Umweltschutz Hamburg

Das Haus des Waldes zieht nach Wilhelmsburg

Foto: Ingo Röhrbein

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald bietet Seminare, Ausstellungen und waldpädagogische Arbeit an zwei Standorten an.

Hamburg. Es ist ein Kompromiss, aber er beendet wohl endgültig die monatelangen Streitereien: Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hat die Pläne für einen Neubau ihres Hauses des Waldes im Niendorfer Gehege aufgegeben. Stattdessen sollen Ausstellungen und Seminare in Zukunft in einem Neubau in Wilhelmsburg unterkommen.

"In Niendorf wäre der Streit, auch wenn wir eine Genehmigung bekommen hätten, nicht zu Ende gewesen. Jetzt gibt es keine Konflikte, und es hat auch seinen Reiz, in Wilhelmsburg etwas anderes zu machen", sagt Rüdiger Kruse, Chef der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW).

Ursprünglich wollte Kruse einen Neubau am Rande des Niendorfer Geheges errichten lassen, um dort die waldpädagogische Arbeit der SDW und Räume für Ausstellungen und Seminare anbieten zu können. Doch 9000 Eimsbütteler hatten sich in einem Bürgerbegehren gegen eine Vergrößerung des bestehenden Hauses des Waldes in Niendorf ausgesprochen. Ihr Hauptvorwurf: Das Haus des Waldes sei überdimensioniert und viel zu groß für das verhältnismäßig kleine Niendorfer Gehege.

In Wilhelmsburg, an der Straße Am Containerbahnhof in der Nähe der Neuenfelder Straße und der S-Bahn-Haltestelle, soll der Neubau entstehen, direkt am Gelände der Internationalen Bauausstellung. Dort möchte die SDW ihre Seminar- und Ausstellungsräume einrichten. Die Geschäftsstelle der Schutzgemeinschaft und die Waldpädagogik bleiben jedoch in dem bestehenden Gebäude im Niendorfer Gehege.

Kruse bewirbt sich nun um einen Teil des Gebäudes in Wilhelmsburg. Er rechnet damit, im kommenden Jahr das Haus des Waldes dort eröffnen zu können. Architekten haben den Auftrag, die ersten Entwürfe vorzubereiten. Die Macher der IBA und der Bezirk Mitte werden dann darüber abstimmen.

Die jährlichen Waldspiele und die umweltpädagogischen Programme, an denen im Jahr 20 000 Kinder teilnehmen, um den Wald näher kennenzulernen - von der modernen Forstwirtschaft über die Regenwald-Problematik bis zum Klimawandel -, bleiben in Niendorf. Das jetzige Haus des Waldes soll nach Absprache mit dem Bezirk Eimsbüttel saniert werden.

Kruse: "Auch wenn es von Vorteil gewesen wäre, alles am Standort Niendorf zu verwirklichen, bietet das neue Konzept neben der Konfliktfreiheit die Vorteile zweier unterschiedlicher landschaftlicher und städtebaulicher Gegebenheiten. Für die Waldpädagogik ist und bleibt das Niendorfer Gehege optimal, für eine moderne und umfassende Ausstellung ist Wilhelmsburg eine spannende Umgebung."