Corona News für den Norden

Viele Neuinfektionen, Inzidenz steigt in Hamburg auf über 90

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Restaurant, Kino, Theater nur für Geimpfte und Genesene

Restaurant, Kino, Theater nur noch für Geimpfte und Genesene

Der Hamburger Senat bereitet wegen der Corona-Lage das sogenannte 2G-Modell vor. Danach dürfen quasi nur noch Geimpfte und Corona-Genesene am öffentlichen Leben teilnehmen. Selbst ein PCR-Test soll dann nicht mehr ausreichen.

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Der Überblick: Mehr Patienten in Hamburgs Kliniken. Im Norden kommen strengere Regeln. So sollen Impfungen an Schulen laufen.

Hamburg. Die Corona-Zahlen steigen im ganzen Norden kontinuierlich an: In Schleswig-Holstein lag die Inzidenz am Dienstag bei über 50, Hamburg hat mit einer Inzidenz von 90,7 am Mittwoch nach wie vor den höchsten Wert aller Bundesländer. Die Inzidenz verteilt sich dabei in den einzelnen Bezirken und Stadtteilen der Hansestadt sehr unterschiedlich.

Auch in Hamburgs Kliniken werden deutlich mehr Covid-19-Patienten aufgenommen und intensivmedizinisch behandelt. Laut UKE-Chefarzt sind alle Intensivpatienten ungeimpft.

>>Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert. Hier kommen Sie zu den aktuellen Corona-News für Hamburg und Norddeutschland.<<

Durch die hochansteckende Delta-Variante nimmt die Zahl der neuen Corona-Fälle in Hamburg seit Wochen wieder deutlich zu. Besonders betroffen sind junge Menschen – in der Hansestadt sollen daher bald mobile Impfteams auch an die Schulen gehen. Alle weiteren Informationen in unserem Newsblog.

Die Corona-Nachrichten für Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am 18. August:

Corona-Tote: Hamburg will Gedenkort schaffen

Angehörige und Freunde von Corona-Toten sollen in Hamburg einen zentralen Gedenkort bekommen. Die Hamburgische Bürgerschaft verabschiedete am Mittwoch einen entsprechenden gemeinsamen Antrag von SPD, Grünen, CDU und Linken. Darin ersuchen die Fraktionen den Senat, „zum Gedenken an die Opfer der Pandemie und das dadurch entstandene Leid einen würdigen Ort der Trauer und des Gedenkens in Hamburg zu schaffen“.

In die Konzeption des Gedenkorts sollen Hinterbliebene und Vertreter der Religionsgemeinschaften einbezogen werden. Sie sollen ihre Erwartungen und Wünsche an einen solchen Gedenkort einbringen können. Allein in Hamburg sind seit Beginn der Pandemie mehr als 1600 Menschen an oder im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Die nicht an dem Antrag beteiligte AfD enthielt sich der Stimme.

Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein steigt weiter

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein ist weiter leicht gestiegen. Sie lag am Mittwoch bei 51,2 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, wie aus den Daten der Landesmeldestelle hervorgeht (Stand 19.20 Uhr). Am Dienstag betrug der Wert 50,5, am Mittwoch vergangener Woche 48,5.

Innerhalb eines Tages wurden landesweit 280 Neuinfektionen gemeldet – acht weniger als noch am Dienstag. Dafür wurden in den Krankenhäusern wieder etwas mehr Covid-19-Patienten behandelt. Am Dienstag waren es noch 46, am Mittwoch 50. 16 von ihnen lagen auf der Intensivstation (+1), acht Patienten mussten beatmet werden (–1). Es gab weiterhin keinen neu gemeldeten Corona-Todesfall.

In Flensburg ist der Inzidenz-Wert erneut deutlich gestiegen: Er lag nun bei 123,1 nach 116,5 am Dienstag. In der Landeshauptstadt Kiel fiel die Sieben-Tage-Inzidenz indes auf 88,3, nach 98,1 am Dienstag. An dritter Stelle steht weiter Neumünster (68,6). Die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz wies der Kreis Ostholstein auf – mit 17,5.

