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Vier Kreise in Schleswig-Holstein über Notbremse-Grenzwert

| Lesedauer: 39 Minuten
Hamburgs Corona-Alleingang: Tschentscher gegen Söder und RKI

Hamburgs Corona-Alleingang: Tschentscher gegen Söder und RKI

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat am Freitag seine Erklärung zur Einführung der neuen "Bundes-Notbremse" abgegeben. Dabei wies er darauf hin, dass Hamburg sich an mehreren Stellen schärfere Maßnahmen gewünscht hätte.

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Der Tag im Überblick: Mecklenburg wirft alle Urlauber raus. Tschentscher verteidigt Hamburger Sonderweg. FFP2-Pflicht im HVV.

Hamburg. Der Bundesrat hat am Donnerstag trotz Kritik – vor allem aus Mecklenburg-Vorpommern – die Bundes-Notbremse beschlossen. Der Hamburger Senat hat seine Corona-Regeln angepasst. Der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat Hamburgs strengen Kurs am Freitag verteidigt und die neuen Maßnahmen verkündet. Bereits im Vorfeld war klar: Im Zweifel gilt die strengere Auslegung.

Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert: Hier geht es zu den aktuellen Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden.

Während die Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit steigt, gehen die Pandemiezahlen in Hamburg weiterhin zurück. In Schleswig-Holstein stieg die Inzidenz zuletzt zwar leicht, liegt aber weiterhin unter 100 – mit Ausnahmen. So überschreitet unter anderem der Kreis Stormarn mit 106,1 die kritische Marke. Von Sonnabend an gelten hier wieder verschärfte Regeln.

Die Corona-Nachrichten für Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am 23. April:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Schleswig-Holstein: Jetzt vier Kreise über Grenzwert

Nach Stormarn (106,1) und dem Herzogtum Lauenburg (101,5) liegen seit Freitag auch die Kreise Steinburg (106,9) und Pinneberg (106,6) über dem Grenzwert für die Bundesnotbremse von 100 bei der Sieben-Tage-Inzidenz. Landesweit stieg die Inzidenz leicht auf 75,8, insgesamt wurden 336 neue Corona-Fälle registriert.

Für Steinburg und Pinneberg bleibt das Überschreiten des Grenzwerts zunächst ohne Folgen: Das Regelpaket der Notbremse tritt erst in Kraft, wenn die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen bei mehr als 100 liegt.

Die Zahl der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern sank im Vergleich zum Vortag deutlich: Aktuell werden 173 Corona-Fälle in Krankenhäusern im Norden behandelt, 49 von ihnen liegen auf Intensivstationen. Am Vortag waren noch 188 und 56 Fälle gemeldet worden.

Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg um einen Fall auf 1496 seit Pandemie-Beginn.

Polizei Hamburg sprengt Corona-Party in Moorfleet

Eine große Corona-Party haben Polizisten in der Nacht zum Freitag auf einem überwiegend von Schaustellern genutzten Platz am Brennerhof aufgelöst. Beamten war bei einer Streifenfahrt laute Musik aus einem großen Zelt aufgefallen. Als die Partygäste die Polizisten bemerkten, flüchteten sie aus verschiedenen Seitenausgängen. Nur die schon ziemlich betrunkenen Teilnehmer der Feier konnten nicht mehr rechtzeitig flüchten.

Weil die Stimmung gegenüber den Beamten schnell recht aggressiv geworden sein soll, rückten weitere Streifenwagen, darunter die Landesreserve der Bereitschaftspolizei, an. Gegen sieben Partygäste wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen des Verstoßes gegen die Corona-Verordnung eingeleitet. Sie erwartet jetzt ein Bußgeld.

Insgesamt, so hieß es bei der Polizei, hatten die angetroffenen Personen kein Verständnis für das Einschreiten der Beamten gehabt. Sie sagten, dass Corona für sie kein Thema sei. Am Ende gelang es der Polizei dann doch die Feier ohne größere Probleme aufzulösen.

Mecklenburg-Vorpommern wirft Urlauber raus

Und Tschüs: Wer Mecklenburg-Vorpommern als Urlaubsland oder gar als zweite Heimat entdeckt hat, ist derzeit unerwünscht. Die verschärften Corona-Schutzmaßnahmen sehen vor, dass Zweitwohnungsbesitzer, Dauercamper und Pächter (z.B. Kleingärtner, Bootseigner mit Liegeplatz ohne 1. Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern) das Bundesland bis diesen Freitag bzw. in der Nacht zu Sonnabend zu verlassen haben. Es würden keine Ausnahmeregelungen für dieses Einreiseverbot erteilt, heißt es. Bei Nichtabreise droht ein Bußgeld von 150 bis 2000 Euro.

Die Behörden werden dieses und weitere Verbote kontrollieren, kündigte eine Sprecherin des Schweriner Innenministeriums an. „Um die Einhaltung der Corona-Maßnahmen zu gewährleisten, sind die Ordnungs- und Gesundheitsämter originär zuständig. Unterstützt werden diese Behörden regelmäßig durch die Landespolizei u.a. durch stationäre und mobile Kontrollen, um den touristischen Reiseverkehr zu unterbinden. Zudem wird die Einhaltung der Corona-Maßnahmen auch mobil während der Streifentätigkeit überprüft“, sagte die Sprecherin am Freitag dem Abendblatt.

Vorerst bis zum 11. Mai darf nur man nur nach Mecklenburg-Vorpommern einreisen, wer seinen Hauptwohnsitz in dem Bundesland hat oder seine Kernfamilie besucht. Tagestourismus und sonstige touristische Reisen sind untersagt. Nach Angaben des Innenministerium wurden seit dem 16. April insgesamt 1936 Fahrzeuge bzw. 2833 Reisende an der Landesgrenze zu benachbarten Bundesländern kontrolliert. 119 Fahrzeugführern bzw. 191 Reisenden wurde die Einreise in das Land MV aufgrund geltender Bestimmungen verwehrt, sagte die Sprecherin des Innenministeriums dem Abendblatt.

