Corona News für den Norden

Kein Zutritt für Getestete? Senat entscheidet über 2G-Regel

| Lesedauer: 21 Minuten
Corona-Forscherin Marylyn Addo (UKE) warnte: "Es kommt jetzt auf jede Impfung an."

Corona-Forscherin Marylyn Addo (UKE) warnte: "Es kommt jetzt auf jede Impfung an."

Foto: Roland Magunia

Der Überblick: Inzidenz in Hamburg sinkt. Was man bei der Drittimpfung bedenken muss. Schule: Ende der Maskenpflicht in Sicht?

Hamburg. Ab diesem Montag gelten in Deutschland teils ausgeweitete „3G“-Regeln: Zutritt zu Restaurants, Friseuren, Kliniken, Schwimmbädern und anderen Innenräumen gibt es bei hohem Infektionsgeschehen nur noch für Personen, die vollständig gegen Corona geimpft sind, Genese oder negativ Getestete – so zum Beispiel in Schleswig-Holstein. In Hamburg wird derweil über das 2G-Optionsmodell diskutiert.

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Ferienzeit bedeutet für manche Menschen impffreie Zeit. Dies macht sich jetzt in den niedersächsischen Arztpraxen bemerkbar. Auch in anderen Bundesländern wie Hamburg, in denen die Sommerferien bereits vorbei sind, ist von einer Trendwende zu wieder mehr Impfungen bisher nichts zu spüren. Alle Infos in unserem Newsblog.

Corona News für Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am 23. August:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 269 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 113.873), 196 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 50), 1888 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert: 233,7 (Stand: Montag)
  • Schleswig-Holstein: 224 neue Corona-Fälle (94.836), 173 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 42). 1788 Todesfälle (+1). Sieben-Tage-Wert: 150,8; Hospitalisierungsinzidenz: 4,36 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 1039 neue Corona-Fälle (373.471), 203 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung in Krankenhäusern, 6329 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 217,4; Hospitalisierungsinzidenz: 7,4 (Stand: Montag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 447 neue Corona-Fälle (72.147), 352 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 78), 1327 (+2) Todesfälle, Sieben-Tage-Wert: 400,9; Hospitalisierungsinzidenz: 10,6 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 119 neue Corona-Fälle (39.504), 71 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 22), 543 Todesfälle (+3). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 214,3; Bremerhaven: 242,2; Hospitalisierungsinzidenz Bremen: 6,53, Bremerhaven: 9,69 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzwerte getrennt nach beiden Städten an).

Inzidenz in Schleswig-Holstein knapp unter 50

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein ist leicht gesunken: Am Montag lag die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche bei 48,1 – nach 48,6 am Sonntag. Das geht aus Daten der Landesmeldestelle hervor (Stand: 18.35 Uhr). Vor genau einer Woche hatte der Wert bei 49,9 gelegen.

Innerhalb eines Tages wurden landesweit 148 Neuinfektionen gemeldet – am Montag zuvor waren es 192. In den Krankenhäusern werden derzeit 75 Covid-19-Patienten behandelt, zwölf mehr als am Sonntag und 25 mehr als vor einer Woche. 21 von ihnen lagen auf der Intensivstation – am vergangenen Montag waren es 17. Zwölf Patienten mussten beatmet werden. Ein neuer Todesfall wurde gemeldet, so dass die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der Pandemie auf 1644 stieg.

Am höchsten ist der Inzidenz-Wert in Dithmarschen, dort wird er mit 95,4 angegeben. In Neumünster liegt er bei 94,8, in der Landeshauptstadt Kiel bei 79,8. Die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz ist im Kreis Ostholstein verzeichnet – 19,4.

Senat in Hamburg entscheidet über 2G-Regel

Hamburgs rot-grüner Senat entscheidet am Dienstag über Corona-Sonderregeln nur für Geimpfte und Genesene. Sollte der Senat die sogenannte 2G-Regelung wie vom Senatssprecher vergangene Woche angekündigt umsetzen, könnten beispielsweise Restaurants oder Konzertveranstalter allein für Geimpfte und Genesene Angebote machen und Ungeimpfte trotz eines negativen Corona-Tests den Zutritt verwehren.