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 891 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 115.251), 217 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 67), 1897 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 245,0 (Stand: Donnerstag)
  • Schleswig-Holstein: 700 neue Corona-Fälle (98.840), 189 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 53). 1805 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 151,0; Hospitalisierungsinzidenz: 3,26 (Stand: Donnerstag).
  • Niedersachsen: 3481 neue Corona-Fälle (381.715), 229 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung in Krankenhäusern, 6389 Todesfälle (+16). Sieben-Tage-Wert: 206,8; Hospitalisierungsinzidenz: 7,2 (Stand: Donnerstag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 776 neue Corona-Fälle (74.463), 384 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 93), 1341 (+4) Todesfälle, Sieben-Tage-Wert: 429,1; Hospitalisierungsinzidenz: 8,4 (Stand: Donnerstag).
  • Bremen: 202 neue Corona-Fälle (40.309), 78 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 29), 547 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 227,5; Bremerhaven: 237,8; Hospitalisierungsinzidenz Bremen: 4,77, Bremerhaven: 8,81 (Stand: Donnerstag; Bremen gibt die Inzidenzwerte getrennt nach beiden Städten an).

Impfaktion an katholischer Schule in Hamburg

Nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission für 12- bis 17-Jährige bieten die katholischen Schulen in Hamburg ihren Schülerinnen und Schülern eine Corona-Schutzimpfung an. Ein Arzt impfte am Mittwoch Kinder und Jugendliche an der Sophie-Barat-Schule im Stadtteil Rotherbaum mit dem Impfstoff von Biontech. Die Impfaktion habe bereits am vergangenen Freitag an einer Schule im Stadtteil Billstedt begonnen, sagte ein Sprecher des Erzbistums. Mehr als 60 Kinder- und Jugendliche hätten dabei die erste Impfung erhalten.

„Es ist uns ein dringliches Anliegen, wo immer wir können den Fortschritt des Impfgeschehens zu unterstützen und damit unseren Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie zu leisten“, erklärte der Leiter der Abteilung Schule und Hochschule im Erzbistum, Christopher Haep. Das Erzbistum ist Träger von 20 Schulen in Hamburg.

Unter den impfwilligen Schülerinnen und Schülern der Sophie-Barat-Schule war am Mittwoch die Neuntklässlerin Laura Sophia. Sie reise häufig zu Verwandten nach Brasilien, wo ihre Mutter herkomme, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Eine Tante von ihr habe schon Corona gehabt. Mit der Impfung wolle sie auch ihre Oma schützen. „Das ist sicherer für alle“, sagte die 14-Jährige. Außerdem wolle sie sich das häufige Testen ersparen. Zwei Mitschüler in ihrer Klasse seien bereits geimpft, vier andere wollten sich am Mittwoch ebenfalls eine Spritze geben lassen.

Kinder ab zwölf Jahren und Jugendliche können sich in Hamburg bereits in mehreren Krankenhäusern und Privatpraxen impfen lassen. Auch an den 30 Berufsschulen gibt es Angebote für Schüler. In Kürze sollen alle über Zwölfjährigen an den 59 Stadtteilschulen und 63 Gymnasien der Stadt die Möglichkeit bekommen, sich von mobilen Teams impfen zu lassen.

Deutlich mehr Covid-Patienten in Kliniken

Die Zahl der Patienten in den Kliniken ist deutlich gestiegen: In Hamburger Krankenhäusern werden aktuell 83 Corona-Patienten behandelt, 32 Menschen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch betreut werden müssen . Aber noch sind die Kliniken weit von den Höchstständen zu Jahresbeginn entfernt, als fast 600 Corona-Kranke stationär und mehr als 100 auf Intensivstationen behandelt wurden.

Lesen Sie auch: Hier können Sie sich in Hamburg impfen lassen

Im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) werden derzeit elf Covid-Patienten auf Normalstationen versorgt, weitere zehn auf der Intensivstation. „Das ist wirklich wenig“, sagte der Direktor der Klinik für Intensivmedizin, Prof. Stefan Kluge. Deutschlandweit gebe es zurzeit 574 Intensivpatienten mit Covid-19, das entspricht einem Zehntel des Höchststandes zu Beginn des Jahres.

