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Lockern oder verschärfen? Neue Corona-Regeln im Norden

| Lesedauer: 38 Minuten
Osterruhe gekippt - Tschentscher räumt Fehler ein

Osterruhe gekippt - Tschentscher räumt Fehler ein

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) erläutert, warum die überraschend angesetzte deutschlandweite Osterruhe wieder zurückgenommen wird und der Beschluss ein Fehler war.

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Im Überblick: Alkohol-Verbotszonen in Hamburg, unangemeldete Gottesdienste in Schleswig-Holstein. Inzidenz im Norden steigt weiter.

Hamburg. Das Coronavirus breitet sich in Hamburg wieder so schnell wie Anfang des Jahres aus. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Freitag auf den höchsten Wert seit dem 13. Januar. Doch nicht nur die Zahl der Neuinfektionen bereiten Hamburg und dem Norden Sorge. Das RKI beobachtet schnell steigende Fallzahlen bei Kindern und Jugendlichen. Auch in Hamburg sollen die Infektionszahlen seit Anfang Februar deutlich gestiegen sein – bereits elf Hamburger Kitas wurden geschlossen.

Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert. Lesen Sie hier hier die aktuellen Corona-News für Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

Der Senat möchte die dritte Corona-Welle mit verschärften Maßnahmen bremsen. Am Montag soll die neue Corona-Verordnung gelten. Derweil gibt es gute Nachrichten aus dem Impfzentrum an den Messehallen: Hamburg ruft Tausende weitere Menschen erstmals zur Corona-Impfung auf. Begleitpersonen von Impflingen hatten am Mittwochabend besonderes Glück.

Corona-News für Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am 26. März:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Inzidenz: Jetzt zwei Kreise im Norden über 100

Die Corona-Inzidenz steigt auch in Schleswig-Holstein weiter: Am Abend meldete das Land 378 neue Corona-Fälle und damit eine Sieben-Tage-Inzidenz von 65,5 (Vortag: 62,4). Neben der Stadt Flensburg (106,5) liegt jetzt auch der Kreis Segeberg (102,1) wieder über dem Grenzwert von 100. Nur noch sechs der insgesamt 15 Kreise und kreisfreien Städte haben eine Inzidenz von weniger als 50, die Kreise Pinneberg (96,8) und Stormarn (91,7) liegen nur noch knapp unter der Marke von 100.

Die Zahl der Krankenhauspatienten sinkt im Vergleich zum Donnertag: Derzeit werden 188 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern in Schleswig-Holstein behandelt, zehn weniger als am Vortag. 46 von ihnen sind so schwer erkrankt, dass sie auf Intensivstationen versorgt werden müssen (Vortag: 42). Drei weitere Todesfälle lassen die Gesamtzahl der Toten im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung auf 1426 steigen.

Neue Verordnung: Diese Regeln gelten in SH ab Montag

Nicht nur Hamburg, auch Schleswig-Holstein hat seine Corona-Verordnung geändert. Während in der Hansestadt aber nur eine gerichtlich notwendige Anpassung des Alkoholverbots umgesetzt und die Maskenpflicht verschärft wird, können im Nachbarland im Norden ab kommender Woche Strandkorbvermietungen ihren Betrieb wieder aufnehmen, für religiöse Zusammenkünfte mit mehr als zehn Teilnehmern entfällt die bisherige Anzeigepflicht bei der Behörde.

Außerdem werden die Regeln für Alten- und Pflegeheime gelockert: Gemeinschaftsveranstaltungen in Gruppenräumen sind wieder erlaubt, die Begrenzung auf zwei festgelegte Besuchspersonen wird ebenfalls aufgehoben. Wer als Besucher einen "hinreichenden Impfschutz" nachweisen kann, ist darüber hinaus von der allgemeinen Testpflicht ausgenommen.

Weitere Anpassungen der Regeln umfassen den Sport (Gruppenschwimmkurse für Kinder bis 14 Jahre dürfen erlaubt werden), außerschulische Bildungsangebote (Jagdausbildung und -Prüfung sowie studienvorbereitende Ausbildung als Musikschulen werden erlaubt) und die Beherbung (Wer ein Boot überführt oder die Seetüchtigkeit desselben herstellt, darf an Bord übernachten). Die Regeln gelten von Montag (29. März) bis zum 11. April.

