St. Pauli

Aktivisten zeigen "Phantom der Oper" an der Roten Flora

Ironie der Geschichte: Vor der Flora wird Webbers Musical aufgeführt, das einst zu Krawallen führte. Am Ende knallte es.

St. Pauli. Es versprach, ein spektakuläres Ereignis zu werden. Der Hamburger Künstler Christoph Faulhaber inszenierte mit Studierenden der Hochschule für Musik und Theater „Das Phantom“ nach dem Musicalerfolg von Andrew Lloyd Webber auf dem Balkon der Roten Flora als Teil des Internationalen Sommerfestivals. Mit einer Stunde Verspätung wegen technischer Probleme begann die Inszenierung mit einer über dem Gebäude schwebenden Discokugel.

Anschließend wurde dann die Geschichte des „Phantoms“ (der Oper) in Ausschnitten dann doch recht brav zu Live-Musik vom Blatt gesungen. Immer wieder wandten sich die Schauspieler an die etwa 2000 Zuschauer, verlasen ein Pamphlet, das sich gegen die Gentrifizierung des Viertels richtete.

Am Schluss enthüllten Floristen Transparente der Solidarität mit dem Kollektiven Zentrum (KoZe), das mit über 1000 Demonstranten vor Ort war, mit dem Gängeviertel und mit Flüchtlingen und schossen Pyrotechnik ab. Anschließend löste sich die Veranstaltung friedlich auf. Ende der 1980er-Jahre sollte die Rote Flora in ein Musicaltheater umgewandelt werden. Seither ist das Gebäude besetzt.

Lesen Sie hier die Geschichte der Roten Flora

Die Rückkehr des Phantoms nach 25 Jahren ist Teil des diesjährigen Internationalen Kampnagel Sommerfestivals, das noch bis 23. August Kunstprojekte aus den unterschiedlichsten Sparten zeigt.