Die Asklepios-Kliniken - mit sieben Krankenhäusern Hamburgs größter medizinischer Versorger - behandelten am Dienstag 30 Covid-Kranke auf Normal- und 17 auf Intensivstationen. „Das ist noch nichts Dramatisches“, sagte Asklepios-Sprecher Franz Jürgen Schell am Mittwoch. „Von Überlastung kann keine Rede sein.“ Allerdings spiegele die Zahl die Corona-Inzidenz von vor zwei Wochen wider. Zugleich sei zu bedenken, dass die Inzidenz inzwischen mit einer geringeren Krankenhausquote einhergehe.

Neuinfektionen, Inzidenz: Die Corona-Zahlen für Hamburg

Am Mittwoch hat die Sozialbehörde 304 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 97 mehr als am Vortag und 74 mehr als am Mittwoch vor einer Woche. Damit steigt der Inzidenzwert erneut deutlich auf nun 90,7 (Vortag: 86,8) Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Hansestadt 82.587 Corona-Infektionen registriert. Von ihnen gelten nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 77.100 als genesen. Dem Institut zufolge haben in Hamburg bislang 1.227.119 Menschen zumindest eine Erstimpfung erhalten, 1.072.139 Personen sind vollständig geimpft.

Die Zahl der Patienten in den Kliniken ist deutlich gestiegen: In Hamburger Krankenhäusern werden aktuell 83 Corona-Patienten behandelt, 32 Menschen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch betreut werden müssen (Stand 17.8.). Zuletzt waren 66 Patienten stationär in Behandlung, davon 21 auf der Intensivstation (Stand 13.08.).

Die Behörde meldete einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus. Bislang sind 1636 Menschen gestorben.

Corona in Hamburg: So ist die Lage in den Bezirken

Hamburg ist mit 86,8 noch immer trauriger Inzidenz-Spitzenreiter im deutschen Ländervergleich, in der vergangenen Woche wurden 1665 neue Corona-Fälle gemeldet. Die Zahl der Neuinfektionen variiert in den einzelnen Bezirken stark, zwei der sieben Hamburger Bezirke stechen bei der Sieben-Tage-Inzidenz hervor: In Harburg und in Hamburg-Mitte liegt die Zahl bei über 100.

Harburg ist ist momentan mit 139,5 Inzidenz-Spitzenreiter in Hamburg und löst damit Hamburg-Mitte ab, wo die Inzidenz nun bei 128,8 liegt. In den einzelnen Stadtteilen ist der Wert teilweise sogar noch höher: Wie der NDR berichtet, verzeichnet Veddel in der vergangenen Woche mit mehr als 350 die höchste Inzidenz in Hamburg, in Wilhelmsburg liegt die Zahl bereits bei über 200.

Die AHAL-Regeln gegen Corona: So verringern sie das Ansteckungsrisiko

  • Abstand halten: Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Hygiene: Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund, waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife und achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Im Alltag Maske tragen: Auch wo die (erweiterte) Maskenpflicht nicht gilt, ist es empfehlenswert, sich und andere vor Ansteckung zu schützen. FFP2-Masken oder OP-Masken bieten Schutz vor Ansteckung
  • Lüften: Wenn Sie sich mit anderen Personen in einem Raum aufhalten, lüften Sie regelmäßig, um das Risiko einer erhöhten Viruskonzentration in der Raumluft zu verringen
  • Außerdem: Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Die meisten Corona-Fälle in den vergangenen sieben Tagen wurden in Hamburg-Mitte (388) und im bevölkerungsreichsten Bezirk Wandsbek gemeldet (323). Danach folgen Harburg mit 236 Neuinfektionen und Altona (220). In Hamburg-Nord waren es 196 neue Corona-Fälle, in Eimsbüttel 175 - in beiden Bezirken liegt die Inzidenz zurzeit noch bei unter 70. Die wenigsten Neuinfektionen gab es in den vergangenen sieben Tagen in Bergedorf (127).

Corona-Tote: Hamburg schafft zentralen Gedenkort

Angehörige und Freunde von Corona-Toten sollen in Hamburg einen zentralen Gedenkort bekommen. Die Hamburgische Bürgerschaft verabschiedete am Mittwoch einen entsprechenden gemeinsamen Antrag von SPD, Grünen, CDU und Linken. Darin ersuchen die Fraktionen den Senat, „zum Gedenken an die Opfer der Pandemie und das dadurch entstandene Leid einen würdigen Ort der Trauer und des Gedenkens in Hamburg zu schaffen“.