Schleswig-Holstein führt Smudos Luca-App flächendeckend ein

Künftig sollen alle Gesundheitsämter in den Kreisen und kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein die Luca-App bei der Verfolgung der Kontakte von Corona-Infizierten nutzen. „Die App kann die Arbeit der Gesundheitsämter erheblich erleichtern“, sagte der Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Landkreistags, Sönke E. Schulz, am Freitag. Die Kosten für das gemeinsame Projekt von Land und Kommunen belaufen sich auf rund eine Million Euro für ein Jahr.

Einige Gesundheitsämter sind bereits an Luca angeschlossen. Das Land übernimmt die Infrastruktur- und SMS-Kosten. „Wir haben mit Luca jetzt ein Instrument in der Hand, mit dem Kontakte systematisch, lückenlos und schnell nachverfolgt werden können“, sagte Staatskanzlei-Chef Dirk Schrödter. Damit ließen sich Infektionsketten entscheidend brechen.

Die Luca-App sorgte in den vergangenen Wochen für Aufsehen, auch weil der Hip-Hop-Sänger Smudo für sie aktiv geworben hat. Seine Band „Die Fantastischen Vier“ ist an der „Luca-Initiative“ rund um die Berliner Entwicklerfirma Nexenio beteiligt.

Oberverwaltungsgericht: Fitnessstudio-Training im Freien bleibt untersagt

Auf die Beschwerden der Stadt Hamburg hat das Hamburger Oberverwaltungsgericht am Freitag mit Beschlüssen zwei vorangegangene Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Hamburg geändert. Damit wurden die zunächst erfolgreichen Eilanträge zweier Fitnessstudio-Betreiberinnen abgelehnt, die ihr Angebot mit Zelten sowie einem Outdoor-Trainingsgelände auf einem Parkplatz trotz der bestehenden Corona-Eindämmungsverordnung fortführen wollten.

Das Angebot der Antragsstellerinnen unterfalle dem Verbotstatbestand der Corona-Verordnung, so das Oberverwaltungsgericht. Außerdem bezog sich das Gericht auf die bewusste Entscheidung der Stadt Hamburg für ein Stufenmodell, um in bestimmten Bereichen wie etwa körpernahen Dienstleistungen zunächst zu testen, ob diese Maßnahmen im Sinne des Infektionsschutzes geeignet seien.

Lesen Sie auch: Fitnessstudio in der HafenCity: Draußen trainieren bleibt verboten

Alkohol-Verbotszonen, "Modellprojekte" und Maskenpflicht im Pkw

Nachdem das Verwaltungsgericht festgestellt hatte, dass das generelle Alkoholkonsum-Verbot im gesamten Hamburger Stadtgebiet nicht rechtens ist, hat der Senat in seiner Neufassung der Corona-Verordnung, die am Montag (29. März) in Kraft treten wird, neben einigen anderen Regeln auch die zum Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit angepasst. Die Stadt listet nun 30 öffentliche Orte auf, an denen montags bis freitags ab 14 Uhr (und bis sechs Uhr des Folgetags) sowie sonnabends und sonntags ganztägig der Konsum von Alkohol untersagt ist.

Neben der Reeperbahn, dem Alma-Wartenberg-Platz und dem Hansaplatz werden auch verschiedene Parkanlagen aufgeführt, unter anderem der Jenisch- und der Schanzenpark und die Grünanlage am Neuen Pferdemarkt. Zusätzlich behält sich die Stadt vor, weitere, befristete Verbote zu verhängen, wenn der Polizei "gemeinschaftlicher Alkoholkonsum im öffentlichen Raum" auffällt.

