NOlympia

Linke will Hamburgs Bewerbung um Olympia 2024 stoppen

„Wenn der Senat Olympia sagt, meint er die Verdrängung von Mietern“, sagte Linken-Landessprecher Rainer Benecke

„Wenn der Senat Olympia sagt, meint er die Verdrängung von Mietern“, sagte Linken-Landessprecher Rainer Benecke

Foto: picture-alliance

Der Landesverband der Linken in Hamburg will die Bewerbung der Stadt um die Olympischen Sommerspiele 2024 stoppen und verhindern.

Hamburg. Der Hamburger Landesverband der Linken will die Bewerbung der Stadt um Olympia 2024 stoppen und die Spiele verhindern. „Für ein soziales und weltoffenes Hamburg – entschieden gegen ein Olympia des Profits“, ist ein Antrag überschrieben, den die gut 100 Delegierten des Landesparteitages im Bürgerhaus Wilhelmsburg am Sonnabendnachmittag beschlossen haben.

„Unser Nein zu Olympia richtet sich nicht gegen den Sport, sondern gegen den Missbrauch des Sports und der Sportbegeisterung“, heißt es in dem zweiseitigen Text. Der rot-grüne Senat versuche, mit dem Sport-Großereignis von realen Problemen wie der sozialen Spaltung oder dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum abzulenken – Probleme, die durch Olympia noch verschärft würden. „Wenn der Senat Olympia sagt, meint er die Verdrängung von Mietern“, sagte Linken-Landessprecher und Mitautor Rainer Benecke in der rund zweistündigen Aussprache.

Scharf kritisiert die Linke die nicht geklärte Frage der Kosten und das Internationale Olympische Komitee (IOC), das „als ein auf Profit ausgerichteter Weltkonzern“ handele. Zwar sprach sich kein Parteimitglied für die Olympia-Bewerbung aus, aber dennoch gab auf dem Konvent eine zum Teil heftige Debatte. Dabei ging es darum, wie die Hamburger überzeugt werden könnten, beim Olympia-Referendum am 29. November mit Nein zu stimmen. „Wir müssen die Menschen bei der ersten Freude über Olympia abholen. Wir brauchen einfache und klare Argumente, müssen aber nicht alles besser wissen“, sagte die Linken-Bürgerschaftsabgeordnete Heike Sudmann.

Vor allem den Mitgliedern der antikapitalistischen „Liste Links“ innerhalb der Partei war das nicht radikal genug. „Es ist schon Wahnsinn, wie sehr viele hier bereit sind, den Leuten nach dem Mund zu reden“, sagte ein Linker. „Sportbegeisterung ist gesellschaftlich hochkapitalistisch inszeniert“, so ein anderer. Die Gruppierung konnte sich mit ihrem Antrag gegen die Mehrheit jedoch nicht durchsetzen.

Die Linke ist die einzige Bürgerschaftspartei, die gegen die Olympia-Bewerbung ist, und Teil des „NOlympia“-Bündnisses. Am 29. November werden die Hamburger über die Bewerbung der Stadt um die Spiele 2024 in einem Referendum abstimmen. Das Ergebnis ist bindend.