Staatsoper Hamburg möchte Ende Mai öffnen

Die Staatsoper Hamburg möchte gerne Ende Mai ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen - vorausgesetzt, der Inzidenzwert in Hamburg lässt dies zu. „Zum gegenwärtigen Planungsstand geht am 28. Mai der Vorhang mit der Premiere von Georg Friedrich Händels Oper "Agrippina" in der Inszenierung von Barrie Kosky und der Musikalischen Leitung von Riccardo Minasi wieder auf“, teilte die Staatsoper am Freitag mit. Bereits am Tag darauf folge das Hamburg Ballett mit der Uraufführung von John Neumeiers „Beethoven-Projekt II“ unter der Leitung von Kent Nagano.

Im Vorfeld der 46. Hamburger Ballett-Tage möchte das Hamburg Ballett am 9. Juni eine Vorstellung von „Tod in Venedig“ zeigen. Die Wiederaufnahme dieser Produktion war die letzte Vorstellung der Compagnie mit Live-Publikum vor dem langanhaltenden Kultur-Lockdown.

„Nach einer historisch einmaligen Vorstellungsunterbrechung von fast sieben Monaten ist es mir wichtig, unser Publikum mit offenen Armen willkommen zu heißen“, sagte Ballett-Chef John Neumeier. Auch das Philharmonische Staatsorchester Hamburg möchte im Juni wieder vor Publikum spielen.

Alle Veranstaltungen sollen - wie bereits im vergangenen Herbst erprobt - unter Beachtung aller Abstands- und Hygieneregeln durchgeführt werden. Nach heutigem Stand brauchen Besucher auch ein negatives Corona-Testergebnis, um Vorstellungen besuchen zu dürfen.

Hamburg plant digitalen Hafengeburtstag

Bereits Mitte November hatte Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) den vom 7. bis 9. Mai geplanten Hamburger Hafengeburtstag wegen der Corona-Pandemie erneut abgesagt. Ganz ausfallen soll das Spektakel jedoch nicht.

Auf einer eigens dafür eingerichteten Internetseite soll der Hafengeburtstag digital "lebendig" werden, wie die Behörde für Wirtschaft und Innovation mitteilte. Das Kernstück des digitalen Formates sollen die Live-Shows am Sonnabend, den 8. Mai, sowie Sonntag, den 9. Mai, zwischen 19 und 21 Uhr bilden.

Auch beliebte Klassiker wie der Internationale Ökumenische Eröffnungsgottesdienst in der Hauptkirche St. Michaelis, das Schlepperballett, das Feuerwerk, Grußbotschaften von Traditionsseglern und die Ein- und Auslaufparade sollen stattfinden und übertragen werden.

Tierpark Hagenbeck öffnet Außenbereich ab Mittwoch

Der Hamburger Tierpark Hagenbeck wird seinen Außenbereich vom kommenden Mittwoch an wieder für Besucher öffnen. Das sagte eine Sprecherin des Zoos am Freitag. Zuvor hatte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) erklärt, dass Hamburg die sogenannte Corona-Notbremse des Bundes insoweit übernehme, dass die Außenbereiche von Tierparks und botanischen Gärten öffnen dürften.

Dabei gelten die Hygieneregeln sowie an Wochenenden und Feiertagen in der Zeit von 10 bis 18 Uhr eine Maskenpflicht, wie der Senat mitteilte. Tschentscher betonte, dass das Robert Koch-Institut weiterhin auch im Freien das Tragen von Masken empfehle, wenn Mindestabstände von 1,50 Meter nicht eingehalten werden könnten.

Zudem muss vor dem Besuch ein fester Termin gebucht und vor dem Einlass ein negativer Corona-Testnachweis vorgelegt werden. Diese Bedingungen könnten die Öffnung des Botanischen Gartens verzögern, erklärte Staatsrat Jan Pörksen. Die Einrichtung habe weniger Personal zur Überwachung der Bestimmungen.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

MHH-Experten suchen Kinder für Studie zu Covid-19

Zum besseren Verständnis von Coronavirus-Infektionen sucht die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) infizierte Kinder und Jugendliche. Die Experten interessieren sich für aktuell positiv auf Sars-Cov-2 Getestete im Alter von 0 bis 18 Jahren, wie die MHH mitteilte. Bisher gebe es Unklarheiten, wie Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen, zum Beispiel nach einer Transplantation oder mit Immunschwäche, mit der Erkrankung zurechtkommen, hieß es zur Begründung der Studie.

Die Mediziner laden unabhängig von Vorerkrankungen und Schweregrad der Symptome zur Teilnahme ein. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt erhalte das Kind bei der Untersuchung eine besonders umfassende Diagnostik. Dazu zählt eine körperliche Untersuchung, eine Blutentnahme inklusive Antikörpermessung, ein Nasen-Rachenabstrich mit der Bestimmung der Variante des Erregers und eine Beratung zum weiteren Verhalten bei Symptomzunahme.

Laut MHH zeigen bisherige Studien im Vergleich zu Erwachsenen hauptsächlich milde Verläufe. Über Häufigkeit, Verlauf und Spätfolgen einer Infektion bei Kindern und Jugendlichen gebe es bisher aber nur wenige Informationen.

Neues Corona-Testzentrum in der Handelskammer Hamburg

Ein weiteres Corona-Testzentrum nimmt in Hamburg den Betrieb auf: Von heute an können sich alle Bürgerinnen und Bürger in der Handelskammer kostenlos testen lassen. Durch die zentrale Lage in der Innenstadt sei das Testzentrum leicht zu erreichen, teilte die Handelkammer mit.

Der Test kann jedoch nur nach vorheriger Anmeldung über die Internetseite von "Schnelltest Service Hamburg" erfolgen.

