Buddhismus Hamburg

St. Paulianer gegen buddhistisches Denkmal

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Am Neuen Pferdemarkt will der Bezirk Mitte Hamburger Buddhisten erlauben, einen Stupa aufzustellen. Widerstand der Anwohner.

Hamburg. Wer weiß, ob das Thema eine so scharfe Wendung genommen hätte ohne die Diskussion um das Minarett-Verbot in der Schweiz - wahrscheinlich nicht. Jetzt aber spielt sich auf St. Pauli ein Streit ab, bei dem manche sich fragen, wie weit es in Hamburg her ist mit der Religionsfreiheit. Am Neuen Pferdemarkt will der Bezirk Mitte Hamburger Buddhisten erlauben, einen Stupa aufzustellen. Und hat damit den Widerstand der Anwohner am Neuen Pferdemarkt hervorgerufen, wo das buddhistische Denkmal stehen soll. Die Anwohner wollen keinen Stupa in ihrer Nachbarschaft. "Pferdemarkt bleibt!" haben sie ihre Bürgerinitiative genannt, mit der Losung "Keine religiöse Nutzung" des Pferdemarkts.

Hintergrund des Protests ist freilich, dass die Anwohner keine Lust auf viel Publikumsverkehr auf dem schmalen Rasenstreifen vor dem Grünen Jäger (Klub) haben. "Die Initiative entstand eigentlich aus dem Antrieb heraus, keine Eventfläche aus dem Rasen zu machen", erinnert sich Markus Schreiber, Bezirksamtsleiter in Mitte. Das war, als der Grüne Jäger am Pferdemarkt auch außerhalb seiner Räume Gäste bewirtete.

Jetzt befürchten die Anwohner, dass durch den Stupa - sechs mal drei Meter groß, säulenartig und weiß - sogar noch mehr Publikumsverkehr droht, womöglich in Form ganzer Busladungen von Gläubigen und Buddha-Fans. Schreiber dagegen erhofft sich, durch die monumentale und physische Anwesenheit der Buddhisten eine positive Auswirkung auf die Fläche neben der vierspurigen Straße, die in Richtung Feldstraße und in Richtung Budapester Straße führt. Schreiber nennt den Rasen drastisch eine "Kackwiese für Hunde", "stünde dort ein Stupa, würde sich der Verein um Sauberkeit bemühen".

Der Verein Stupa wiederum setzt darauf, dass Ende des Monats eine Entscheidung fällt. Gegen den Willen der Anwohner wollen die Buddhisten keinen Stupa am Pferdemarkt aufstellen. Und Schreiber setzt darauf, dass die Bezirksversammlung seinem Vorschlag folgt. Demnächst will er Gespräche mit den Fraktionen führen. Ursprünglich sollte der Stupa in Planten un Blomen stehen. Das verbot die Parkeigentümerin, die Stadtentwicklungsbehörde.