Wilhelmsburg

Bis zu sieben Millionen Euro für das Museum Elbinsel

Michael Weinreich (v.l.), Gerd Nitzsche, Farid Müller und Holger Blank wollen das Museum Elbinsel Wilhelmsburg auf Vordermann bringen.

Michael Weinreich (v.l.), Gerd Nitzsche, Farid Müller und Holger Blank wollen das Museum Elbinsel Wilhelmsburg auf Vordermann bringen.

Foto: Jens Binne

SPD und Grüne setzten sich für Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes in Wilhelmsburg ein. Die Kosten sind aber noch nicht fix.

Hamburg. Das fast 300 Jahre alte Gebäude des Museums Elbinsel Wilhelmsburg (Mew) in Kirchdorf-Süd soll saniert und renoviert werden. Die Bürgerschaftsfraktionen von SPD und Grünen unterstützen dieses Vorhaben – doch sind weder die Höhe der Kosten noch deren Übernahme vollständig geklärt. Daran könnte das Projekt einer umfassenden Neugestaltung des kleinen Museums in der Nähe der S-Bahn-Station Wilhelmsburg scheitern.

Seit über 50 Jahren ist das Museum Elbinsel Wilhelmsburg in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Amtshauses beheimatet, das 1724 auf den Grundmauern des alten Schlosses „Adeligen Sitzes Stillhorn“ errichtet wurde. Es beherbergt eine Vielzahl von Exponaten zur Geschichte Wilhelmsburgs seit dem 14. Jahrhundert.

Museum Elbinsel: 800.000 Euro aus Sanierungsfond der Bürgerschaft

Hier befand sich der „alte Wilhelmsburger Ortskern“, sagt der SPD-Politiker Michael Weinreich, der selbst in Wilhelmsburg aufwuchs und das Museum noch aus seiner Schulzeit kennt. Zusammen mit dem Grünen-Bürgerschaftsabgeordneten Farid Müller setzen sich Weinreich und die Fraktionen von SPD und Grünen für eine Sanierung und Renovierung des denkmalgeschützten Gebäudes ein.

„Wir müssen die Gebäudesubstanz erneuern und brauchen einen Umbruch für die Zukunft“, so Weinreich. Der Bund hat bereits 1,8 Millionen Euro zugesagt, weitere 800.000 Euro sollen aus dem Sanierungsfond der Bürgerschaft bereitgestellt werden. Derzeit gehen die Beteiligten aber von deutlich höheren Kosten aus. In den vergangenen vier Jahren wurden diverse Gutachten in Auftrag gegeben, die die zu erwartenden Kosten auf mittlerweile sieben Millionen Euro schätzen.

Geplante Wiedereröffnung des Museums Elbinsel voraussichtlich 2021

Seit zwei Monaten verhandeln die Sprinkenhof AG, die das Gebäude verwaltet und sanieren soll, sowie die Stadt als Eigentümer des Gebäudes, „damit die Verantwortlichkeiten klar und die Planungskosten gesichert sind“, betont Müller. Aus Erfahrung wisse man, dass es gerade bei historischen Gebäuden schwierig und teuer werden könne, da der Denkmalschutz zu berücksichtigen sei.

Müller und Weinreich haben daher zusammen mit weiteren Mitgliedern ihrer Fraktionen einen Antrag in die Bürgerschaft eingebracht, der unter anderem folgende Fragen klären soll: Wie hoch werden die zu erwartenden Kosten ausfallen und woher soll das Geld dafür genommen werden? Nach den Erfahrungen mit der Elbphilharmonie und anderen öffentlichen Bauvorhaben hatte es in der Vergangenheit deutliche Kritik beim Thema Kostenentwicklung gegeben. Die Stadt bemüht sich seitdem kostenstabil zu bauen, indem sie durch gründlichere Planung Kostensteigerungen zu vermeiden sucht.

"Die Gelder werden erst ausgezahlt, sobald sicher ist, wie hoch die Kosten sind und was dabei entstehen wird“ und „im Zweifelsfall wird kein Geld ausbezahlt, aber das Projekt scheint insgesamt auf gutem Wege zu sein“, sagt Farid Müller. Wenn die Finanzierung gelingt, ist geplant, 2020 mit den Bauarbeiten zu beginnen und das Museum Elbinsel voraussichtlich 2021 wiederzueröffnen.

Museum Elbinsel: Fixkosten von jährlich 40.000 Euro

Dann soll nicht nur die Fläche durch ein weiteres Gebäude und zusätzliche Räume erheblich vergrößert, sondern das gesamte Konzept modernisiert werden. „Hörstationen, Touchscreens, Beamer, ein Multifunktionsraum für Vorträge und ein Fahrstuhl sind in Erwägung“, sagt Holger Blank, Leiter des Museums Elbinsel Wilhelmsburg. Zusammen mit dem Geschäftsführer und Vorsitzenden des Fördervereins, Gerd Nitzsche, organisiert Blank den derzeit noch ehrenamtlichen Betrieb des Museums.

„Wir haben Fixkosten von jährlich 40.000 Euro, die vor allem durch Sponsoren und Alsterdampferfahrten nach Wilhelmsburg“ erwirtschaftet werden, so Nitzsche. Sogar Heiraten könne man im Museum Elbinsel und mit dem „Wilhelmsburger Deichbruch“ vertreibe man innerhalb Wilhelmsburgs recht erfolgreich seine eigene Schnapsmarke. Das soll auch nach den Sanierungsmaßnahmen so bleiben.

Dann wird es auch eine neue und für Hamburg so noch nicht vorhandene Dauerausstellung zum Thema Sturmflut von 1962 in mehreren Räumen geben. Man habe bereits zahlreiche Zeitzeugenberichte und Fotos sowie eventuell einen Unimog beisammen, über weitere Exponate, beispielsweise ein Schlauchboot, würde sich das Museum aber noch freuen.