Öffnungszeiten:

  • Montag bis Freitag: 7.30 bis 12.30 Uhr
  • Samstags: 8.30 bis 13.30 Uhr

Hamburger freuen sich über Astra-Tage im Impfzentrum

Die “Astra-Tage” im Hamburger Impfzentrum kommen bei den Geimpften der Generation Ü 60 augenscheinlich gut an. In Twitter-Kommentaren schrieben die Hamburgerinnen und Hamburger, die in der Sonderaktion gegen die Priorisierungsregeln mit Astrazeneca gegen das Coronavirus geimpft wurden, Sätze wie: „Ich war gestern auch im Impfzentrum, super organisiert, total freundliche und hilfsbereite Mitarbeiter. Vielen Dank.“ Einer witzelte: „In Hamburch nimmt man Astra, das kenne ich noch von früher. Da waren die Dosen aber größer. Danke an das Impfzentrum HH für das tolle Geschenk.“

Wichtig waren vielen die Organisation, ein schnelles Durchkommen und die Abstandsregeln: „Hatte heute das Glück, endlich geimpft zu werden. Großen Dank an das Impfzentrum Hamburg für die reibungslose, sehr professionelle und nette Abwicklung.“ Ein Kommentar lautete: „Das bestorganisierte, wo ich jemals gewesen bin. Komme gerne in sechs Wo-chen nochmal wieder.“ Ein weiterer schrieb: „Weite Wege, aber top.“

Es gab auch Kritik an den Parkplatzgebühren, die an den Stellplätzen direkt an den Messehallen an den Bahngleisen plötzlich 5 Euro betrugen. Viele fahren auch ins ohnehin gebührenpflichtige Parkhaus an der Lagerstraße. Aber manch Besucher meint sich zu erinnern, dass der Parkplatz direkt am Eingang zuletzt kostenfrei war. Ein Kommentar verknüpfte Pandemie-Gefühl und Impferleichterung: „Ich habe in den letzten 12 Monaten nicht so viele gut gelaunte und freundliche Menschen auf einem Haufen gesehen wie im Impfzentrum Hamburg.“

Wie Solidarität in Corona-Zeiten funktioniert, belegt diese Twitter-Kommunikation. Auf einen Tweet eines offenbar körperlich eingeschränkten Menschen antwortete eine Frau: „Wenn es am Transport zum Impfzentrum liegt und Du in Hamburg wohnst, könnte mein Mann Dich fahren. Oder wie kann man Dich sonst unter-stützen?“
Der Hamburger Onkologe Dr. Michael Schmitz schrieb auf Twitter, der Impf-Fortschritt bei den Krebspatienten sei spürbar. „Heute war der erste Tag, wo jeder aus der Sprechstunde entweder schon geimpft war oder zeitnah einen Impftermin hat. In den Risikogruppen geht es voran!“

Notbremse wirkt in Bremen und Bremerhaven verschieden

Am Sonnabend greift im kleinsten Bundesland die sogenannte Bundes-Notbremse im Kampf gegen Corona - und zwar mit Tagesanbruch. Die Polizei werde kontrollieren, aber am ersten Tag wohl eher verwarnen als anzeigen.

An den übrigen Tagen gelten die aus Berlin vorgegebenen nächtlichen Ausgangsbeschränkungen zwischen 22 Uhr und 5 Uhr morgens. Der Bremer Senat wies darauf hin, dass Jogger oder Spaziergänger noch jeweils bis Mitternacht alleine unterwegs sein dürfen. Ausnahmen gibt es auch für Wege von und zur Arbeit oder für Notfälle.

Die Notbremse wirkt in dem Zwei-Städte-Staat verschieden. Die Schulen der Stadt Bremen gehen kommenden Montag zu Distanzunterricht über, wie die Bildungsverwaltung mitteilte. Bremen liegt über dem Grenzwert von 165 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen, ab dem Schulen geschlossen werden. Am Freitag lag diese Inzidenz in der Stadt Bremen nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 169,7.

Im 60 Kilometer entfernten Bremerhaven betrug der Wert 143,3. „Die Schulen bleiben im Wechselunterricht“, sagte ein Magistratssprecher. Auch ist in Bremerhaven Einkaufen mit Terminvereinbarung und negativem Schnelltest möglich. Die Grenze liegt laut Gesetz bei einer Inzidenz von 150. In der Stadt Bremen ist der Wert zu hoch für Terminshopping.

Corona: Maskenpflicht im HVV verschärft

In Bus und Bahn gilt von Sonnabend an die Verpflichtung zum Tragen einer FFP2-Maske (oder vergleichbarer Standard KN95-Maske). Einfache medizinische Masken sind nach den neuen Vorgaben des Bundes nicht mehr erlaubt, wie der Senat am Freitagmittag mitteilte.

Auch Besuche beim Friseur und der Fußpflege sind nur noch mit FFP2-Maske möglich. Die Dienstleister selbst müssen ebenfalls einen Schutz nach diesem Standard tragen.

Atze Schröder wirbt für Corona-Tests an der Barclaycard Arena

Prominente Unterstützung für das Testzentrum an der Barclaycard Arena: Komiker Atze Schröder besuchte am Freitag die Anlage, ließ sich vor Ort demonstrativ von Ärztin Natasha Schlothauer testen und warb energisch für diese und vergleichbare Einrichtung. Der beliebte TV- und Bühnenstar bot dabei ein wahres Gefühlsspektrum.

Als ihm während der Testung die Tränen in die Augen stiegen, kalauerte er: „Das sind Tränen der Freude. Ein Atze leidet nicht.“ Und weiter: „Als Hobbyvirologe sage ich mal: Im Sommer sind wir mit Corona durch Hoffentlich noch in diesem Jahr.“ Dann wurde er mit Blick auf die Arena schlagartig nachdenklich: „Ich erinnere mich so gerne an meinen letzten Auftritt hier mit dem tollen Publikum. Schon merkwürdig, dass das aktuell alles nicht möglich ist.“

Ungewohnt ernst reagierte Schröder dann auf die jüngste Kampagne prominenter Kollegen, die, unter dem Hashtag #allesdichtmachen die Corona-Politik der Bundesregierung verspotten. „Alles dicht machen? Ich frage mich eher, ob die noch ganz dicht sind“, grollte Schröder. „So ohne den kleinsten eigenen Vorschlag Zynismus verbreiten – das kann ja wohl jeder.“ Anschließend lobte Ärztin Schlothauer ihren prominenten Besucher. „Er hat das sehr gut gemacht, das kann ich als jemand, der Tausende Tests gemacht hat, beurteilen. Atze hat jedenfalls keinerlei Berührungsängste.“