Für Geimpfte und Genesene könnte das bedeuten, dass keine Abstandsregeln gelten, sie keine Masken tragen müssen und sich ihre Plätze wieder frei wählen können. Die Veranstalter wiederum könnten dann wieder mehr Gäste auf einmal zulassen und bewirten - sofern sie die Kontrollen übernehmen.

Bischöfin Fehrs dankt Hamburger Hoffnungsleuten

Hamburgs Bischöfin Kirsten Fehrs will am Freitag, 27. August, ab 18 Uhr in der Hauptkirche St. Jacobi an der Steinstraße Menschen danken, die während der Corona-Pandemie geholfen haben, entscheidende Bereiche des öffentlichen Lebens am Laufen zu halten. Gemeinsam mit Sozialsenatorin Melanie Leonhardt (SPD) werde sie das Engagement dieser Hoffnungsleute würdigen, teilte die Nordkirche am Montag mit.

„Ohne diese Hoffnungsleute kommt eine Gesellschaft nicht aus, denn sie zeigen: Hoffnung wächst, manchmal über uns selbst hinaus“, sagte Fehrs. „Deshalb ist es so wichtig, von ihr zu erzählen, wo wir sie erleben.“ Und auch einmal den Menschen 'Danke' zu sagen, die - oft genug im Verborgenen - trotz widrigster Umstände die Zuversicht nie verloren haben, so die Bischöfin. Damit seien Stadtteilpolizistin, Pförtner, Altenpflegerin, Krankenhausseelsorger, Erzieherin und Arzt ebenso gemeint wie etwa alleinerziehende Mütter, Unternehmer und Mitarbeiterin von Beratungsstellen.

Schule im Norden: Reaktionen auf Expertenrunde

Für die CDU-Fraktion im Kieler Landtag ist ein Ende der Maskenpflicht in den Schulen im Herbst realistisch. „Mit steigender Impfquote und weil Schulen sichere Orte sind, werden wir für die Zeit spätestens nach den Herbstferien einen Plan brauchen, die anlasslosen Antigentests und die Maskenpflicht an Schulen abzuschaffen“, erklärte der Bildungspolitiker Tobias von der Heide am Montag nach einer Expertenanhörung. „Tests machen nur Sinn, so die Experten, wenn man sich auf symptomatische Personen und Infektionsfälle konzentriere. Das müssen wir nun vorbereiten.“

Die Expertenanhörung habe die Corona-Strategie für die Schulen klar bestätigt. „Unsere Maßnahmen in den letzten Monaten waren angemessen und haben gewirkt.“ Von der Heide verwies auch auf die Impfquote bei Lehrkräften mit 98 Prozent bei Erst- und 94 bei Zweitimpfungen.

Der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat stellte eine ganz andere Schlussfolgerung heraus: „Über kurz oder lang werden sich nahezu alle Kinder unter zwölf Jahren mit Covid-19 infizieren“. Das sei auch ihre einzige Möglichkeit, Immunität zu erwerben. Aktuelle Schutzmaßnahmen in Kitas und Schulen dienten dem Zweck, das Ausbruchsgeschehen zu verlangsamen und Älteren die Gelegenheit zu geben, sich impfen zu lassen. „Das ist die wesentliche Botschaft des heutigen Expertengesprächs – und eine Nachricht, die ich als Abgeordneter logisch verstehe, als Vater aber dennoch erst einmal verdauen muss.“

Es sei deutlich geworden, dass nach aktuellem Wissensstand eine Corona-Infektion für Kinder und Jugendliche nicht gefährlicher sei als andere Krankheiten und dass sich früher oder später alle Kinder infizieren werden, da kein Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen ist, sagte die Grüne Ines Strehlau. Es sei eine große kommunikative Herausforderung, dies besorgten Eltern zu erklären.

