Hamburg. Hamburger Oberarzt erklärt, wie das Katheterverfahren funktioniert. Etwa 500 Eingriffe zählt Asklepios in St. Georg jedes Jahr.

Wer eine neue Herzklappe benötigt, fürchtet oft im ersten Schreck eine große OP mit geöffnetem Brustkorb. „Das ist aber gar nicht mehr zwingend nötig“, beruhigt Dr. Eike Tigges, Leitender Oberarzt für Kardiologie an der Asklepios Klinik St. Georg.

Für nahezu alle Erkrankungen der Herzklappen gebe es mittlerweile minimalinvasive Lösungen, sagt der Experte. Es gebe dabei operative und nicht operative Wege. Welches Verfahren für den jeweiligen Patienten das richtige sei, werde in enger Abstimmung zwischen Herzchirurgen und Kardiologen ausgewählt.

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Krankenhaus Hamburg: TAVI – Asklepios Klinik gilt als Zentrum für Eingriff

„Für die Aortenklappe nutzen wir mittlerweile sehr oft ein schonendes Verfahren, bei dem wir über die Leiste einen Katheter einbringen, auf dem der entsprechende Klappenersatz aufsitzt“, erklärt der Mediziner. „Die neue Klappe ersetzt und verdrängt dann vor Ort die kranke.“

Schon seit 2008 zählt die Asklepios Klinik St. Georg zu einem der bundesweiten Zentren für diese sogenannte Transkatheter-Aortenklappen-Implantation, kurz TAVI. Knapp 500 Patienten werden dort jedes Jahr auf diese Weise behandelt. Das Herz des Patienten schlägt während des Eingriffs normal weiter, eine Herz-Lungen-Maschine wird nicht benötigt.

Neue Herzklappe – „Patienten laufen abends schon wieder über die Station“

„Dieses Verfahren hat für die Patienten, die bei uns im Schnitt zwischen 75 und 85 Jahre alt sind, den entscheidenden Vorteil, dass sie sehr schnell wieder mobil sind“, sagt Dr. Eike Tigges, dessen Eltern beide auch Ärzte sind.

In den USA oder in Kanada würden Patienten nach dem Eingriff teils noch am selben Tag nach Hause entlassen. „Ganz so schnell entlassen wir in Deutschland nicht, weil wir auch seltene Komplikationen definitiv ausschließen wollen – aber die Patienten laufen auch bei uns abends schon wieder über die Station.“

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Grundsätzlich seien die Patienten nach dem Eingriff gut therapiert. „Aber selbstverständlich empfehlen wir den Betroffenen eine regelmäßige Kontrolle bei einem niedergelassenen Kollegen“, sagt der zweifache Vater.

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Künftig werde sich auf dem Gebiet noch mehr tun, sagt der Hamburger Oberarzt. „Wir haben ja schon in den vergangenen Jahren einen enormen Fortschritt beobachtet. Die Klappen sind immer ausgereifter geworden, und der Eingriff ist Routine.“ Zwischen 20 und 40 Minuten dauere er aktuell. Für den Austausch der Mitralklappe, eine der vier Herzklappen und gleichsam das Einlassventil der linken Herzkammer, gebe es ebenfalls ein Verfahren, das gute Ergebnisse liefere.