Über seine Wahlheimat befand der Ruhrpott-Komiker der mittlerweile einen Wohnsitz an der Alster hat: „Hamburg ist so schön, dass ich mich immer frage, warum die Stadt für Besuche keinen Eintritt nimmt.“

OVG in Meck-Pomm kippt Ausgangssperre

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Greifswald hat die in der Corona-Landesverordnung verankerte Ausgangssperre für Regionen mit hohen Corona-Inzidenzen gekippt. Es bewertete sie als unverhältnismäßigen und schwerwiegenden Eingriff in die allgemeine Handlungsfreiheit, wie es in einer Mitteilung vom Freitag hieß. Ab Samstag treten allerdings schon Ausgangssperren gemäß dem jüngst geänderten Bundesinfektionsschutzgesetz in Kraft.

Nach dem Urteil sind die in mehreren Regionen des Landes geltenden Ausgangssperren nur für kurze Zeit außer Kraft. Das in dieser Woche beschlossene Bundesinfektionsschutzgesetz tritt ab Samstag 0 Uhr in Kraft. Es sieht solche Beschränkungen für Regionen vor, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz - Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner - zuletzt an drei aufeinander folgenden Tagen die Schwelle von 100 überschritten hat.

Trotz Corona: Abi-Prüfungen sind ohne Probleme angelaufen

Hamburgs Abiturienten sind am Freitag nach Angaben der Schulbehörde trotz Corona-Pandemie ohne größere Probleme in ihre schriftlichen Prüfungen gestartet. Es seien keine Auffälligkeiten bekannt geworden, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Insgesamt wollen 9900 junge Frauen und Männer an den Gymnasien, Stadtteil- und Berufsbildenden Schulen der Stadt bis zum 18. Mai ihre schriftlichen Prüfungen ablegen.

Am Freitag stand das Fach Englisch an. Mathematik und Naturwissenschaften sind in der ersten Maiwoche an der Reihe, den Abschluss bildet mit Russisch wieder eine Fremdsprache. Es ist bereits der zweite Abiturjahrgang in der Corona-Krise. Bei den Prüfungen gelten strenge Hygienepläne. Schnelltests sind Pflicht, Masken dürfen aber während der Prüfung am Tisch abgenommen werden.

Tschentscher: Corona-Lockerungen sind nicht vertretbar

Am Sonnabend tritt die Notbremsen-Regelung in Deutschland in Kraft. "Das ist gut", sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Freitag. Lockerungen wie die Click-and-Meet-Regelung und eine Ausgangsbeschränkung erst ab 22 Uhr werde Hamburg jedoch nicht umsetzen in dieser kritischen Lage. Die Ausgangssperre wird damit sogar verschärft: Joggen und Spazierengehen sind ab 24 Uhr verboten.

Die Regelungen in Hamburg seien vernünftig und wirksam. "Diesen Kurs wollen wir fortführen", so Tschentscher. In Hamburg ginge die Inzidenz stetig zurück. Auch die verpflichtende Testung an Schulen würde fortgesetzt. "Ich bin froh, dass ich aus der Hamburger Schulwelt höre, dass das Testen gut funktioniert", so Tschentscher.

Tierpark Hagenbeck darf wieder öffnen

"Auch die Maskenpflicht im öffentlichen Raum bleibt bestehen", sagte Bürgermeister Tschentscher und berief sich dabei auf die Empfehlungen des RKI. Für den ÖPNV sowie den Fernverkehr gilt die Verpflichtung zum Tragen einer FFP2-Maske (oder vergleichbarer Standard KN95-Maske). Einfache medizinische Masken seien nach den Vorgaben des Bundes nicht mehr erlaubt.

Gerade in Grünanlagen, die bei schönem Wetter hoch frequentiert sind, sei die Maskenpflicht sinnvoll. "Liebe Hamburger und Hamburgerinnen, wie sind auf einem guten Weg – lassen Sie uns diesen weitergehen."Tschentscher erwähnte auch, dass der Tierpark Hagenbeck laut neuer Verordnung wieder öffnen darf. Das beziehe sich auf die Außenbereiche. Auch hier gelte sonnabends, sonntags und an Feiertagen in der Zeit von 10 bis 18 Uhr eine Maskenpflicht. Zudem muss vorher ein fester Termin gebucht und vor dem Einlass ein negativer Corona-Testnachweis vorgelegt werden, so Tschentscher.

Tschentscher will "Jojo-Effekt" bei Corona-Inzidenz vermeiden

Es ist ein Vorsichtsprinzip, das wir nun fortführen, so Tschentscher. "Wir wollen kein Jojo-Effekt und stabil unter die Inzidenz von 100 kommen." Hamburg werde sich dabei weiterhin an seinem eigenen Inzidenz-Wert orientieren, der bisher immer höher lag als der Wert vom RKI. Wir haben seit zehn Tagen einen stetigen Rückgang der Inzidenz, so der Bürgermeister. Dennoch müssen wir vorsichtig sein, um einen Rückfall zu vermeiden. Die neue Verordnung soll vorerst bis zum 21. Mai gelten.

Auch zum Ende der Impfpriorisierung äußerte sich Tschentscher. Am Montag gebe es einen Impfgipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Tschentschers Haltung: Wenn genug Impfstoff vorhanden ist, kann die Priorisierung aufgehoben werden. Derzeit gebe es jedoch zu wenig Astrazeneca-Impfstoff, so Tschentscher.

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Inzidenz in Hamburg sinkt weiter – aber mehr Intensivpatienten

Die Sozialbehörde hat am Freitag 361 neue Corona-Fälle in Hamburg gemeldet – das sind 55 weniger als am Donnerstag, und 59 weniger als am Freitag vor einer Woche. Entsprechend sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz zum neunten Mal in Folge und liegt nun bei 124,9.