Intensivmediziner Kluge: Vierte Corona-Welle wird "Welle der Ungeimpften"

Intensivmediziner am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) haben vor eine Zunahme der Zahl an Covid-19-Patienten gewarnt. Die Zahl der Covid-19-Kranken steige leicht, deutschlandweit lägen rund 700 auf Intensivstationen, sagte der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am UKE, Prof. Stefan Kluge, am Montag. „Das macht uns natürlich große Sorge, und wir sehen vor allem auch die große Belastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Gerade die Pflegekräfte seien ausgelaugt. „Wir erleben in Deutschland geradezu eine Flucht aus den Pflegeberufen. Das ist ein Alarmzeichen“, sagte der Intensivmediziner.

Fast alle Intensivpatienten der vierten Welle seien ungeimpft. „Es sind zum Teil sozial Schwache, es sind Menschen mit Migrationshintergrund, es sind aber auch Akademiker dabei.“ Kluge sagte voraus: „Wir werden eine Welle der Ungeimpften erleben in den kommenden Wochen und Monaten.“ Darum sei es so wichtig, dass mobile Impfteams auch die „Impfzauderer und Impfzögerer“ erreichten. Diese Gruppe werde auf 10 bis 20 Prozent der Bundesbürger geschätzt. Kluge forderte die Politik auf, mehr Anstrengungen in dieser Richtung zu unternehmen.

Diese Corona-Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen

  • Biontech/Pfizer: Der erste weltweit zugelassene Impfstoff gegen das Coronavirus wurde maßgeblich in Deutschland entwickelt. Der mRNA-Impfstoff, der unter dem Namen Comirnaty vertrieben wird, entwickelt den vollen Impfschutz nach zwei Dosen und ist für Menschen ab 12 Jahren zugelassen. Laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat er eine Wirksamkeit von 95 Prozent – das heißt, die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken, sinkt bei Geimpften um den genannten Wert.
  • Astrazeneca: Der Vektorimpfstoff des britischen Pharmaunternehmens wird unter dem Namen Vaxzevria vertrieben. Aufgrund von sehr seltenen schweren Nebenwirkungen (in 31 von 2,4 Millionen Fällen traten bei jüngeren Patienten nach einer Impfung mit Vaxzevria Hirnvenen-Thrombosen auf) empfiehlt die Bundesregierung, den Impfstoff nur für Patienten zu verwenden, die älter als 60 Jahre sind. Offiziell zugelassen ist der Impfstoff aber für Menschen ab 18 Jahren. Vaxzevria weist laut BMG nach zwei Impfdosen eine Wirksamkeit von bis zu 80 Prozent auf.
  • Moderna: Der von dem US-Unternehmen entwickelte mRNA-Impfstoff mit dem Vertriebsnamen Spikevax ist für alle ab 12 Jahren zugelassen. Der Moderna-Impfstoff hat laut BMG eine Wirksamkeit von 95 Prozent, wenn der volle Impfschutz nach zwei Impfdosen erreicht worden ist.
  • Johnson&Johnson: Das US-Unternehmen hat einen Vektorimpfstoff entwickelt, der bereits nach einer Impfdosis den vollen Schutz vor dem Coronavirus entwickelt. Er wird derzeit noch unter dem Namen Covid-19 Vaccine Janssen (Ad26.COV2.S) vertrieben. Das Präparat hat laut BMG eine Wirksamkeit von etwa 65 Prozent. Auch für diesen Impfstoff gilt wegen sehr seltener Nebenwirkungen die Empfehlung, ihn für Patienten zu verwenden, die älter als 60 Jahre sind. Zugelassen ist er ebenfalls ab 18 Jahren.
  • Weitere Impfstoffe sind in der Entwicklung: Weltweit befinden sich diverse Vakzine in verschiedenen Phasen der Zulassung. Die EMA prüft weiterhin die Impfstoffe des deutschen Unternehmens CureVac und des US-Konzerns Novavax, den umstrittenen russischen Impfstoff Sputnik V sowie die Impfstoffe der Hersteller Sinovac und Sanofi.

Kinobesuch für Kinder jetzt auch ohne Corona-Test möglich

Kinobetreiber in Hamburg hatten sich in den vergangenen Wochen darüber beklagt, dass Kinder für den Kinobesuch einen negativen Corona-Test vorlegen müssen, dies aber etwa in Hallenschwimmbädern nicht notwendig ist. Das sei eine Ungleichbehandlung und insbesondere im Fall von Schulkindern, die ja in der Schule regelmäßig getestet werden, nicht zu verstehen.

