Verkehrsplanung

Autofreie Zonen – zieht jetzt auch Eimsbüttel nach?

Im Sommer vor vier Jahren war der Eppendorfer Weg wegen einer Fahrbahnsanierung schon einmal autofrei. Die Grünen wünschen sich ständige autofreie Zonen.

Im Sommer vor vier Jahren war der Eppendorfer Weg wegen einer Fahrbahnsanierung schon einmal autofrei. Die Grünen wünschen sich ständige autofreie Zonen.

Foto: Wood

Nach Mitte und Altona haben auch Politiker aus dem Nachbarbezirk spezielle Pläne – die aber bereits Bedenken hervorrufen.

Eimsbüttel. Nach den Bezirken Mitte und Altona machen sich nun auch Eimsbütteler Politiker für eine autofreie Zone im Stadtteil stark. Nach Vorstellungen der Grünen-Fraktion sollen mit dem Pilotprojekt Straßenpark Autos aus bestimmten Zonen verschwinden.

„Ich kämpfe für mehr Platz in Ihrer Straße: Zum Spielen, Radeln, Spazieren, Warten auf den Bus, Fahrradabstellen. Deshalb muss es etwas kosten, mit privaten Autos öffentlichen Raum zu reservieren.“ Das steht auf der Internetseite von Fabian Klabunde, für die Grünen im Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung Eimsbüttel.

Weniger Autos, mehr Lebensqualität

Mit ihrem Antrag „Pilotprojekt Straßenpark Eimsbüttel“ möchten die Grünen dem Ziel einer lebenswerteren Stadt mit weniger Autoverkehr ein Stück näher kommen. Die neue Idee: kleinteilige autofreie Zonen zu errichten für mehr Lebensqualität. Solche Straßenparks sind laut Antrag Abschnitte einer Straße, in denen Auto-Parkplätze und parkende Autos die Ausnahme sein sollen. „Vom Charakter ist ein Straßenpark eine stark begrünte Spielstraße mit der Möglichkeit für Lieferverkehr und Anwohner (...) im Schritttempo einzufahren“, heißt es im Antrag. Die Zufahrt könne mit einfahrbaren Pollern reguliert werden. Wichtig ist den Grünen dabei die Beteiligung der Eimsbütteler.

Straßenraum gerechter verteilen

Die Vision: „Wir möchten, dass der Straßenraum gerechter verteilt und sicherer wird“, so Klabunde. Er stellt sich spielende Kinder auf den Straßen vor und Straßen als einen Ort, an dem sich Menschen begegnen und miteinander ins Gespräch kommen. Bezirksamtsleiter Kay Gätgens wird gebeten, geeignete Straßenabschnitte zu prüfen, die für ein solches Pilotprojekt in Frage kommen.

Rüdiger Kuhn, CDU-Fraktionsvorsitzender im Bezirk, hat allerdings Bedenken. Die Grundidee sei zwar nicht schlecht. "Aber ich halte nichts davon, die Menschen zu etwas zu zwingen“, sagt er. Wichtig sei, dass den Menschen nichts übergestülpt und das Thema in einem Ausschuss diskutiert werde.

Rüdiger Rust (SPD): „Parkplätze sind wichtig, der Druck nimmt zu. Niemand darf verdrängt werden. Das muss genau geprüft werden.“

Auch in anderen Bezirken wird über autofreie Zonen nachgedacht. Im Rathausquartier sollen nach den Vorstellungen von SPD und Grünen im Bezirk Mitte acht Straßen im Juni tagsüber autofrei werden. In Ottensen wollen CDU und Grüne Teile des Stadtteils ebenfalls im Herbst versuchsweise für ein halbes Jahr autofrei machen.