In Hamburgs Kliniken werden 298 Covid-19-Patienten behandelt, die Zahl sank im Vergleich zu Donnerstag nur geringfügig (Vortag: 304). Auf den Intensivstationen kann noch keine Entwarnung gegeben werden: Laut Sozialbehörde werden hier derzeit 120 Patienten versorgt (Vortag: 117), 99 von ihnen kommen aus Hamburg. Damit wurde zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage der Höchststand an Intensivpatienten erreicht. Laut dem DIVI-Intensivregister hatte Hamburg kurzzeitig sogar den niedrigsten Anteil an freien Intensivbetten im Vergleich zu den anderen Bundesländern.

Laut Zahlen des RKI gibt es zudem fünf weitere Todesfälle. Damit sind seit Beginn der Pandemie vor rund einem Jahr 1447 Menschen in Hamburg im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung gestorben.

Asklepios-Ärzte warnen vor Verzögerung von Krebsbehandlungen

Ärzte des Tumorzentrums der Hamburger Asklepios-Kliniken haben vor einer Verzögerung von Krebsbehandlungen gewarnt. „Bei allen immer noch notwendigen Maßnahmen gegen die Corona-Infektion dürfen wir nicht die anderen schwer erkrankten Patienten aus dem Blick verlieren“, sagte der Medizinische Vorstand des Tumorzentrums, Prof. Dirk Arnold, laut einer Mitteilung. „Wer aus Angst vor einer Infektion oder um vermeintlich Ressourcen der Kliniken zu schonen eine dringend notwendige stationäre Behandlung vermeidet oder auch nur verzögert, bringt sich in große Gefahr.“

Viele Patienten hätten bereits in der ersten oder zweiten Corona-Welle ihre Therapien hinausgeschoben und ihre eigenen Heilungschancen deutlich verschlechtert. So sei die Zahl der Krebsdiagnosen während der Corona-Pandemie weltweit um 40 Prozent gesunken, wie mehrere Wissenschaftlergruppen festgestellt hätten. Der Asklepios-Konzern ist mit sieben Krankenhäusern der größte medizinische Versorger in Hamburg.

Brosda kritisiert Internetaktion bekannter Schauspieler

Der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda, hat die Internetaktion #allesdichtmachen teils bekannter Schauspielerinnen und Schauspieler kritisiert. Die Aktion zeige, „wie zunehmend fragil die Lage in unserer Gesellschaft ist“, sagte der SPD-Politiker der dpa in Berlin. „Sie zeigt auch, dass wir uns kümmern müssen und die Widersprüche unserer Zeit aussprechen und diskutieren müssen. Aber bitte konstruktiv und nicht bloß sarkastisch“, wandte Brosda ein.

„Das, was sich im Moment falsch anfühlt, ist schließlich bei aller Kritik im Detail im Kern richtig und notwendig“, sagte der Bühnenvereins-Präsident mit Blick auf die Corona-Maßnahmen. „Es ist wichtig, dass wir diese Widersprüche aushalten.“

Brosda wies darauf hin, „dass die Kultur gerade überproportional getroffen ist. Ironie und Sarkasmus aber lösen diese aktuellen Widersprüche in die falsche Richtung auf und drohen zynisch zu wirken. Bei allem Frust, kann Zynismus nicht die richtige Haltung sein.“ Brosda warb für „dialektische Zuversicht“: „Jetzt klar und wirklich konsequent gegen die Ausbreitung des Virus handeln, damit eine klare Perspektive für den Neustart der Kultur entsteht. So muss das gehen.“

Unter dem Motto #allesdichtmachen hatten Dutzende Film- und Fernsehschauspieler mit ironisch-satirischen Clips die Corona-Politik der Bundesregierung kommentiert. Die Aktion, an der Künstler wie Jan-Josef Liefers, Ulrich Tukur, Volker Bruch, Meret Becker, Ulrike Folkerts oder Richy Müller beteiligt sind, hatte für Aufsehen gesorgt. Andere prominente Schauspielkollegen reagierten entsetzt.

Schleswig-Holstein übernimmt dänischen Astrazeneca-Impfstoff

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich für ein möglichst einheitliches Vorgehen der Länder bei der Freigabe der Corona-Impfungen für alle Bevölkerungsgruppen ausgesprochen. Zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Aufhebung der Priorisierung aber nicht geboten, „weil einfach nicht genügend Impfstoff da ist“, sagte Günther am Rande des Besuchs eines Impfzentrums in Husum (Kreis Nordfriesland). Dies werde Thema der Beratungen der Regierungschefs von Bund und Ländern am Montag sein.

Von der Lieferung des Impfstoffs von Astrazeneca aus Dänemark verspricht sich Günther eine Beschleunigung der Impfkampagne im Norden. „Das sind immerhin 55.000 Dosen. Also zwei Prozent der Gesamtbevölkerung, die jetzt zumindest einen Teil der Impfung bekommen kann.“ Dieser Impfstoff werde an die Hausärzte gehen. Günther sprach sich dafür aus, auch Menschen über 60 Jahren mit Astrazeneca zu impfen. Bislang können diesen Impfstoff in Schleswig-Holstein nur Menschen über 70 bekommen.

„Was wir schon fest sagen können ist, dass die Impfgeschwindigkeit in den nächsten Wochen zunehmen wird“, sagte Günther. Laut den Ankündigungen des Bundes könne das Land das Impfangebot im Mai deutlich aufstocken. Die Hausärzte bekämen mehr Impfstoff. Bis zur Sommerpause werde die Hälfte der Bevölkerung mindestens einen Impftermin gehabt haben.