Zum Download: Die Liste der Stadt mit allen 30 öffentlichen Orten, an denen Alkoholkonsum verboten ist

Sogenannte "Modellprojekte", die zeitlich und räumlich begrenzte Öffnungen möglich machen, sollen auch in Hamburg durchgeführt werden – in welcher Form und in welchem Umfang ist noch nicht bekannt. In der Mitteilung des Senats vom Freitag heißt es nur: "Hierzu werden die Fachbehörden und Bezirksämter in enger Abstimmung mit der Gesundheitsbehörde geeignete Veranstaltungen oder Angebote mit Publikumsverkehr festlegen. Zur Durchführung der Modellprojekte wird sich die Stadt geeigneter Anbieterinnen und Anbieter bedienen, die bestimmte Vorgaben einhalten."

Außerdem gilt künftig eine allgemeine Maskenpflicht in Pkw, sofern Personen aus mehreren Haushalten mitfahren – das Gebot zum Tragen einer medizinischen Maske gilt nicht für den/die Fahrer*in. Auch für Paare und Familien, die nicht in einem Haushalt wohnen, gilt eine Ausnahme. Ebenfalls neu: Unternehmen können unter bestimmten Voraussetzungen Bescheinigungen über die Corona-Testergebnisse ihrer Mitarbeiter ausstellen.

Handelskammer und Senat rufen Wirtschaft zur Osterpause auf

Der Senat und die Handelskammer rufen Hamburger Unternehmen dazu auf, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine fünftägige "Osterpause" zu ermöglichen. Von Gründonnerstag bis nach Ostermontag sollten die Hamburger Arbeitnehmer ihre Kontakte auf ein Minimum reduzieren, teilte die Handelskammer mit. Die Unternehmen sollten dazu auf Maßnahmen wie Homeoffice, Urlaub oder den Abbau von Überstunden zurückgreifen.

„Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase der Corona-Krise“, sagte Norbert Aust, Präses der Handelskammer Hamburg. Die Handelskammer werde daher am 1. April ihr Gebäude schließen und ihre gesamte Belegschaft ins Homeoffice schicken. Die für den 1. April geplante Plenarsitzung der Handelskammer mit dem Ersten Bürgermeister sowie weiteren Senatsvertretern wurde auf den 14. April verschoben.

Auch Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat seinen Appell zu einer freiwilligen verlängerten Osterruhe erneuert. „Wir stehen am Beginn einer starken dritten Welle, die schnell zu einer Überlastung unseres Gesundheitswesens führen kann", so Tschentscher. "Ich bitte alle Hamburger Unternehmen, dies zu unterstützen und eine mehrtägige Osterpause zu ermöglichen."

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Corona: Klimaschützer fordern Aufschub beim Wohnungsbau

Der Hamburger Landschafts- und Klimaschutzverband (HLKV) hat ein Moratorium beim Wohnungsbau gefordert. Die Pandemie habe gezeigt, dass tiefgreifende Umwälzungen der Lebensverhältnisse in der Luft liegen und infolge der Hinwendung zum Homeoffice möglicherweise schon bald große Mengen an Büroraum leer stehen und umgenutzt werden könnten.

„Deshalb sollten die Verantwortlichen den Raubbau an der Natur stoppen und der unumkehrbaren Grünvernichtung durch Wohnungsbau Einhalt gebieten, bis sich die Bedarfslage geklärt hat“, sagte HLKV-Vorstand Niels Hanßen. Hinterhöfe, Schrebergärten und Landschaftsschutzgebiete müssten verschont werden. Zunächst einmal seien die bereits versiegelten innerstädtischen Flächenpotentiale zu erfassen und zu nutzen, sagte er.

Die Entwicklung der inneren Stadt biete große Chancen für mehr Lebensqualität und ein konstruktives Miteinander mit der Umwelt. Hanßen warf Rot-Grün vor, trotz der pandemiebedingt eingeschränkten Bürgerbeteiligung an der bisherigen Siedlungspolitik festzuhalten und Bauprojekte voranzutreiben. Der HLKV regte eine Volksbefragung zur Ausgestaltung der weiteren Hamburger Wohnungsbaupolitik an.