"Dass viele keinen persönlichen Abschied nehmen konnten, schmerzt die Betroffenen besonders", sagte SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf und betonte: "Wir können diesen Verlust, diesen Schmerz nicht rückgängig machen, wir wollen aber einen würdevollen Ort der Trauer und des Gedenkens schaffen, der als Ankerplatz den Hamburgerinnen und Hamburgern dienen kann." Grünen-Fraktionschef Dominik Lorenzen sagte, der Gedenkort "soll durch ein geeignetes Beteiligungsformat gemeinsam mit den Betroffenen entwickelt werden".

"Unsere Gesellschaft, unser gemeinsamer Alltag, wurde durch die zahlreichen Eindämmungsverordnungen auf eine harte Probe gestellt", sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dennis Thering. Mehr als 1600 Tote machten betroffen und die Folgen der Pandemie spürbar. Die Co-Fraktionsvorsitzende der Linken, Sabine Boeddinghaus, betonte: "Hamburg braucht einen Ort für die große und unendliche Trauer der Angehörigen, die ertragen und erleiden mussten, dass ihre Liebsten - oftmals ohne Beistand und Abschiednehmen - gestorben sind." Die nicht an dem Antrag beteiligte AfD enthielt sich der Stimme.

Nur wenige Covid-19-Patienten in Kliniken im Norden

Trotz steigender Inzidenz in Schleswig-Holstein liegen aktuell nur relativ wenig Covid-19-Patienten in den Kliniken des Landes. Insgesamt sind derzeit nach Angaben des Gesundheitsministeriums 50 Corona-Patienten in einem Krankenhaus, 17 davon liegen auf einer Intensivstation, zehn werden beatmet (Stand Montagabend). Zum Vergleich: Um den Jahreswechsel lagen allein auf den Intensivstationen im Land rund 100 Patienten, wie der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein, Patrick Reimund, sagte.

Damals sei die Situation schon angespannter gewesen. „Davon sind wir Stand jetzt relativ weit entfernt.“ Reimund erinnerte daran, dass die Krankenhausbelegung im Vergleich zur Inzidenz ein Spätindiktor sei. Wenn die Zahl der Neuinfektionen steige, müsse damit gerechnet werden, dass auch die Belegung in den Kliniken steigt.

Niedersachsen lässt Stufenplan fallen und setzt auf 3G

Die Änderung der Corona-Verordnung für Niedersachsen ist am Mittwoch (10.15 Uhr) Thema im Sozialausschuss des Landtags. Niedersachsen hatte nach der jüngsten Bund-Länder-Schalte zur Corona-Pandemie angekündigt, sich vom Stufenplan verabschieden zu wollen. Angedacht seien nun Warnstufen, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen. Details dazu sollten im Ausschuss genannt werden. Auch ein neuer Bewertungsmaßstab soll eingeführt werden, der die Sieben-Tage-Inzidenz mit anderen Parametern - etwa der Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern - in Relation setzt.

Die neue Corona-Verordnung soll am 25. Augustin Kraft treten. 3G – also Teilnahme nur für Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete - wird laut Pörksen in der zukünftigen Strategie der Landesregierung eine entscheidende Rolle spielen.

Hamburg geht noch einen Schritt weiter: Der Senat kündigte am Dienstag an, dass es ein 2G-Modell als Option geben werde, bei dem unter anderem in Restaurants und Kinos nur Geimpfte und Genesene Zutritt hätten.

Erste Impfungen an Schulen in Hamburg sollen bald starten

Immer mehr Kinder infizieren sich in Hamburg mit dem Coronavirus. Mit 320 Fällen hatten die 6- bis 14-Jährigen in der vergangenen Kalenderwoche „den größten Anteil an den Neuinfektionen“, teilte der Senat mit.

Doch wie werden die Impfungen an den Schulen konkret ablaufen? Wann geht es los? Müssen die Eltern dabei sein? Nachdem der Senat dazu am Montag zunächst nicht viel mitgeteilt hatte, brachte die Schulbehörde am Dienstag auf Anfrage des Abendblatts ein wenig Licht ins Dunkel. „Schul- und Sozialbehörde sind bereits in der Abstimmung. Die ersten Impfungen sollen zeitnah starten“, hieß es.

