Polizei warnt

„Falsche Polizisten“ in Bergedorf – drei Anrufe an einem Tag

Am Montag gaben sich Telefonbetrüger bei zwei 75-Jährigen und einer 55-jährigen Frau aus Kirchwerder als vermeintliche Polizisten aus (Symbolbild).

Am Montag gaben sich Telefonbetrüger bei zwei 75-Jährigen und einer 55-jährigen Frau aus Kirchwerder als vermeintliche Polizisten aus (Symbolbild).

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Vermeintliche Opfer reagieren vorbildlich, stellen Nachfragen und legen sofort auf. Polizei warnt vor Zunahme der Telefonanrufe.

Hamburg. Offenbar versuchen derzeit Telefonbetrüger wieder verstärkt, ans Geld von älteren Mitbürgern zu kommen. Die Polizei berichtete allein am gestrigen Montag von drei Anrufern, die unter die Überschrift „Falsche Polizeibeamte“ fallen. Allerdings bissen die ­Betrüger bei ihren drei gewählten Opfern aus Kirchwerder jeweils schnell auf Granit.

Falsche Polizisten treiben ihr Unwesen in Kirchwerder

Zunächst wurde um 11.45 Uhr eine 55-jährige Frau angerufen. Der angebliche Ermittler berichtete der Frau, dass die Polizei bei einem Einbruch in ihrer Nachbarschaft die Täter geschnappt habe und es Hinweise darauf gebe, dass auch ihr Haushalt demnächst von ungebetenen Gästen aufgesucht werde. Doch die 55-Jährige durchschaute die Masche schnell und fragte nach: „Auf welcher Wache sitzen die Festgenommenen denn?“ Prompt wurde aufgelegt.

Etwas später um 12.23 Uhr klingelte bei einer 75-Jährigen das Telefon. Der mit schwäbischem Akzent sprechende „Oberkommissar“ berichtete von einem Einbruch bei einem Nachbarn und nannte auch dessen Namen – „den Nachbarn kenne ich gar nicht“, sagte die Angerufene und legte auf. Wenige Minuten später versuchten es die Telefonganoven bei einem 75-jährigen Mann, dem ebenfalls Einbrüche geschildert wurden. „Kein Kommentar“, lautete die Ansage des Rentners, der auflegte.

Polizeisprecher lobt gesundes Misstrauen und Nachfragen der Senioren

Polizeisprecher Florian Abbenseth lobt das gesunde Misstrauen und die Art der Nachfragen der Bürger: „Alle Angerufenen haben sich vorbildlich verhalten und schnell aufgelegt.“ Denn grundsätzlich setze die Polizei unter dem Vorwand laufender Ermittlungen niemanden unter Druck oder erfrage persönliche Daten wie Kontonummer oder Inhalte aus Schließfächern.

( jhs )

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