Bischof von Osnabrück für Ostergottesdienste mit Gemeinde

Der katholische Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, spricht sich für Ostergottesdienste in Anwesenheit von Gläubigen aus. „Ich persönlich wünsche mir diese Präsenzgottesdienste“, schrieb der Oberhirte an die Kirchengemeinden in seinem Bistum. Angesichts der ausgereiften und bewährten Hygienekonzepte in den Kirchen lasse das Land an den Feiertagen Präsenzgottesdienste zu, teilte das Bistum mit.

Wo aber die Inzidenzzahlen sehr hoch seien, seien auch rein digital übertragene Gottesdienste möglich. „Solche gut abgewogenen Entscheidungen werde ich nicht anfragen, sondern solidarisch mittragen“, schrieb Bode. Nach Gesprächen mit der Landesregierung hatte sich am Vortag auch der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer für Präsenzgottesdienste stark gemacht.

Corona-Selbsttests an Hamburgs Schulen gestartet

An der ersten Runde von Corona-Schnelltests an Hamburger Schulen haben in der vergangenen Woche 84 Prozent der anwesenden Schülerinnen und Schüler teilgenommen. Von den rund 95.000 Jungen und Mädchen an 370 befragten Schulen hätten 80.000 mitgemacht, teilte die Schulbehörde am Freitag mit. 111 Schnelltests hätten ein positives Ergebnis ergeben.

„Bereits in der ersten Woche sind die Schnelltests an den Schulen gut angelaufen. Die Beteiligungsquote von 84 Prozent ist erfreulich hoch. Dennoch möchten wir diese Beteiligungsquote weiter steigern", sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD). In Zukunft sollen dazu alle Schulbeschäftigten drei Mal in der Woche einen Schnelltest absolvieren, alle Schülerinnen und Schüler, die am Präsenzunterricht teilnehmen, zwei Mal pro Woche.

Rabe appellierte an Schüler und Lehrer, sich testen zu lassen. Dabei setze er auf Einsicht und Vernunft. Der Senator fügte hinzu: „Wir werden aber nicht zögern, die Tests verpflichtend vorzuschreiben, wenn die Beteiligung hinter unseren Erwartungen zurückbleibt.“ Die rechtlichen Möglichkeiten würden bereits geprüft.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Schleswig-Holstein ermöglicht Vereinssport als Modellprojekt

Vereinssport soll vom 19. April an in Modellprojekten trotz Corona-Pandemie in Schleswig-Holstein wieder möglich sein. Kreise, Städte und Gemeinden könnten sich bis zum 7. April mit einen Konzept bewerben, sagte Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU). Auch seien Bewerbungen von im Landessportbund organisierten Vereinen und kommunalen Einrichtungen wie Schwimmstätten möglich.

Neben Beschränkungen der Gruppengrößen auf 24 Personen im Freien und 12 in Hallen seien ein Schutz- und Hygienekonzept sowie eine IT-gestützte Nachverfolgung gefordert. Wer als Sportler teilnehmen möchte, müsse jeweils einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorweisen. Die auf zunächst vier Wochen begrenzten Modellprojekte in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern sollen wissenschaftlich begleitet werden. Damit ein Kreis oder eine Kommune teilnehmen kann, muss die Inzidenz mindestens eine Woche lang unter 100 liegen.

Der Landessportverband (LSV) reagierte positiv auf die Ankündigung. „Wir hoffen, dass sich aus erfolgreich verlaufenden Modellprojekten die lang ersehnten Perspektiven für den in nahezu 2600 Vereinen in Schleswig-Holstein organisierten Sport ergeben werden“, teilte LSV-Präsident Hans-Jakob Tiessen mit. Die Menschen sehnten sich nach sportlicher Betätigung und Austausch. Für viele Menschen sei der Sportverein eine bedeutende soziale Heimat.

Hamburgs neue Corona-Verordnung tritt Montag in Kraft

Die neue Corona-Verordnung des Hamburger Senats soll erst am Montag in Kraft treten. Grund sei, dass es nur um eine Verlängerung der geltenden Maßnahmen gehe, sagte eine Senatssprecherin am Freitag. Ursprünglich sollte die Verordnung, mit der der Lockdown bis zum 18. April verlängert wird, bereits ab Sonnabend gelten. Die Verfügung sollte noch am Freitag veröffentlicht werden.