Jetzt hat der Hamburger Senat reagiert und die Eindämmungsverordnung entsprechend geändert. Darin heißt es nun in Bezug auf das „Betreten bestimmter Einrichtungen“ (womit auch Kinos gemeint sind): „Kinder bis zur Vollendung des siebten Lebensjahres sind von der Erbringung eines Testnachweises ebenso befreit wie Schülerinnen und Schüler während der Schulzeiten, die von der systematischen, flächendeckenden Testung in den Schulen in der Zeit des Regelschulbetriebes profitieren.“ Damit setze Hamburg einen weiteren Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz um.

Marylyn Addo: Was man bei der 3. Impfung bedenken muss

Während das Impfzentrum in den Messehallen so langsam schließt (Finaltag ist der 31. August), bereiten sich die Hamburger Arztpraxen und mobilen Teams auf die dritten Impfungen vor. Doch von der renommierten Corona-Forscherin Prof. Marylyn Addo (UKE) kommen warnende Worte. Im Abendblatt-Gespräch sagte Addo, es komme jetzt auf jede einzelne Impfung an. Das solle allen bewusst sein, die noch warten, obwohl sie die Chance auf einen Piks hätten. Die Entstehung neuer Varianten des Coronavirus sei eine Folge des Infektionsgeschehens. Heißt: Je mehr Menschen sich infizieren, desto größer wird die Gefahr für alle, wenn sich immer ansteckendere Varianten herauskristallisieren.

Deshalb sprach sich Addo dafür aus, den Blick „über den Tellerrand hinaus“ zu lenken. „Bevor wir in Deutschland über eine dritte Impfung für 23-Jährige reden, müssen wir beim Impfen im Rest der Welt aufholen.“ Addo sagte, sie spreche sich „dezidiert gegen eine Impfpflicht“ aus. Aber man habe gesehen, dass sich die tückischen Corona-Varianten selbst in abgeschotteten Ländern wie Australien schnell ausgebreitet hätten. Deshalb sei der Impffortschritt weltweit ja so wichtig. Gleichzeitig erinnerte die UKE-Infektiologin daran, dass bei den dritten Impfungen wieder die Priorisierung gelte, die man derzeit aufgrund der gut verfügbaren Impfstoffe quasi vergessen habe. So müsse man die anfangs geimpften Senioren und Pflegebedürftigen zuerst „nachimpfen“.

Die wichtigsten Varianten des Coronavirus im Überblick

Nach Anregung der Weltgesundheitsorganisation WHO werden die Varianten des Coronavirus nicht mehr nach den Staaten benannt, in denen sie zuerst nachgewiesen wurden, sondern nach den Buchstaben des griechischen Alphabets. So soll eine Stigmatisierung beispielsweise von Ländern wie Großbritannien oder Indien verhindert werden, in denen besonders ansteckende Virusmutationen zuerst nachgewiesen wurden.

Derzeit gelten vier Formen des Coronavirus als besorgniserregend ("Variants of Concern"):

  • Alpha: Die im September 2020 zuerst in Großbritannien nachgewiesene Variante B.1.1.7, die das ursprüngliche Coronavirus fast vollständig verdrängt hat.
  • Beta: Eine Form des Coronavirus, die im Mai 2020 in Südafrika entdeckt wurde, wissenschaftliche Bezeichung: B.1.351, B.1.351.2, B.1.351.3
  • Gamma: Die zunächst in Brasilien im November 2020 nachgewiesene Mutation P.1 und ihre Subformen P.1.1 und P.1.2
  • Delta: Die Corona-Variante B.1.617.2 (und ihre Subformen AY.1, AY.2, AY.3), zuerst im Oktober 2020 in Indien gefunden

Außerdem beobachtet die WHO weitere vier Mutationen als bedeutsame "Variants of Interest" :

  • Eta: Wissenschaftliche Bezeichung B.1.525, im Dezember 2020 in diversen Staaten nachgewiesen
  • Iota: B.1.526, im November 2020 in den USA entdeckt
  • Kappa: B.1.617.1, im Oktober 2020 erstmals in Indien nachgewiesen
  • Lambda: C.37, im Dezember 2020 in Peru entdeckt