Lesen Sie dazu: So sollen die Impfungen an Schulen in Hamburg laufen

Zumindest für den Bezirk Harburg werde bereits „an konkreten Planungen gearbeitet“ – offenbar sollen die Impfungen an den Schulen im Süden der Stadt starten.

Inzidenz in Niedersachsen steigt weiter: 646 neue Fälle

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag der Wert am Mittwoch bei 29,0 - so viele neue Corona-Infektionen pro 100 000 Einwohner wurden in den vergangenen sieben Tagen gemeldet. Am Vortag lag die Inzidenz bei 26,0. Am Mittwoch vor einer Woche wurde ein Wert von 18,8 verzeichnet. Landesweit registrierte das RKI 646 neue Infektionen und vier weitere Todesfälle.

In Bremen ging die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag etwas zurück. Sie lag bei 40,5 nachdem am Vortag ein Wert von 41,4 gemeldet worden war. Am Mittwoch vor einer Woche war eine Inzidenz von 25,8 verzeichnet worden. 41 Neuinfektionen kamen im kleinsten Bundesland hinzu. Weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gab es nicht.

Die niedersachsenweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatte erneut Wolfsburg mit 57,9. Danach folgten der Landkreis Verden (54,0), die Region Hannover (44,9) und die Stadt Osnabrück (40,5). Die niedrigsten Werte meldeten die Landkreise Leer (9,4) und Friesland (12,2).

Nach Daten des Divi-Intensivregisters wurden in Niedersachsen am Mittwoch 29 Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern behandelt, 19 von ihnen wurden invasiv beatmet. Die Zahl der freien Intensivbetten lag bei 329, davon haben 146 eine spezielle Ausstattung zur Behandlung von Corona-Patienten. Divi steht für Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

UKE-Chefarzt: Alle Covid-Intensivpatienten sind ungeimpft

Professor Stefan Kluge, Chef der Intensivmedizin am UKE: „Wir versorgen derzeit zehn Covid-Patientinnen und -Patienten auf der Intensivstation, alle von ihnen sind ungeimpft“, sagte Kluge und betonte: „Das ist ein Alarmsignal, denn fast alle hatten ein Impfangebot bekommen.“

Das Durchschnittsalter liege bei 56 Jahren, die jüngste Patientin sei 30 Jahre und mehrfache Mutter, der älteste Patient 70 Jahre alt. Im Vergleich zur zweiten und dritten Welle sei die Lage zwar noch relativ ruhig, aber die Covid-Intensivstation, die zuletzt nur zum Teil genutzt werden musste, sei jetzt mit zwölf Betten schon wieder „komplett in Betrieb“, so Kluge. Auch auf der Normalstation des UKE sei wieder ein größerer Covid-Bereich reaktiviert worden. Weitere Infos dazu lesen Sie hier

Inzidenz jetzt auch in Schleswig-Holstein über 50

Der Sieben-Tage-Wert in Schleswig-Holstein ist am Dienstag über den ehemaligen Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Verlauf von sieben Tagen gestiegen. Wie das Land am Abend mitteilte, wurden 288 neue Corona-Fälle gemeldet. Das sind 96 mehr als Montag und sechs mehr als am Dienstag vor einer Woche.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Weiterhin haben die Städte Flensburg (116,5), Kiel (98,1) und Neumünster (68,6) die höchsten Ansteckungszahlen. Die niedrigste Inzidenz wird mit 15,0 aus Ostholstein gemeldet.

Derzeit werden 46 Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern des Landes behandelt, 15 von ihnen auf Intensivstationen. Neue Todesfälle wurden nicht bekannt, die Zahl der Corona-Toten seit Pandemiebeginn liegt damit weiter bei 1641.

Strengere Regeln in Schleswig-Holstein ab Montag

Von nächstem Montag an haben in Schleswig-Holstein nur noch gegen das Coronavirus Geimpfte und Genesene auch ohne frischen negativen Test Zugang zu Gaststätten und anderen Innenräumen. Dies geht aus der neuen Verordnung hervor, die am Dienstag von der Landesregierung beschlossen wurde. Demnach besteht landesweit eine Testpflicht im Sinne der 3G-Regel, nach der nur Geimpfte, Genesene oder Getestete viele Innenbereiche betreten dürfen – Hamburg will ein strengeres 2G-Modell als Option anbieten, bei dem für Geimpfte und Genesene weniger Einschränkungen gelten als für lediglich Getestete.