Diese Corona-Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen

  • Biontech/Pfizer: Der erste weltweit zugelassene Impfstoff gegen das Coronavirus wurde maßgeblich in Deutschland entwickelt. Der mRNA-Impfstoff, der unter dem Namen Comirnaty vertrieben wird, entwickelt den vollen Impfschutz nach zwei Dosen und ist für Menschen ab zwölf Jahren zugelassen. Laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat er eine Wirksamkeit von etwa 90 Prozent – das heißt, die Wahrscheinlichkeit, schwer an Covid-19 zu erkranken, sinkt bei Geimpften um den genannten Wert. Ebenfalls von Biontech stammt der erste für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren zugelassene Impfstoff in Deutschland.
  • Astrazeneca: Der Vektorimpfstoff des britischen Pharmaunternehmens wird unter dem Namen Vaxzevria vertrieben. Aufgrund von seltenen schweren Nebenwirkungen empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko), den Impfstoff nur für Patienten zu verwenden, die älter als 60 Jahre sind. Offiziell zugelassen ist der Impfstoff aber für Menschen ab 18 Jahren. Vaxzevria weist laut BMG nach zwei Impfdosen eine Wirksamkeit von bis zu 90 Prozent in Bezug auf schwere Erkrankungen auf.
  • Moderna: Der von dem US-Unternehmen entwickelte mRNA-Impfstoff mit dem Vertriebsnamen Spikevax ist für alle ab 12 Jahren zugelassen, die Stiko empfiehlt aufgrund eines erhöhten Risikos schwerer Nebenwirkungen aber, ihn auf die Altersgruppe der über 30-Jährigen zu beschränken. Der Moderna-Impfstoff hat laut BMG eine Wirksamkeit von bis zu 90 Prozent in Bezug auf schwere Erkrankungen, wenn der volle Impfschutz nach zwei Impfdosen erreicht worden ist.
  • Johnson&Johnson: Das US-Unternehmen hat einen Vektorimpfstoff entwickelt, der bereits nach einer Impfdosis Schutz vor dem Coronavirus entwickelt. Er wird unter dem Namen Covid-19 Vaccine Janssen vertrieben. Das Präparat hat laut BMG eine Wirksamkeit von bis zu 70 Prozent bezogen auf schwere Erkrankungen – zudem ist die Zahl der Impfdurchbrüche im Vergleich zu den anderen Impfstoffen erhöht, daher empfiehlt die Stiko für mit Johnson&Johnson Geimpfte schon nach vier Wochen eine zusätzliche Impfdosis mit Comirnaty oder Spikevax, um den vollständigen Impfschutz zu gewährleisten.
  • Novavax: Das US-Unternehmen hat den Impfstoff Nuvaxovid entwickelt. der mitunter zu den sogenannten Totimpfstoffen gezählt wird. Er enthält das Spike-Protein des Covid-19-Erregers Sars-CoV-2. Dabei handelt es sich aber genau genommen nicht um abgetötete Virusbestandteile, die direkt aus dem Coronavirus gewonnen werden. Das Protein wird stattdessen künstlich hergestellt. Das menschliche Immunsystem bildet nach der Impfung Antikörper gegen das Protein. Der Impfstoff wird vermutlich ab Ende Februar in Deutschland eingesetzt und soll laut BMG in bis zu 90 Prozent der Fälle vor Erkrankung schützen.
  • Weitere Impfstoffe sind in der Entwicklung: Weltweit befinden sich diverse Vakzine in verschiedenen Phasen der Zulassung. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft derzeit das umstrittene russische Präparat Sputnik V sowie die Impfstoffe der Hersteller Sinovac, Sanofi und Valneva. Der deutsche Hersteller CureVac hat seinen Impfstoff vorerst aus dem Zulassungsverfahren zurückgezogen.

Kreis Stormarn zieht Corona-Notbremse

Wegen gestiegener Inzidenzzahlen greift im Kreis Stormarn von Sonnabend an die Corona-Notbremse. Dann gilt dort zwischen 22 und 5 Uhr eine Ausgangsbeschränkung, teilte der Kreis auf seiner Internetseite mit. Die Außengastronomie muss wieder schließen und private Kontakte sind nur noch mit Angehörigen des eigenen Haushalts und einer weiteren Person erlaubt.

Wie es mit Schulen und Kitas weitergehe, werde im Lauf des Tages entschieden, sagte ein Kreissprecher am Freitag. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis nördlich von Hamburg lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts am Freitag bei 103,2. Der Wert gibt die Zahl der gemeldeten Corona-Fälle je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen an.

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Tschentscher findet Corona-Regeln zu lasch

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hält das neu geregelte Infektionsschutzgesetz für nicht konsequent genug. „Das Gesetz hat einen positiven Teil: Es gibt jetzt eine verbindliche Notbremsenregelung für ganz Deutschland, einschließlich der Ausgangsbeschränkung“, sagte Tschentscher den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Freitag. „Der Nachteil ist, dass diese Ausgangsbeschränkung aufgeweicht wurde - sie ist dadurch nur noch grenzwertig sinnvoll und bedingt wirksam.“

Auch das Einkaufen durch Click & Meet halte er nicht für sinnvoll. Das am Donnerstag verabschiedete und am Wochenende in Kraft tretende Gesetz sei im Zuge der Beratung im Bundestag schlechter geworden als der ursprüngliche Entwurf.

250.000 Menschen in niedersächsischen Arztpraxen geimpft

Hoffnung auf schnellere Corona-Impfungen: Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Niedersachsen haben bislang 250.000 Menschen geimpft. Impfstart in den Praxen war am 7. April. Dies sei ein „sehr wichtiger Baustein für den Erfolg der Impfkampagne“, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens.

„Impfen gehört zum Alltagsgeschäft in den Praxen und die Durchimpfung der breiten Bevölkerung ist von großer Bedeutung“, betonte die SPD-Politikerin. Zunächst seien die Mediziner entsprechend der geltenden Priorisierung und im Rahmen limitierter Impfstoffmengen beteiligt.

Behrens und und der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, Mark Barjenbruch, riefen die Bevölkerung dazu auf, sich impfen zu lassen. „Derzeit ist der Impfstoff noch knapp, aber das wird sich in den nächsten Wochen erheblich ändern“, sagte Behrens.

Nur noch wenige Intensivbetten in Hamburg frei

In Hamburg schrumpft der Anteil der noch freien Intensivbetten. Laut den Daten des DIVI-Intensivregisters sind nur noch 9,4 Prozent der Betten frei. 482 der 532 Intensivbetten sind belegt, 115 davon von Covid-19-Patienten. Kurzzeitig hatte Hamburg sogar den niedrigsten Anteil an freien Intensivbetten – nur in Thüringen und Bremen ist der Anteil derzeit geringer. Insbesondere die freien Kapazitäten zur invasiven Beatmung sind besorgniserregend niedrig.