Kleines Wacken-Festival „Bullhead City“ fällt wegen Corona aus

Die für Mitte September geplante kleinere Ausgabe des Heavy-Metal-Festivals im schleswig-holsteinischen Wacken fällt aus. Das Festival kann nach Angaben der Veranstalter vom Montag aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklungen im Kreis Steinburg nicht stattfinden. „Auch wenn wir wirklich traurig sind, dass wir nun doch im September kein Wiedersehen mit den Metalheads feiern können, betrachten wir diese Entscheidung als die richtige“, sagte Festival-Mitbegründer Thomas Jensen.

„Das Amt Schenefeld als zuständige Ordnungsbehörde bedauert die notwendige Absage des Bullhead City außerordentlich“, sagte Amtsdirektor Andreas Faust. Es stehe aber die Gesundheit von Gästen, Beschäftigten und Bürgern im Vordergrund. Zuletzt hatte die Kieker Landesregierung die Zahl der Corona-Fälle je 100.000 Einwohner im Kreis Steinburg an den vergangenen sieben Tagen mit 64,1 angegeben.

Die Veranstalter hatten für das ursprünglich vom 16. bis 18. September geplante Festival mit 20.000 Besuchern pro Tag geplant. Es wurden Auftritte unter anderem von Blind Guardian, Nightwish, Powerwolf, Doro und Hämatom erwartet. Früheren Angaben zufolge waren bereits mehr als 10.000 Karten verkauft worden. Ticketkäufer sollen ihr Geld nun zurückerhalten.

Zuvor war bereits das traditionelle Heavy-Metal-Festival mit rund 75.000 Fans wie bereits 2020 wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Das nächste große Festival soll jetzt vom 4. bis 6. August 2022 stattfinden – mit Judas Priest, In Extremo und Limp Bizkit.

Inzidenz in Hamburg sinkt weiter – weniger Neuinfektionen

Am Montag hat die Sozialbehörde 182 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind 25 Fälle mehr als am Sonntag, aber 34 weniger als am Montag vor einer Woche (216 Fälle). Damit sinkt der Inzidenzwert erneut auf nun 79,4 (Vortag: 81,2) Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Hansestadt 83.589 Corona-Infektionen registriert. Von ihnen gelten nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 78.700 als genesen. Dem Institut zufolge haben in Hamburg bislang 1.239.545 Menschen zumindest eine Erstimpfung erhalten, 1.111.061 Personen sind vollständig geimpft.

In Hamburger Krankenhäuser werden aktuell 89 Corona-Patienten behandelt. 34 Menschen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch betreut werden müssen. Die Behörde meldete keinen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus. Bislang sind 1638 Menschen gestorben.

Fegebank: Präsenzsemester an der Uni Hamburg – mit 3G-Regel

Rund 100.000 Studierende in Hamburg können sich wieder auf den Weg in die Hörsäle und Seminarräume machen: Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) kündigte am Montag an, das Wintersemester 2021/2022 werde wieder ein „Präsenzsemester als Normalfall“. Zwar könnten große Vorlesungen nach wie vor zum Teil digital stattfinden. Aber das Studentenleben solle in die Universitäten und Hochschulen der Stadt zurückkehren. Fegebank nannte als Voraussetzung die 3G-Regel, also, dass die Studierenden geimpft, genesen oder getestet sind. Sie sprach auch von Kontrollen beim Zugang. Einzelheiten nannte sie nicht.

Bei einem Besuch des UKE sagte Fegebank: „Ich habe hier die Leidenschaft gesehen, das Virus in die Knie zu zwingen.“ Der „Game Changer“ dazu sei das Impfen. Es gehe jetzt auch darum, denen die Freiheiten und Rechte zurückzugeben, „die diesen Weg gegangen sind“. Am Dienstag will der Hamburger Senat über die 2G-Regel sprechen, also Erleichterungen für Menschen, die geimpft oder von einer Corona-Erkrankung genesen sind. Corona-Tests, so Fegebank, dürften künftig nicht mehr kostenlos sein.