In Schleswig-Holstein gilt die 3G-Regel gilt auch für Veranstaltungen und Feste, Friseur- und Kosmetiksalons, Freizeit- und Kultureinrichtungen außer Bibliotheken, Fitness-Studios, Schwimmbäder und Sporthallen. Antigen-Schnelltests dürfen nicht älter als 24 Stunden sein, PCR-Tests nicht älter als 48 Stunden. Kinder unter sieben Jahren sind von der Testpflicht ebenso ausgenommen wie minderjährige Schüler, die regelmäßig getestet werden. In Hotels müssen Gäste bei Anreise einen maximal 48 Stunden alten Test vorlegen und während des Aufenthalts alle 72 Stunden einen weiteren. Die neue Verordnung gilt bis zum 19. September.

Diese Corona-Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen

  • Biontech/Pfizer: Der erste weltweit zugelassene Impfstoff gegen das Coronavirus wurde maßgeblich in Deutschland entwickelt. Der mRNA-Impfstoff, der unter dem Namen Comirnaty vertrieben wird, entwickelt den vollen Impfschutz nach zwei Dosen und ist für Menschen ab 12 Jahren zugelassen. Laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat er eine Wirksamkeit von 95 Prozent – das heißt, die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken, sinkt bei Geimpften um den genannten Wert.
  • Astrazeneca: Der Vektorimpfstoff des britischen Pharmaunternehmens wird unter dem Namen Vaxzevria vertrieben. Aufgrund von sehr seltenen schweren Nebenwirkungen (in 31 von 2,4 Millionen Fällen traten bei jüngeren Patienten nach einer Impfung mit Vaxzevria Hirnvenen-Thrombosen auf) empfiehlt die Bundesregierung, den Impfstoff nur für Patienten zu verwenden, die älter als 60 Jahre sind. Offiziell zugelassen ist der Impfstoff aber für Menschen ab 18 Jahren. Vaxzevria weist laut BMG nach zwei Impfdosen eine Wirksamkeit von bis zu 80 Prozent auf.
  • Moderna: Der von dem US-Unternehmen entwickelte mRNA-Impfstoff mit dem Vertriebsnamen Spikevax ist für alle ab 12 Jahren zugelassen. Der Moderna-Impfstoff hat laut BMG eine Wirksamkeit von 95 Prozent, wenn der volle Impfschutz nach zwei Impfdosen erreicht worden ist.
  • Johnson&Johnson: Das US-Unternehmen hat einen Vektorimpfstoff entwickelt, der bereits nach einer Impfdosis den vollen Schutz vor dem Coronavirus entwickelt. Er wird derzeit noch unter dem Namen Covid-19 Vaccine Janssen (Ad26.COV2.S) vertrieben. Das Präparat hat laut BMG eine Wirksamkeit von etwa 65 Prozent. Auch für diesen Impfstoff gilt wegen sehr seltener Nebenwirkungen die Empfehlung, ihn für Patienten zu verwenden, die älter als 60 Jahre sind. Zugelassen ist er ebenfalls ab 18 Jahren.
  • Weitere Impfstoffe sind in der Entwicklung: Weltweit befinden sich diverse Vakzine in verschiedenen Phasen der Zulassung. Die EMA prüft weiterhin die Impfstoffe des deutschen Unternehmens CureVac und des US-Konzerns Novavax, den umstrittenen russischen Impfstoff Sputnik V sowie die Impfstoffe der Hersteller Sinovac und Sanofi.

„Es ist wichtig, dass es für alle Bürgerinnen und Bürger ein verlässliches Regelwerk gibt“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Er warb wie Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) für das Impfen. Damit schütze man die eigene Gesundheit und auch die von Menschen, die sich nicht impfen lassen können, sagte Garg.

Die bisherige Regelung zum eingeschränkten Regelbetrieb der Kitas wird gestrichen. Alle Kinder werden wieder dauerhaft in ihrer Kita betreut. Sportveranstaltungen sind innen und außen mit mehr als 5000 Zuschauern unter Auflagen zulässig, wenn die Sportanlage höchstens zur Hälfte ausgelastet ist.

( dpa/dey/hie )

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