Sie sieht den Angaben zufolge einige Anpassungen vor. Die Maskenpflicht soll künftig auch im Auto gelten, wenn die Insassen aus verschiedenen Haushalten stammen. Das flächendeckende Alkoholkonsumverbot wird auf genau definierte Orte im Freien beschränkt. Außerdem will der Senat gemäß dem jüngsten Bund-Länder-Beschluss im Veranstaltungsbereich Modellprojekte zulassen.

Corona: Größtes Testzentrum entsteht in Fischauktionshalle

Mit einer Kapazität von über 60.000 Testungen pro Woche eröffnet am 1. April Hamburgs größtes Testzentrum in der Altonaer Fischauktionshalle. Täglich können fortan Interessenten im Pkw (Drive-In) oder in der Halle (Indoor) einen Corona-Test durchführen. Wo sonst Veranstaltungen, Fischmarkt & Co stattfinden, eröffnet nun ein TestOne Testzentrum mit Unterstützung von Jens Stacklies, Betreiber der Fischauktionshalle.

TestOne ist ein Zusammenschluss privatwirtschaftlicher Unternehmen aus der Hygiene Kontor Hamburg GmbH und der Red One Healthcare GmbH. Weitere TestOne Testzentren sind geplant. Auf dem Parkplatz vor der Altonaer Fischauktionshalle wird die Drive-In-Teststation errichtet. Kunden können sich hier mit vorheriger Online-Terminvereinbarung kostenfrei testen lassen. Nachdem sie mit ihrem Pkw in die Teststation gefahren sind, erhalten sie dort einen nasalen Abstrich (vorderer Nasenbereich) und können direkt wieder aus der Station herausfahren. Das Testergebnis erhalten die Kunden per SMS oder E-Mail nach ca. 15 Minuten.

Auch für Kunden ohne Pkw ist eine Testung möglich. In der Fischauktionshalle werden mehrere Teststrecken für Corona-Schnelltests aufgebaut. Hier können sich die Kunden ebenfalls mit vorheriger Online-Buchung von medizinisch geschulten Personal und unter strenger Beachtung von Hygienebestimmungen testen lassen. Auch bei dieser Walk-In Variante erhalten die Kunden nach ca. 15 Minuten das Testergebnis per SMS oder Email.

Geöffnet ist täglich von 8 bis 20 Uhr, eine Terminbuchung (www.test-one.de, ab Montag) ist notwendig.

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Kleinkind mit Covid-19 starb in Hamburger Krankenhaus

Das Gesundheitsamt hat am Freitagmittag neue Informationen zu dem erst vier Jahre alten Kind aus Stormarn, das mit einer Corona-Infektion gestorben ist, veröffentlicht: Demnach ist das Kleinkind in einem Hamburger Krankenhaus gestorben.

Während der gesamten Dauer seiner Infektion sei es jedoch zu keinem Zeitpunkt in einer Kindertagesstätte anwesend gewesen. Aus Gründen des Schutzes der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Familie möchte der Kreis keine weiteren Auskünfte zu diesem Fall erteilen.

Niedersachsen: Änderungen bei Selbsttests in Schulen?

Nach massiver Kritik stellt das niedersächsische Kultusministerium Änderungen bei der Organisation der Selbsttests in den Schulen in Aussicht. Die Testwoche vor den Osterferien habe das Ziel gehabt, Rückmeldungen zu bekommen, um das Verfahren zu optimieren, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag: „Es geht um den besten Weg für alle Beteiligten, damit die Sicherheit weiter erhöht wird.“

Die Bildungsgewerkschaft GEW forderte am Freitag erneut, die Selbsttests zu Hause oder in Testzentren, aber nicht in den Schulen zu machen. Auch mobile Testteams könnten eingesetzt werden. In unzähligen Rückmeldungen aus den Schulen sei vor allem das Infektionsrisiko für die Beschäftigten beim Testen scharf kritisiert worden, sagte GEW-Landeschefin Laura Pooth. Hinzu komme, dass Hilfe und Beaufsichtigung beim Testen sowie die Dokumentation keine pädagogischen Aufgaben seien und erneut Unterrichtszeit kosteten. In einigen Schulen seien auch gar keine Test-Kits angekommen.

