Haushalt

SPD: Sparen bei den Hochschulen ist unvermeidbar

Rund 13 Millionen Euro sollen dieses Jahr in der Wissenschaft gespart werden. Ton bei Verhandlungen mit Uni-Chefs wird schärfer.

Hamburg. Offenbar bleibt nur die Flucht in die Ironie: Um die drohenden Sparmaßnahmen auszugleichen, werde die Hochschule für bildende Künste für 50.000 Euro einen Doktortitel pecuniae causa ("Des Geldes wegen") anbieten - bei inflationärer Nachfrage könne dieser "Dr. p.c" auch versteigert werden, sagte deren Präsident Martin Köttering dem Abendblatt. Auch wenn Hochschulchefs und Politiker gestern hinter verschlossenen Türen ernsthaft diskutierten, zeigt dieser Vorschlag, welche Temperatur die Stimmung erreicht hat.

SPD-Hochschulexperte Philipp-Sebastian Kühn forderte die Hochschulen auf, ihre "Blockadehaltung" aufzugeben - gleichzeitig sei die SPD bereit, über Strukturen in der Behörde nachzudenken. Zudem werde die Fraktion nach den aktuellen, "unvermeidbaren" Einsparungen für die Zukunft ab 2013 Zusagen erarbeiten, damit die Hochschulen planen könnten. Allerdings wies Kühn zurück, dass die SPD alleine die Schuld an der Lage der Hochschule trage: "Diese unheilige Allianz zwischen Hochschulen und Opposition darf sich nicht auf Kritik an den Sozialdemokraten versteifen." Kühn forderte die Hochschulchefs auf, konstruktive Sparvorschläge zu unterbreiten.

Rund 13 Millionen Euro sollen laut Senat dieses Jahr in der Wissenschaft gespart werden. Laut Hochschulrektorenkonferenz (HRK) treffen einige Maßnahmen die Unis doppelt - weil ohnehin öffentliche Stellen gestrichen würden oder die Behörde zugesagte Finanzierungen nicht einhält, etwa die des "Konfuzius-Institutes" an der Uni Hamburg. HRK-Chef Michael Stawicki: "An Versprechen für künftige Jahre fehlt uns derzeit der Glaube."