Hamburgs Uni-Krise

Uni-Präsidentin Monika Auweter-Kurtz ist am Ende

Monika Auweter-Kurtz muss gehen. Die Dekane haben mit 4:1 Stimmen gegen sie entschieden. Die Stadt will eine "anständige" Trennung.

Hamburg. Hamburgs angeschlagene Universitäts-Präsidentin Prof. Monika Auweter-Kurtz wird ihren Posten räumen müssen. Nach Informationen des Abendblatts prüft die Stadt derzeit unterschiedliche Ausstiegsszenarien. Dabei ist den Akteuren auf der politischen Bühne wichtig, dass die Trennung von Auweter-Kurtz "fair und anständig" verläuft.



Offensichtlich hat auch die Präsidentin selbst inzwischen eingesehen, dass es keine Alternative mehr gibt. Ob sie von sich aus ihren Rücktritt erklärt oder ein anderer Weg geeigneter ist, wird derzeit noch ausgelotet. Die sechsjährige Amtszeit der Präsidentin dauert bis Ende 2012. Der neunköpfige Hochschulrat kann ihre Abwahl beschließen.


Mit dem Aus für Auweter-Kurtz geht eine in der Geschichte der Universität beispiellose Konfrontation zu Ende. Mehr als 120 der 560 Professoren und 170 wissenschaftliche Mitarbeiter fordern ihren Rücktritt. Die Akademiker werfen der Präsidentin ein zu hohes Reformtempo, vor allem aber die Unfähigkeit zur internen Kommunikation vor. Auweter-Kurtz hatte vor zwei Tagen in einem Brief an alle Mitarbeiter umfassend Fehler eingestanden und Besserung gelobt. Doch dieses Signal kam offensichtlich zu spät.


Gestern spitzte sich die Lage noch einmal dramatisch zu. Der Hochschulrat lud die Dekane der Universität zum Krisengipfel. Zuvor hatten diese nach Informationen des Abendblatts mit 4:1 Stimmen erklärt, dass sie sich eine Zusammenarbeit mit der Präsidentin nicht mehr vorstellen können. Lediglich der Dekan der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Heinrich Graener, soll für Auweter-Kurtz gestimmt haben. Der Dekan der medizinischen Fakultät, Prof. Uwe Koch-Gromus, hatte nicht teilgenommen. Beide Seiten vereinbarten nach dem zweistündigen Treffen Stillschweigen.


Auch der politische Rückhalt für Auweter-Kurtz war in den vergangenen Tagen immer geringer geworden. Am Mittwoch hatte Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU) ein klares Signal der Universität gefordert, ob sie mit Auweter-Kurtz weiter zusammenarbeiten will. "Es geht nicht um Personen, sondern um das Wohl der Universität", hatte Gundelach aber auch gesagt und so den Rückzug der Präsidentin schon angedeutet.