Nach Ministeriumsangaben wurden die Tests seit Montag von Grundschülerinnen und Grundschülern zu Hause vorgenommen, bei den Älteren in den Schulen. „Wir haben also beide Varianten ausprobiert. Es gibt für jeden Weg gute Gründe dafür und substanzielle Einwände dagegen“, sagte der Ministeriumssprecher. Auch werde noch geprüft, ob die Testung nach den Osterferien ein Angebot oder verpflichtend werden.

Selbsttestversuch für Kita-Kinder in Osnabrück gestartet

Ein Modellversuch, bei dem Corona-Selbsttests für Kita-Kinder angeboten werden, ist am Freitag in Osnabrück angelaufen. „Der Start war wirklich bombastisch“, sagte die Leiterin einer der beiden für den Versuch ausgewählten Kindertagesstätten, Andrea Bischoff.

Fast alle der insgesamt 60 Kinder in ihrer Einrichtung hatten sich am Freitagmorgen zu Hause getestet. Sind die Tests negativ, können die Kinder die Kita besuchen. Bei einem positiven Test sollen weitere Tests, beispielsweise bei einem Kinderarzt, folgen. „Das Ganze gibt mir und meinen Mitarbeiterinnen ein viel besseres Gefühl, besonders wenn man so nah mit den Kindern zusammenarbeitet“, so Bischoff.

Die Stadt Osnabrück hatte insgesamt 270 Selbsttests zur Verfügung gestellt. „Bisher waren alle negativ“, sagte Stadtsprecherin Silke Brickwedde. Der Versuch laufe auf freiwilliger Basis und werde noch bis Ostern andauern. Anhand der Rückmeldungen der Eltern werde über eine Ausweitung der Tests entschieden. „Dabei müssen wir natürlich prüfen, wie die Marktlage ist“, betonte Brickwedde.

Inzidenz bei Kindern deutlich gestiegen – elf Kitas dicht

Die Infektionszahlen bei Kindern in Hamburg sind nach Angaben der Hamburger Sozialbehörde in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Insgesamt elf Kitas sind coronabedingt derzeit geschlossen, wie Behörden-Sprecherin Anja Segert dem Abendblatt sagte. Diese liegen in den Bezirken Eimsbüttel, Harburg, Altona, Wandsbek und Hamburg-Nord.

Laut einem Bericht des NDR Hamburg Journals haben sich unter anderem die Kinder-Inzidenzen seit Anfang Februar deutlich erhöht. So habe die Inzidenz bei den 0- bis 5-Jährigen am 14. März dieses Jahres schon bei 99 gelegen, während sie Ende Januar noch bei 33 lag. Bei den 5- bis 10-Jährigen, also den Grundschulkindern, lag die Inzidenz zum Schulstart bei 109, Ende Januar noch bei 36.

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Eine besondere Steigerung gibt es danach in Hamburg zudem in der Altersklasse der 15- bis 25-Jährigen. Dort lag die Inzidenz am 31. Januar noch bei 96, während sie am 14. März schon bei 164 lag. Der NDR beruft sich bei den Zahlen auf Statistiken des Robert Koch-Instituts (RKI) sowie des Statistikamts Nord.

Die Sozialbehörde bestätigte auf Abendblatt-Anfrage diese Steigerungen in der Tendenz. In absoluten Fällen waren demnach in der Kalenderwoche 7 (15. bis 21. Februar) 50 Kinder zwischen 0 und fünf Jahren an Corona erkrankt, in der vergangenen Woche waren es schon 118 Fälle. Bei den 6-14-Jährigen stiegen die absoluten Fälle von 71 auf 178.

