Rund 55.000 Bewohner des Bezirks Mitte haben bis zum Sonntag von ihrem Recht auf direkte Demokratie Gebrauch gemacht. Es gibt erste überraschende Trends beim Bürgerentscheid zur Seilbahn.

Hamburg. Der Sitzungssaal der Bezirksversammlung Mitte ist vermutlich ein Paradebeispiel für die Innenarchitektur der 1970er-Jahre. Funktionelles Design in weiß-orangefarbenen Kombinationen überwiegt. Doch auch seine geringe Deckenhöhe trägt dazu bei, dass visionäres Denken von diesem Raum nicht unbedingt positiv beeinflusst wird. Aber die etwa 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bezirksamtes Mitte, die am Montagnachmittag von 13 bis 16 Uhr zu ihrer zweiten Schicht des Stimmenzählens für den Bürgerentscheid zur umstrittenen Seilbahn über die Elbe angetreten sind, sollen sich ja auch aufs Zählen der abgegebenen Stimmzettel konzentrieren – wobei es sich naturgemäß um eine recht einfache Tätigkeit handelt: Briefumschlag auf, Stimmzettel entfalten, kontrollieren und dann auf einen von drei Haufen legen – „Ja“, „Nein“, „Ungültig“. Das dauert zwischen acht und 12 Sekunden pro abgegebener Stimme. Wenn die Haufen auf dem Tisch zu hoch werden, wandern die gelben Abstimmungszettel in drei große, graue Wahlurnen.