Bürgerschaft

Beschlossen: Hamburg bekommt einen zusätzlichen Feiertag

Die Abgeordneten der Bürgerschaft stimmen mehrheitlich für den Gruppenantrag. Neun Politiker waren gegen einen neuen Feiertag.

Hamburg. Hamburg bekommt einen zusätzlichen Feiertag. Die Hamburgische Bürgerschaft votierte am Mittwoch mit 66 von 121 Stimmen mehrheitlich für den Gruppenantrag von SPD-, CDU- und Grünen-Abgeordneten, den Tag der Reformation am 31. Oktober für arbeitsfrei zu erklären. Der Fraktionszwang war für die Abstimmung aufgehoben worden. Neun Mitglieder der Bürgerschaft stimmten gegen einen zusätzlichen Feiertag, zwei Abgeordnete enthielten sich.

Beschlossen wurde zugleich, dass am Reformationstag die Museen keinen Eintritt erheben. In Schleswig-Holstein wurde der neue Feiertag in der vergangenen Woche beschlossen, in Niedersachsen und Bremen wird zurzeit ebenfalls über einen weiteren Feiertag diskutiert.

Mitglied der Kirche nicht notwendig, um Reformationstag zu würdigen

Der Reformationstag sei kein „Luther-Gedenktag“, sagte die Grünen-Abgeordnete Stefanie von Berg. Er stehe für eine Erneuerung der Gesellschaft und den Aufbruch in eine moderne Welt. Dazu zähle auch die Freiheit, ohne Religion leben zu wollen.

Es ist beschlossen – der 31. Oktober wird zum Feiertag. Eine gute Entscheidung?

Die Reformation präge das Menschenbild bis heute, betonte Ekkehard Wysocki (SPD). Hamburg sei mit seinen Islam-Staatsverträgen und der Akademie der Weltreligionen „Hauptstadt des interreligiösen Dialogs“. Der Reformationstag würdige den Beitrag der christlichen Religion in der Geschichte, sagte Dietrich Wersich (CDU). Dies könne man auch anerkennen, ohne Mitglied der Kirche zu sein.

Auch Internationaler Frauentag stand zur Wahl

Neben dem Reformationstag standen auch andere Termine zur Debatte. 14 Abgeordnete aus unterschiedlichen Fraktionen votierten für den Internationalen Frauentag am 8. März. Neun Abgeordnete der Linken-Fraktion stimmten für den 8. Mai als Tag der Befreiung vom Faschismus. 18 Abgeordneten aus der SPD- und AfD-Fraktion stimmten dafür, dass der 23. Mai als Tag des Grundgesetzes gesetzlicher Feiertag werden soll.

Die Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachen hatten sich Anfang Februar auf den 31. Oktober als gemeinsamen Feiertag geeinigt.

Feiertage: Hamburg will weniger Ungleichgewicht

In dem beschlossenen Antrag wird in erster Linie der norddeutsche Reformator und Luther-Freund Johannes Bugenhagen (1485-1558) gewürdigt. So habe Bugenhagen in seiner Stadt- und Kirchenordnung gute Schulen für die Jugend und Unterstützung für die Armen gefordert. Er habe damit den Grundstein für ein neuzeitliches Schul- und Sozialwesen in Hamburg gelegt.

Anders als Luther habe sich Bugenhagen für die Rechte der Juden eingesetzt, betonte die SPD-Politikerin Dora Heyenn.

Ein Grund für die Initiative der Nordländer ist das Ungleichgewicht der Anzahl der Feiertage in Nord- und Süddeutschland. Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Berlin und Schleswig-Holstein hatten bislang nur neun Feiertage. Bayern hat hingegen 13 Feiertage, Baden-Württemberg 12.