"Sexy Cora"

Letztes Geleit in Rosa - Carolin Wosnitza beigesetzt

Auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg ist die Erotikdarstellerin Carolin Wosnitza alias "Sexy Cora" am Mittwoch beigesetzt worden.

Hamburg. Es ist regnerisch, kalt und grau auf dem Ohlsdorfer Friedhof an diesem Mittwoch. Einer der wenigen Farbtupfer ist ein rosafarbener Sarg vor Kapelle 10 - es ist der Sarg von Carolin Wosnitza alias "Sexy Cora". Etwa 150 Menschen sind am Vormittag auf den Friedhof gekommen um von der 23-Jährigen Abschied zu nehmen. Die aus der RTL-Serie "Big Brother" bekannte Erotikdarstellerin war im Januar im Verlauf ihrer sechsten Brustvergrößerungsoperation in der Hamburger Alster-Klinik ins Koma gefallen und einige Tage später im Universitätsklinikum Eppendorf an den Folgen einer Hirnlähmung gestorben. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt seitdem gegen mehrere Mediziner der Alster-Klinik wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Wer war Carolin Wosnitza? Sie wurde 1987 in Berlin-Pankow geboren. Nach der Schule begann sie eine Ausbildung zur Krankenschwester, die sie allerdings bereits kurz darauf wegen eines gesundheitlichen Problems mit der Hüfte abbrechen musste. Im Alter von 19 Jahren heiratete sie ihren späteren Manager, den Hamburger Tim Wosnitza. Sie hatte ihn in einer Disco kennengelernt. Seit 2008 kursierten Sexfilme unter ihrem Künstlernamen "Sexy Cora" im Internet. Um das Geschäft anzukurbeln, ließ sie sich mehrmals die Brüste vergrößern. Im Jahr 2010 erlangte sie Bekanntheit, weil sie in den RTL-2-"Big Brother"-Container einzog. Carolin Wosnitza strebte nach eigener Aussage eigentlich eine Musikkarriere an. Die junge Frau gewann Preise in der Porno-Branche, etwa den "Venus"- und den "Erotixxx"-Award.

Lesen Sie dazu auch den Abendblatt-Bericht vom 20. Januar:

Staatsanwaltschaft ordnet Obduktion von "Sexy Cora" an

Die Hamburgerin Carolin Wosnitza alias "Sexy Cora" ist tot. Die Erotikdarstellerin aus Rahlstedt ist am Mittag im Universitätsklinikum Eppendorf gestorben, das bestätigte die Hamburger Staatsanwaltschaft. Darüber hinaus wurde die Obduktion des Leichnams angeordnet. Ermittelt wird nun wegen fahrlässiger Tötung. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet.

Die 23-Jährige wollte sich vor wenigen Tagen ihre Brüste vergrößern lassen. Doch im Verlauf der Operation in der Alster-Klinik in Rotherbaum erlitt sie einen Herzstillstand, schwebte seitdem in Lebensgefahr. Nach der Operation war sie in das Universitätsklinikum Eppendorf verlegt worden. Dort war sie seit dem 11. Januar in ein künstliches Koma versetzt worden.

Die ermittelnden Beamten hatten den Hinweis auf mutmaßliche Behandlungsfehler von einem Rettungssanitäter erhalten. Laut Wilhelm Möllers, dem Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft, waren daraufhin medizinische Geräte und Patientenunterlagen sichergestellt worden. Sollten die Ärzte verurteilt werden, drohen ihnen bis zu drei Jahre Haft.

Nun richten sich die Ermittlungen offenbar gegen eine 54-jährige Anästhesistin und einen 49-jährigen Chirurgen. Außerdem gehe die Behörde der Frage nach, ob die 23-jährige Darstellerin aus der RTL2-Sendung "Big Brother“ Wachstumshormone oder andere Substanzen eingenommen habe.

Den Vorwurf des Behandlungsfehlers weist die Klinik zurück. Geschäftsführer Peter Henscheid äußerte sein tiefes Bedauern über den Tod der 23-Jährigen. Die Erotikdarstellerin wollte sich ihre Brüste Medienberichten zufolge von 70 F auf 70 G vergrößern lassen. Es wäre ihre sechste Operation dieser Art gewesen.