Bildung

CDU: Senat riskiert überfüllte Grundschulen

Stadt rechnet mit sieben Prozent mehr Kindern und plant nur 4,2 Prozent mehr Klassen. Vergrößerung der Klassen zudem ausgeschlossen.

Hamburg. Wenn der Schulausschuss der Bürgerschaft heute Nachmittag zusammenkommt, dann beginnt die parlamentarische Auseinandersetzung über das zentrale Planungswerk der Schulpolitik: Der Schulentwicklungsplan, den Schulsenator Ties Rabe (SPD) im Oktober vorgelegt hat, ist Thema einer öffentlichen Anhörung.

Bereits vor dem Treffen im Kaisersaal des Rathauses hat der CDU-Schulexperte Robert Heinemann dem Senat vorgehalten, angesichts des erwarteten Schülerzuwachses nicht ausreichend Grundschulklassen zu planen. In der Antwort des Senats auf eine Heinemann-Anfrage wird ein Anstieg der Grundschüler um sieben Prozent auf 53.476 Kinder bis 2022 prognostiziert. Laut Schulentwicklungsplan soll die Zahl der Grundschulklassen aber nur um höchstens 4,2 Prozent wachsen. Gleichzeitig schließt der Senat eine Vergrößerung der Klassen aus.

+++ Senat sichert Eltern ausreichend Vorschulplätze zu +++

Heinemann kritisiert außerdem, dass der Senat keine getrennten Schülerprognosen für die 22 Planungsregionen des Stadtgebiets vorgenommen hat. Dennoch weichen die Planungen erheblich voneinander ab. "In fünf Regionen soll die Zahl der Grundschulklassen sinken, Begründungen findet man im Plan nicht oder kaum", sagt Heinemann. Irritierend findet der CDU-Politiker außerdem, dass zum Beispiel in der "schrumpfenden" Region 6 (Blankenese) sogar der Hinweis steht: "Die geplanten Neubauaktivitäten von ca. 500 Wohneinheiten in den nächsten Jahren führen ... zu einem Mehrbedarf von etwas mehr als einem Zug (= Klasse, die Red.) in den Grundschulen."

Außerdem hat Heinemann festgestellt, dass die Schulbehörde zwar mit einem Anstieg der Schülerzahlen in den Oberstufen der Gymnasien rechnet, nicht aber bei den Stadtteilschulen. So sollen 2022 laut Prognose 11 465 Schüler (2012: 10.602) die Klassen 11 und 12 des Gymnasiums besuchen. An den Stadtteilschulen sinkt die Zahl im gleichen Zeitraum von 9022 auf 8743. "Trotzdem plant der Senat einen Anstieg der Oberstufenzüge von 133 auf bis zu 147", sagt Heinemann. Für die Behörde sind die Widersprüche kein Problem. "Langfristige Prognosen sind nicht sehr treffsicher. Deswegen haben sie für die konkreten Vorschläge des Schulentwicklungsplans auch keine Bedeutung", sagt Sprecher Peter Albrecht.