Jetzt Corona-Testpflicht für viele Innenräume im Norden

In Schleswig-Holstein dürfen von Montag an nur gegen Corona Geimpfte und von Covid-19 Genesene ohne frischen Negativ-Test Gaststätten und viele andere Innenräume betreten. Dies gibt die neue Verordnung der Landesregierung vor, die jetzt in Kraft tritt. Damit setzt das Land einen Beschluss von Bund und Ländern um, der ab einer Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen greift. Im Norden ist der Wert landesweit überschritten. Die Testpflicht gilt auch in den Kreisen mit Inzidenzen unter 35.

Sie betrifft auch Veranstaltungen und Feste, Friseur- und Kosmetiksalons, Freizeit- und Kultureinrichtungen, Fitnessstudios, Schwimmbäder und Sporthallen. Kinder unter sieben Jahren sind ebenso ausgenommen wie minderjährige Schüler, die regelmäßig getestet werden. Am Freitag beschloss die Regierung noch ergänzend, dass die Testpflicht nicht bei medizinisch oder pflegerisch notwendigen Dienstleistungen greift, zum Beispiel bei Physiotherapie, Augenoptiker- oder Hebammendiensten. In Hotels müssen Gäste bei Anreise einen maximal 48 Stunden alten Test vorlegen und während des Aufenthalts alle 72 Stunden einen weiteren.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Corona-Tests in Hamburg deutlich kürzer gültig

Corona-Tests sind von Montag an in Hamburg deutlich kürzer gültig. Entsprechend der Beschlüsse der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz sind PCR-Tests nun nur noch 48 Stunden und herkömmliche Antigen-Schnelltests 24 Stunden gültig, wie der Senat mitteilte. Bislang konnte ein negativer PCR-Test 72 Stunden und ein Schnelltest 48 Stunden genutzt werden.

Negative Corona-Tests sind für Ungeimpfte verpflichtend, wenn sie bestimmte Einrichtungen betreten oder Dienstleistungen in Anspruch nehmen wollen. Davon befreit sind nur Kinder bis Vollendung des siebten Lebensjahres sowie Schüler während der Schulzeiten, da sie von den systematischen Testungen während des Regelschulbetriebs profitieren.

Nachfrage nach Corona-Impfterminen in Arztpraxen rückläufig

Die Nachfrage nach Corona-Impfterminen in Arztpraxen in Niedersachsen ist seit Anfang August rückläufig. Das teilte die Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) in Hannover mit. Dies liege an der Urlaubszeit der Patienten und Praxen. Ein weiterer Grund für die rückläufige Entwicklung sei die steigende Zahl der bereits vollständig Geimpften.

Allerdings geht die KVN davon aus, dass die Nachfrage nach Corona-Impfungen in den Arztpraxen künftig wieder ansteigen wird, weil die kostenfreien Corona-Tests ab Oktober wegfallen und die Impfzentren bis Ende September schließen. Auch die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für eine Impfung ab zwölf Jahren könne dazu beitragen, dass die Impfungen in Arztpraxen wieder zunehmen. Alle 50 Impfzentren in Niedersachsen sollen nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums zum September schließen. Danach sollen mobile Impfteams im Einsatz sein.

Die AHAL-Regeln gegen Corona: So verringern sie das Ansteckungsrisiko

  • Abstand halten: Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Hygiene: Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund, waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife und achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Im Alltag Maske tragen: Auch wo die (erweiterte) Maskenpflicht nicht gilt, ist es empfehlenswert, sich und andere vor Ansteckung zu schützen. FFP2-Masken oder OP-Masken bieten Schutz vor Ansteckung
  • Lüften: Wenn Sie sich mit anderen Personen in einem Raum aufhalten, lüften Sie regelmäßig, um das Risiko einer erhöhten Viruskonzentration in der Raumluft zu verringen
  • Außerdem: Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Inzidenz in Niedersachsen steigt weiter – acht Regionen über 50

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag lag sie bei 40,7 – am Vortag hatte der Wert 39,5 betragen. Eine Woche zuvor hatte es 25,0 Corona-Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gegeben. Die Gesundheitsämter meldeten zu Montag 176 neue Infektionen. Neue Todesfälle an oder mit Corona gab es in Niedersachsen nicht.