Die Hintergründe dieser Entwicklung sind noch unklar. Insgesamt gebe es ein "dynamisches Infektionsgeschehen in der Hansestadt, sagte Behördesprecherin Segert. Davon seien generell alle Altersklassen betroffen, mit Ausnahme der älteren Personen, die zu großen Teilen schon geimpft seien. "Die aktuellen Fallzahlen gehen vor allem auf Ausbrüche im privaten Haushalt zurück", so Segert weiter. "Ob die britische Virusvariante hierbei eine Rolle spielt, ist derzeit noch nicht klar."

Das RKI beobachtet dieselbe Entwicklung auch bundesweit. Im Situationsbericht vom 24. März heißt es: "Aktuell scheint sich die Rolle von Kindern und Jugendlichen bei der Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu ändern. Die Melde-Inzidenzen steigen bei Kindern und Jugendlichen in allen Altersgruppen an.

Dies zeigt sich besonders frühzeitig in der Altersgruppe 0–5 Jahre und betrifft auch die Daten zu Ausbrüchen in Kitas, die sehr rasch ansteigen und über den Werten von Ende letzten Jahres liegen." Eine ähnliche Entwicklung deute sich mit zeitlicher Verzögerung aufgrund der erst kürzlich erfolgten Öffnung auch für die Schulen an. "Bei dieser Entwicklung spielt die Ausbreitung der leichter übertragbaren, besorgniserregenden Varianten nach den uns vorliegenden Hinweisen eine Rolle."

Keine Schulschließungen in Hamburg

Während elf Kitas wegen Corona-Infektionen schließen mussten, sind die Schulen bislang von dieser Entwicklung nicht betroffen, wie der Sprecher der Schulbehörde, Peter Albrecht, sagte. Allerdings werde derzeit ohnehin nur in Grundschulen und in Abschlussklassen in einem Wechselmodell unterrichtet, so Albrecht. "Alle anderen Schülerinnen und Schüler sind im Distanzunterricht." Insofern bestehe auch kein Anlass, an der ohnehin sehr vorsichtigen Schulöffnungsstrategie etwas zu ändern.

Corona: Gregory Porter verschiebt Auftritt bei SHMF

Das für den 16. Juli in Neumünster geplante Konzert des Sängers Gregory Porter beim Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) ist auf 2022 verschoben. Porter habe sich entschieden, seine geplante internationale Tournee wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr zu verschieben, teilte das SHMF mit.

Das Konzert soll nach Angaben des Festivals am 27. Juli 2022 stattfinden. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit. Er sei sehr froh, dass Porter seine Tournee aufgrund der internationalen Pandemie-Lage nicht vollständig abgesagt habe, sondern lediglich verschiebe, sagte Festivalintendant Christian Kuhnt. Porter war 2015 erstmals beim SHMF aufgetreten.

Debatte um Corona-Lockerungen für Geimpfte im Norden

Lockerungen von Corona-Beschränkungen für bereits geimpfte und testwillige Menschen hat der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion in Niedersachsen, Jens Nacke, gefordert. „Wer bereit ist sich impfen zu lassen, wer bereit ist sich testen zu lassen, wer bereit ist bei der Nachverfolgung zu helfen und wer den Infektionsschutz ernst nimmt, die- oder derjenige sollte auch das Recht haben, schneller wieder alle Freiheiten nutzen können, als diejenigen, die sich diesen Maßnahmen verweigern“, sagte Nacke im Landtag in Hannover.

Zugleich warb er dafür, trotz aller politischer Debatte den Grundkonsens nicht zu verlieren, dass dem Schutz der Bevölkerung die höchste Priorität beigemessen wird. „Die Menschen können nur Vertrauen in die politischen Entscheidungen haben, wenn sie sicher sein können, dass niemand in der Politik diesen Grundkonsens aufgegeben hat.“

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Landkreis Harburg zieht Corona-Notbremse

Wegen einer anhaltend hohen Infektionsrate treten im Landkreis Harburg ab kommender Woche wieder schärfere Corona-Regeln in Kraft. Ein Großteil der bislang geltenden Lockerungen werden von Montag an zurückgenommen, wie der Landkreis mitteilte. Unter anderem müssen Museen wieder schließen, das sogenannte Terminshopping wird ausgesetzt und Schülerinnen und Schüler kehren bis auf wenige Ausnahmen in den Distanzunterricht zurück.

