Hamburg

Nun doch! Autofreie Zone am Rathaus beginnt im August

Im Rathausviertel sollen drei Monate lang keine Autos mehr rollen.

Im Rathausviertel sollen drei Monate lang keine Autos mehr rollen.

Foto: imago/Westend61

Drei Monate lang wird das Viertel in der Innenstadt zur Fußgängerzone. Genutzt werden soll dieser Raum für Kunst und Kultur.

Hamburg. Von August an werden die Kleine Johannisstraße und ein Teil der Schauenburger Straße für fast drei Monate zu einer temporären Fußgängerzone (11 bis 23 Uhr). Nach einigen Umbauten soll das Experiment in der Innenstadt am 8. August starten. Mit dazu gehört auch der schon jetzt autofreie Platz am Dornbusch. Die autofreie Zone endet am 31. Oktober.

Der Platz, der durch die wegbleibenden Autos geschaffen wird, soll Raum für Kunst und Kultur, für eine kinderfreundliche Gestaltung der Straßen und vor allem für Bepflanzungen bieten. Fahrradfahrer und E-Roller dürfen die beiden Straßen weiterhin benutzen.

Organisator des Experiments ist die Initiative „Altstadt für Alle“. Sie will das Viertel am Rathaus attraktiver machen. Nach einem Jahr des Verhandelns mit Polizei, Anliegern, Verkehrsamt und dem Bezirksamt Hamburg-Mitte einigte man sich nun auf eine verhältnismäßig kleine Fläche von 1500 Quadratmetern. 30 bis 40 Parkplätze gehen dort verloren.

Gastronomen dürfen Außenmobiliar aufstellen

Sabine Falkenhagen, Besitzerin eines Hutgeschäftes an der Schauenburger Straße, ist überzeugt von dem Pilotprojekt. „Am Anfang war ich sehr skeptisch“, sagte sie. „Mittlerweile bin ich eine große Befürworterin des Projektes.“ Sie plant, den Platz vor ihrem Laden für Künstler zur Verfügung zu stellen. Ein anderer Anlieger will vor seinem Friseursalon ein Sofa aufstellen. Gastronomen dürfen die leeren Parkbuchten für Außenmobiliar nutzen – ein Kurswechsel, ursprünglich sollte der Freiraum nicht kommerziell genutzt werden.

Das Projekt kostet rund 80.000 Euro. Der Großteil des Budgets stammt aus der Kasse des Bezirksamtes und soll in Kultur- und Kunstprojekte investiert werden. Die Initiative selbst steuert 20.000 Euro bei. Auch die Gastronomen beteiligen sich. Das Rathausquartier ­– oder zumindest 1500 Quadratmeter davon – könnten zu einem Treffpunkt der Hamburger werden.