Immobilien

Hamburger Senat will 2000 Sozialwohnungen bauen lassen

100 Millionen Euro stehen für das Projekt zur Verfügung. Senatorin Jutta Blankau: "Das sind rund 30 Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr".

Hamburg. Mehr Geld für den Kampf gegen den Wohnungsmangel: Hamburg stellt in diesem Jahr rund 100 Millionen Euro für den Bau von bis zu 2000 Sozialwohnungen zur Verfügung. "Das sind rund 30 Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr", sagte Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau (SPD). Zuvor hatte der Senat die Wohnraumförderung für 2012 beschlossen. Die Opposition reagierte mit Kritik.

Nach den Worten der Senatorin wurde mit dem Förderprogramm die Voraussetzung für die Errichtung von mindestens 1200 klassischen Sozialwohnungen mit einer Nettokaltmiete von 5,90 Euro pro Quadratmeter geschaffen. Zudem könnten 800 Wohnungen im "zweiten Förderweg" gebaut werden. Diese dürfen für acht Euro pro Quadratmeter vermietet werden.

Zugleich räumte Blankau ein, dass ihre Behörde nicht abschätzen könne, wie viele Wohnungen in diesem Jahr fertiggestellt werden. "Wir gehen aber davon aus, dass die Zahl der neuen Wohnungen steigen wird." Hintergrund sind Proteste in den Bezirken gegen ambitionierte Wohnungsbauprojekte wie am Hemmingstedter Weg in Altona. Dort verzögert sich der Bau von 235 Wohnungen. Wohnungsbau sei immer dann problematisch, wenn man selbst betroffen sei, sagte Blankau und fügte hinzu: "Wir müssen dafür werben, gerade in Gegenden, wo es schwierig ist." Ziel des Senats sei es nicht, umstrittene Projekte an sich zu ziehen ("Evokation"). Statt "laufend zu evozieren", so die Senatorin, sei sie "im Zweifel ... immer für das Werben".

+++ "Zu wenig Geld für Wohnungsbau" +++

+++ Wohnungsbau braucht seine Zeit +++

In Hamburg gibt es derzeit rund 890.000 Wohnungen. Etwa 260 000 davon sind im Bestand des städtischen Wohnungsunternehmens Saga GWG und von Genossenschaften. Allerdings ist die Lage auf dem Wohnungsmarkt angesichts hoher Mieten angespannt. Nach Einschätzung des Hamburger Mietervereins fehlen in der Hansestadt bis zu 40.000 Wohnungen.

SPD-Bürgermeister Olaf Scholz hatte nach dem Regierungswechsel 2011 versprochen, dass jährlich bis 6000 zusätzliche Wohnungen gebaut werden. Dazu schloss der Senat mit den Bezirken und der Wohnungswirtschaft das "Bündnis für Wohnen". Im vergangenen Jahr waren in Hamburg 3700 Wohnungen fertiggestellt worden. "Wir halten an dem Plan, jährlich 6000 Wohnungen zu bauen, fest", sagte Blankau.

Insgesamt summieren sich nach den Worten der Senatorin die staatlichen Fördermittel für die Wohnungswirtschaft auf 189 Millionen Euro. Beispielsweise plane man die Förderung von 400 Familien "mit begrenztem Einkommen", damit diese sich ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung leisten könnten. Für die energetische Modernisierung und Barrierefreiheit würden 27,7 Millionen Euro bereitgestellt. Damit könnten 5000 Wohnungen so umgebaut werden, dass die Mieter weniger Energie verbrauchten. Nach Ansicht von Blankau ist eine derartige Sanierung "mietpreisdämpfend", da die Kaltmiete künftig geringer steige und Energie gespart werde.

+++ Mietenspiegel +++

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen hatte zuvor erklärt, dass seine Mitgliedsfirmen in Hamburg in diesem Jahr 827 Wohnungen fertigstellen werden. 2011 waren es 469. In den kommenden Jahren sollen es bis zu 1900 Wohnungen werden.