Täglich erfasst das DIVI-Intensivregister die freien und belegten Behandlungskapazitäten in der Intensivmedizin von etwa 1300 Akut-Krankenhäusern in Deutschland.

Corona: Gastronomie fordert mit Lichtaktion Perspektiven

Mit einer Lichtaktion fordert der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband in Hannover Perspektiven für Gastronomie und Hotels in der Corona-Pandemie. Den Auftakt der einwöchigen Aktion machte am Donnerstagabend das seit November 2020 geschlossene Restaurant „Vier Jahreszeiten“ – grünlich beleuchtet, dazu die Schriftzüge „Heute Begegnungen, morgen Stille“. Ziel sei, auf die „historische Krise“ in Gastronomie und Hotellerie hinzuweisen und Perspektiven einzufordern, teilte der Verband mit. Quer durch die Stadt und jeden Abend unter einem anderen Motto sollen weitere Gebäude beleuchtet werden.

Die Zahlen der Hotelauslastung für 2020 hätten „unsere schlimmsten Befürchtungen noch einmal übertroffen“, sagte Kirsten Jordan, die Dehoga-Geschäftsführerin in der Region Hannover. Mit 2,1 Millionen Übernachtungen seien die Zahlen um mehr als 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken - 2019 hätten noch 4,3 Millionen Menschen in Hannover und im Umland übernachtet. „Die Branche liegt in Trümmern“, sagte Cord Kelle, Vorsitzender der Fachgruppe Hotellerie.

Ziel der Aktion ist nach Dehoga-Angaben aber auch, Mut für die Zeit mit und nach der Pandemie zu machen. Die Beleuchtung der Gebäude soll den Angaben zufolge immer gegen 21.30 Uhr beginnen und etwa 45 Minuten dauern.

Sylt stimmt für Teilnahme an Modellregion

Die Gemeinde Sylt wird am Tourismus-Modellprojekt Nordfriesland teilnehmen. Das hatten die stimmberechtigten Mitglieder auf der Gemeindevertretersitzung in Westerland am Donnerstagabend beschlossen. 20 stimmten dafür, sieben dagegen und zwei enthielten sich. Das Modellprojekt war auf der Nordseeinsel in den vergangenen zwei Wochen teils hitzig diskutiert worden.

Sylt hatte beim Land zunächst eine eigene Bewerbung eingereicht, um den regionalen und infrastrukturellen Besonderheiten, wie zum Beispiel der Marschbahnstrecke, gezielt Rechnung zu tragen. Dieser Antrag wurde zurückgenommen. Daher mussten die Verantwortlichen nun entscheiden, ob sie bei der Modellregion auf Grundlage des Kreiskonzeptes dabei sein wollen.

Die Amtsgemeinden der Insel – List, Kampen, Hörnum und Wenningstedt-Braderup – hatten sich bereits vor der Gemeinde Sylt für eine Teilnahme am Modell Nordfrieslands ausgesprochen. Zur Gemeinde Sylt gehören die Orte Westerland, Tinnum, Keitum, Archsum, Morsum, Rantum und Munkmarsch.

Tourismus-Öffnungen: Der Fahrplan für Sylt

In vier Modellregionen in Schleswig-Holstein sollen die Tourismusbetriebe eine schrittweise Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen erproben. Das Modellprojekt auf Sylt startet am 1. Mai und ist zunächst bis zum 31. Mai vorgesehen. Wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilte, übernimmt Sylt für die Öffnungen das Konzept für die Tourismus-Modellregion Nordfriesland.

Wenn das Modellprojekt startet, darf demnach auf Sylt wieder Urlaub gemacht werden - und zwar auch in Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätze und Herbergen. Auch Restaurants dürfen wieder öffnen, sofern sie die Projekt-Anforderungen erfüllen und sich angemeldet haben. Neben der bereits erlaubten Öffnung bestimmter Kultureinrichtungen wie Museen sollen einzelne Freizeitangebote im Freien ermöglicht werden wie Wattwanderungen und Stadtführungen in Kleingruppen.

Gäste müssen sich mindestens alle zwei Tage testen lassen. Die Nutzung von teilnehmenden Restaurants und weiteren Angeboten ist nur mit einem höchstens 24 Stunden alten negativen Testergebnis möglich. Das Einchecken in der Unterkunft setzt ein Negativergebnis voraus, das nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Zudem werden die Kapazitäten der Züge und Sitzplätze auf der Strecke Hamburg – Sylt ab dem 7. Mai deutlich erhöht.

Corona: Baltrum testet und wartet auf Signal aus Hannover

Ab kommender Woche können sich Insulaner auf Baltrum kostenfrei im „KuBa-Testcenter“auf das Coronavirus testen lassen. Auf der kleinsten ostfriesischen Insel läuft es dann wie am Festland: Termine werden online gebucht und das Test-Ergebnis kommt nach 20 Minuten aufs Handy, so der KuBa-Geschäftsführer Willi Hackemack. Er rechne in der Anfangsphase mit etwa 100 Tests pro Woche und könne maximal 1000 Tests im Monat anbieten.

Mit Spannung warten derweil die sieben Inselbürgermeister auf eine konkrete Reaktion über die beantragte Modellregion aus dem Landesministerium. In Hannover verweist man jedoch noch auf die abzuwartenden Bundesentscheidungen und die daraus resultierenden Verordnungen. Die nächsten Schritte würden derzeit in kleinen „inter-insularen“ Arbeitsgruppen vorbereitet.

