nicht so wichtig: Stallone, der Regie führte und das Drehbuch schrieb, steht dem titelgebenden Söldnertrupp vor, der dem Diktator einer fiktiven Bananenrepublik, natürlich in Südamerika, auf die Finger klopft. Dass Stallone für anstrengende Actionarbeit mittlerweile zu alt ist und ihm zur Darstellung des amtsmüden Einzelgängers die schauspielerischen Mittel fehlen - Schwamm drüber. Selbstironie war noch nie seine Stärke.

Bewertung: belanglos The Expendables USA 2010, 104 Min., ab 18 J., R: Sylvester Stallone, D: Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, täglich im Cinemaxx Dammtor/Harburg/Wandsbek, Hansa-Studio, Streit's (OF), UCIs Mundsburg, Othmarschen, Smart-City; www.expendables-derfilm.de