Verkehr

Neuer Anlauf für autofreie Zone im Rathausquartier

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Die Initiative „Altstadt für alle“ will Straßen für Autos sperren.

Die Initiative „Altstadt für alle“ will Straßen für Autos sperren.

Foto: Marcelo Hernandez

Initiative legt geänderten Antrag vor. Geplanter Beginn: 1. August. Ursprünglicher Plan ließ sich nicht umsetzen.

Hamburg. Die Initiative „Altstadt für alle“ nimmt einen neuen Anlauf, um im Rathausquartier doch noch eine autofreie Zone einzurichten. Im Hauptausschuss des Bezirks Mitte stellte sie am Dienstag ein leicht abgewandeltes Konzept vor. Demnach sollen die Kleine Johannisstraße und einigen Nebenstraßen für den Verkehr gesperrt werden. „Die genauen Grenzen stehen noch nicht fest“, sagte Florian Marten, der Sprecher der Initiative. Die Sperrung soll Anfang August beginnen und bis Ende Oktober dauern.

Die Idee für die autofreie Zone war bei einem Workshop in der Patriotischen Gesellschaft entstanden. Doch der ursprüngliche Plan für die Monate Juli bis September ließ sich nicht umsetzen. Einige Anwohner hatten Bedenken, auch die Polizei und das Bezirksamt waren nicht einverstanden. Nun hat die Initiative ein abgewandeltes Konzept vorgelegt. Details will Marten noch nicht verraten, denn die Sperrung des Quartiers ist noch nicht genehmigt. Innen- und Verkehrsbehörde müssen sich noch mit dem Konzept befassen.

Positive Resonanz

Im Hauptausschuss des Bezirksamts habe es aber eine positive Resonanz gegeben, sagt Marten. „Die Mehrheitsfraktionen und der Bezirksamtsleiter unterstützen uns.“ Auch die Anlieger seien mit den Plänen nun einverstanden.

Die Initiative will dem Rathausquartier neues Leben einhauchen. „Viele Geschäftsleute sagen. dass die Frequenz dort nach 17 Uhr rapide zurückgeht“, so Marten. Mit einer Sperrung für Autos, die im Testzeitraum jeden Tag zwischen 11 und 23 Uhr gelten soll, könnte man das Quartier attraktiver machen. Auf den dann nicht mehr blockierten Parkflächen könnten Bänke aufgestellt werden, vielleicht auch Pflanzen, Kunstobjekte oder einfach nur Fahrradständer. Nicht geplant ist, die Parkflächen für zusätzliche Außengastronomie zu verwenden. „Wir werden den Straßenraum nicht gewerblich nutzen“, so Marten.

Sollte die Initiative „Altstadt für alle“ die Genehmigung bekommen, dürfte am 1. August ein Experiment starten, das zum Kern einer in größerem Stil autofreien Innenstadt werden könnte. Einen Monat später geht in einem weiteren Hamburger Quartier, in Ottensen, ein weiteres Projekt an den Start, das für ein halbes Jahre das Leben ohne Auto vor der Tür ausprobieren will. Hamburg wird zum Experimentierfeld für die Stadt von morgen.

( pop )

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