Acht Regionen wiesen eine Inzidenz über der 50er-Grenze auf – in der Region Hannover und im Landkreis Verden lag der Wert mit je 59,8 am höchsten. Es folgten die Stadt Osnabrück (57,5) und der Landkreis Grafschaft Bentheim (56,9). Auch in der Stadt Salzgitter, in den Landkreisen Osnabrück und Celle sowie in der Stadt Wolfsburg lag die Inzidenz höher als 50.

Nach Überschreiten dieser Schwelle drohen in den betroffenen Gebieten weitere Einschränkungen. In der neuen Corona-Verordnung des Landes, die am Mittwoch in Kraft treten soll, will sich Niedersachsen aber von der alleinigen Betrachtung der Inzidenz zur Bewertung des Pandemiegeschehens verabschieden. Andere Parameter wie Krankenhauseinweisungen werden einbezogen. Den RKI-Zahlen zufolge war die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Wittmund mit einem Wert von 12,3 niedersachsenweit am niedrigsten. Im Kreis Rotenburg lag der Wert bei 18,3, im Kreis Lüchow-Dannenberg bei 18,6.

Auch im Land Bremen stieg die Infektionsrate. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Zwei-Städte-Land lag am Montag bei 54,3 nach 52,7 am Vortag. Eine Woche zuvor hatte der Wert 38,3 betragen. Bei 45 Menschen wurden am Montag Neuinfektionen gemeldet.

Nach Daten des Divi-Intensivregisters wurden in Niedersachsen 42 Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern behandelt, 23 von ihnen wurden invasiv beatmet. Die Zahl der freien Intensivbetten lag bei 320, davon hatten 141 eine spezielle Ausstattung zur Behandlung von Corona-Patienten. Divi steht für Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

Alkoholverbot in Scharbeutz – andere Orte wollen nicht nachziehen

Um die Lärm- und Müllprobleme durch nächtliche Feiern in den Griff zu bekommen, gilt im Ostseebad Scharbeutz im Kreis Ostholstein sei dem 1. August ein nächtliches Alkoholverbot. Das Verbot werde allgemein akzeptiert, sagte die Bürgermeisterin der Gemeinde, Bettina Schäfer. Müllmengen am Strand und in Grünanlagen, Vandalismus und Zerstörung seien dadurch auf Null zurückgegangen. Andere Gemeinden wollen dennoch nicht nachziehen.

Man habe keine Probleme mit feiernden jungen Menschen, heißt es beispielsweise aus St. Peter-Ording und aus Neumünster. Die Stadt Lübeck reagiert mit zusätzlichen Müllbehältern und verstärkten Reinigungsintervallen auf entsprechende Anwohnerbeschwerden. Für ein pauschales Alkoholverbot habe die Kommune keine rechtliche Grundlage, sagte eine Sprecherin der Hansestadt Lübeck.

Sieben-Tage-Inzidenz im Norden sinkt kaum

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein hat sich nicht wesentlich geändert. Am Sonntag lag die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche bei 48,6 - nach 49,6 am Samstag. Vor genau einer Woche hatte die Zahl 48,9 betragen. Das geht aus Daten der Landesmeldestelle hervor (Stand: 18.38 Uhr).

Innerhalb eines Tages wurden landesweit 84 Neuinfektionen gemeldet - am Sonntag vergangener Woche waren es 97. In den Krankenhäusern werden derzeit 63 Covid-19-Patienten behandelt. Das sind 23 mehr als vor einer Woche. 16 von ihnen lagen auf der Intensivstation - so wie am vergangenen Sonntag. Zehn Patienten mussten beatmet werden. Es wurde kein neuer Todesfall gemeldet.

Neumünster ist beim Inzidenz-Wert im Land führend - mit einem Wert von 102,2. In Dithmarschen liegt der Wert bei 93,1, in der Landeshauptstadt Kiel bei 73,3. Die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz weist der Kreis Ostholstein auf - mit 21,4.

Lesen Sie hier den Corona-Newsblog für den Norden vom Vortag

( maj/ryb/hot/dpa/epd )

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