Hamburg

Schulen, Ämter, Uni: Hier wird diese Woche gestreikt

Mehrere Hundert Beschäftigte der Bezirksämter sind dem Aufruf der Gewerkschaft Ver.di zum Warnstreik gefolgt und demonstrieren vor dem Bezirksamt Wandsbek für mehr Geld. .

Mehrere Hundert Beschäftigte der Bezirksämter sind dem Aufruf der Gewerkschaft Ver.di zum Warnstreik gefolgt und demonstrieren vor dem Bezirksamt Wandsbek für mehr Geld. .

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Der ganztägige Warnstreik der Tarifbeschäftigten führte zu Einschränkungen in Kundenzentren. Morgen geht es in Hamburg weiter.

Hamburg. Die Gewerkschaften erhöhen in der Tarifverhandlungsrunde für die öffentlich Beschäftigten der Länder den Druck auf die Arbeitgeber. Für den morgigen Mittwoch hat die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di in Hamburg die Tarifbeschäftigten an Schulen und Hochschulen zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Betroffen sind rund 6000 Mitarbeiter, darunter an den Schulen allein rund 3000 Erzieherinnen und Sozialarbeiter, die unter anderem im schulischen Ganztag eingesetzt sind. Auch die rund 800 Schulhausmeister und Betriebsarbeiter, 700 Verwaltungsangestellte in den Schulbüros sowie 200 Reinigungskräfte werden in den Ausstand gerufen. Hinzu kommen 400 angestellte Lehrer sowie 1000 Mitarbeiter an den staatlichen Hochschulen, darunter Verwaltungsangestellte, Techniker und Bibliothekare.

Streiks an Schulen

Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Die Arbeitgeber, die Tarifgemeinschaft deutscher Länder, lehnt die Forderungen ab, hat aber in den beiden bisherigen Verhandlungsrunden kein Angebot vorgelegt.

Für den kommenden Freitag ruft Ver.di zudem rund 6000 Beschäftigte im sozialen Bereich zum Warnstreik auf. Neben den Erzieherinnen und Sozialarbeitern an Schulen sind unter anderem die Beschäftigten der Allgemeinen Sozialen Dienste, der Jugendämter und des Landesbetriebs Erziehung und Bildung (LEB) betroffen. Nach einer Kundgebung auf dem Gänsemarkt um 9.30 Uhr ist eine Demonstration zum Gewerkschaftshaus in St. Georg geplant. In der kommenden Woche soll es einen ganztägigen Warnstreik aller betroffenen Beschäftigten geben.

Bereits am gestrigen Montag haben Mitarbeiter der sieben Bezirksämter die Arbeit niedergelegt. Vor dem Bezirksamt Wandsbek versammelten sich mehrere Hundert Beschäftigte zur Protestkundgebung. Es kam zu Einschränkungen in den Kundenzentren.

Einschränkungen in den Kundenzentren

„Bitte prüfen Sie, ob Sie Ihr Anliegen an einem anderen Tag erledigen können.“ Mit diesem Schild warnte das Kundenzentrum des Bezirksamts Hamburg-Mitte an der Kaiser-Wilhelm-Straße (Neustadt) am Montagmorgen vor möglichen Verzögerungen wegen des Warnstreiks der Mitarbeiter.

Doch den meisten Kunden bot sich ein anderer Eindruck. Die Auswirkungen des Streiks habe man im Kundenzentrum nicht gespürt, sagte Celvin Fritzsche aus Wedel. Sein Besuch auf dem Bezirksamt, dessen Anlass die Einsicht in eine Bauakte war, sei schnell und reibungslos verlaufen. Auch Jasmina Krause, Studentin aus Billstedt, zeigte sich überrascht. Selbst ohne Termin sei die Abholung ihres Personalausweises und Reisepasses innerhalb weniger Minuten erledigt gewesen.

Offensichtlich war das Kundenzentrum Hamburg-Mitte trotz des Warnstreiks ausreichend mit Mitarbeitern besetzt, auch mit Beamten, die nicht streiken dürfen. Dennoch kam es nach Angaben der zuständigen Finanzbehörde vielerorts zu Einschränkungen. Besonders angespannt sei die Lage in den Kundenzentren Wandsbek und Bergedorf gewesen, sagte ein Sprecher. An beiden Standorten sei ein Notdienst eingerichtet gewesen.

Am Freitag Arbeitsniederlegungen im sozialen Bereich

Am Vormittag hatten sich mehrere Hundert Beschäftigte vor dem Bezirksamt Wandsbek versammelt, um ihrer Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro monatlich, lautstark Ausdruck zu verleihen. „Eine so reiche Stadt wie Hamburg muss euch das Geld herausrücken – und zwar sofort und zwar genug“, forderte Ver.di-Tarifkoordinatorin Sieglinde Frieß. Auf einer Personalversammlung hatten rund 2000 Beschäftigte der Bezirksämter in der vergangenen Woche über hohe Arbeitsbelastung, schlechte Personalausstattung und eine zu geringe Vergütung geklagt.

Am morgigen Mittwoch ruft Ver.di die Tarifbeschäftigten an Schulen und Hochschulen, am Freitag die im sozialen Bereich tätigen Mitarbeiter zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Insgesamt fallen mehr als 30.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Hamburg unter die Tarifgemeinschaft deutscher Länder.