„Denn auch, wenn das Konzept offiziell nicht zum Einsatz kommen würde, wollen wir alle vorbereitet und für kurzfristige Entwicklungen gerüstet sein“, sagt Baltrums Bürgermeister Harm Olchers (parteilos). Mit Blick auf den Fortschritt der Testangebote auf Baltrum glaubt Olchers an den Vorschlag einer Modellregion – dem Öffnungskonzept MOIN der „Ostfriesische Inseln GmbH“: „Gerade für Baltrum sehe ich einen umsetzbaren Weg, um mit vorsichtigen Schritten zum Insel-Tourismus auf Baltrum zurückkehren zu können.“

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Corona: Minigolf-Urteil könnte Signalwirkung haben

Das Urteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts zur Öffnung von Minigolf-Anlagen könnte Signalwirkung haben. „Niedersachsen ist das einzige Land, das so ein Urteil hat. Wir werden es nutzen, den Deutschen Olympischen Sportbund in Kenntnis zu setzen und um Unterstützung zu bitten, bundesweit zu öffnen“, sagte Achim Braungart Zink, Sprecher des Deutschen Minigolfsport Verbands. Auch die Landesverbände sollten Kontakt zu den Landessportbünden aufnehmen.

Die Corona-Landesverordnungen würden von den Ordnungsämtern bundesweit unterschiedlich ausgelegt, sagte Braungart Zink. In einigen Kommunen gilt Minigolf als Freizeitanlage, in anderen als Sportbetrieb.

Hobbyspieler Winfried Mannel vergnügt sich mit seinem Enkel Jorge - dafür müssen die Eltern den Sechsjährigen nicht in die Kita in Hamburg schicken. „Wir haben zufälligerweise vorbeigeguckt“, erzählt der 82-Jährige, der seinen Enkel über Minigolf an den Golfsport heranführen will.

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Für ausländische Erntehelfer gelten strenge Corona-Regeln

Rund 1000 Erntehelfer sind derzeit in Schleswig-Holstein bei der Spargelernte im Einsatz. Da viele von ihnen aus Corona-Risikogebieten in Osteuropa kommen, gelten für sie wegen der Pandemie besonders strenge Regeln. In den ersten zwei Wochen nach ihrer Einreise dürfen sie nach Angaben des Bauernverbandes nur in festen Gruppen von maximal fünf Personen arbeiten, wohnen und ihre Freizeit verbringen.

Nach der Arbeit müsse sie sofort wieder in ihre Unterkunft, die sie mit einer Kollegin teile, sagte Nicoletta Cogoaru. Sie kommt aus Rumänien und wurde vor ihrer Ankunft auf dem Spargelhof von Andreas Löding im Kreis Herzogtum Lauenburg zweimal auf Corona getestet. Danach sind zwei Tests pro Woche vorgeschrieben.

Die Zahl der ausländischen Erntehelfer im Land bewegt sich nach Angaben des Bauernverbandes Schleswig-Holstein in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. „So weit wir wissen, ist die Zahl der Erntehelfer knapp ausreichend“, sagt die Pressesprecherin des Verbandes, Kirsten Hess. „Wieviel Prozent der Einreiseanträge von der staatlichen Arbeitsschutzbehörde bei der Unfallkasse Nord abgelehnt wurden, wissen wir aber nicht“, sagt Hess.

Die AHAL-Regeln gegen Corona: So verringern sie das Ansteckungsrisiko

  • Abstand halten: Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Hygiene: Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund, waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife und achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Im Alltag Maske tragen: Auch wo die (erweiterte) Maskenpflicht nicht gilt, ist es empfehlenswert, sich und andere vor Ansteckung zu schützen. FFP2-Masken oder OP-Masken bieten Schutz vor Ansteckung
  • Lüften: Wenn Sie sich mit anderen Personen in einem Raum aufhalten, lüften Sie regelmäßig, um das Risiko einer erhöhten Viruskonzentration in der Raumluft zu verringen
  • Außerdem: Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

420 Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist in Schleswig-Holstein wieder leicht gestiegen: Am Donnerstag lag sie bei 73,5 - nach 70,8 am Mittwoch, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums in Kiel hervorgeht. Schleswig-Holstein ist das einzige Bundesland, in dem die Zahl der Infektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche unter 100 liegt. Am Donnerstag vor einer Woche hatte der Wert im Land bei 76,2 gelegen.

Bei der Inzidenz überschritten das Herzogtum Lauenburg mit 106,1 und der Kreis Stormarn mit 103,2 die kritische Marke von 100. Die niedrigsten Zahlen gab es in den Kreisen Flensburg (33,3) und Nordfriesland (39,8).

Für das Land wurden 420 bestätigte Corona-Neuinfektionen seit dem Vortag gemeldet. Eine Woche zuvor waren es 362. In Schleswig-Holstein gibt es den Angaben zufolge bisher 1495 Corona-Tote - also sechs mehr als am Mittwoch. 188 Menschen werden in Kliniken wegen Covid-19 behandelt - 56 von ihnen intensivmedizinisch. 32 wurden beatmet.

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Lockerung in Seniorenheim ab dem Wochenende

Der Hamburger Senat hat seine Corona-Regeln für Altenheime laut einer im Internet veröffentlichten Verordnung gelockert. Nach der publizierten Lesefassung können sich seit Freitag vollständig geimpfte Bewohner von Seniorenpflegeheimen untereinander wieder ohne Maske und Mindestabstand treffen. Sie brauchen sich auch nicht mehr routinemäßig testen zu lassen. Das geimpfte Pflegepersonal muss nur noch einen Schnelltest pro Woche machen. Besucher müssen sich indes weiterhin testen lassen, dürfen aber wie vor der Pandemie täglich kommen.

Abweichend von der Angabe in der veröffentlichten Lesefassung erklärte die Gesundheitsbehörde, die Verordnung gelte erst ab Samstag. „Das Inkrafttreten erfolgt morgen“, teilte Behördensprecher Martin Helfrich mit. Am Freitag gelte noch die amtliche Fassung im Hamburgischen Gesetz- und Verordnungsblatt.

Laut der Internet-Lesefassung bleiben die Ausgangsbeschränkungen unverändert bestehen und weichen damit von der Bundes-Notbremse ab. Anders als im Bundesgesetz müssen auch botanische Gärten und Tierparks geschlossen bleiben.

Lesen Sie hier den Corona-Newsblog für Hamburg und den Norden vom Vortag.

( cjl/esh/ryb/schmoo/zv/josi/dpa/AFP )

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