Der Kreis zieht damit die in der niedersächsischen Corona-Verordnung von Anfang März vorgesehene Notbremse. Demnach sollen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz an drei Tagen über 100 bestimmte Lockerungen zurückgenommen werden. Am Freitag betrug die Inzidenz im Kreis Harburg 110,8 Infektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Das Infektionsgeschehen sei „diffus“ und nicht auf einzelne, größere Hotspots zurückzuführen.

Die AHAL-Regeln gegen Corona: So verringern sie das Ansteckungsrisiko

  • Abstand halten: Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Hygiene: Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund, waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife und achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Im Alltag Maske tragen: Auch wo die (erweiterte) Maskenpflicht nicht gilt, ist es empfehlenswert, sich und andere vor Ansteckung zu schützen. FFP2-Masken oder OP-Masken bieten Schutz vor Ansteckung
  • Lüften: Wenn Sie sich mit anderen Personen in einem Raum aufhalten, lüften Sie regelmäßig, um das Risiko einer erhöhten Viruskonzentration in der Raumluft zu verringen
  • Außerdem: Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Corona in Hamburg: Wieder mehr als 500 Neuinfektionen

Keine Entspannung in Sicht: Die Sozialbehörde meldet am Freitag 543 neue Corona-Infektionen in Hamburg (Donnerstag: 549).

Am Freitag vor einer Woche wurden in Hamburg mit 336 Neuinfektionen noch deutlich weniger Fälle gemeldet. Damit steigt der Inzidenzwert wie bereits am Vortag sprunghaft von 128,6 am Vortag auf nun 136,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen an. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Hansestadt nunmehr 59.251 Corona-Infektionen registriert. Von ihnen gelten nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 52.100 als genesen.

Die Zahl der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern liegt bei 252. (Stand: 25. März). 86 Menschen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden müssen (Stand: 25. März), 76 von ihnen kommen aus Hamburg.

Nach Angaben des RKI liegt die Zahl der Todesfälle in Hamburg bei 1369 – es sind fünf weitere Menschen in Hamburg mit oder an einer Covid-19-Erkrankungen gestorben (Stand: 25. März).

Mehr als 2200 Neuinfektionen in Niedersachsen

Die dritte Corona-Welle rollt: Am Freitag meldete das niedersächsisches Landesgesundheitsamt 2213 neue Infektionen im Vergleich zum Vortag. Die Sieben-Tage-Inzidenz des Landes stieg auf 111,2 - so viele Menschen steckten sich innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner an. Mittlerweile haben fast die Hälfte der 37 Landkreise und 8 kreisfreien Städte einen Wert über 100: Hält dies in der jeweiligen Region an, müssen laut der noch bis Sonntag geltenden Corona-Verordnung Lockerungen zurückgenommen werden.

Zwölf Menschen starben innerhalb eines Tages mit oder an Covid-19 - damit stieg die Zahl der Corona-Toten in Niedersachsen auf 4799. In niedersächsischen Kliniken werden derzeit 956 mit dem Coronavirus infizierte Patienten behandelt, davon liegen 240 Erwachsene auf Intensivstationen, 156 von ihnen werden beatmet.

Corona-Verfahren belasten Verwaltungsgerichte im Norden

Verfahren gegen Corona-Regeln haben die Verwaltungsgerichte in Schleswig-Holstein nicht nur wegen ihrer Eilbedürftigkeit spürbar belastet. Um der besonderen Situation gerecht zu werden, hätten teilweise Richter von anderen Senaten beziehungsweise Kammern die besonders betroffenen Senate und Kammern unterstützt, sagte die Präsidentin des Oberverwaltungsgerichts (OVG), Maren Thomsen, in Schleswig bei der Vorstellung des Jahresgeschäftsberichtes von OVG und Verwaltungsgericht (VG).

Entscheidungen seien spät nachts und auch an Wochenenden gefallen, wie Thomsen und VG-Präsident Achim Theis berichteten. Am OVG wurden im vergangenen Jahr 159 Verfahren mit Corona-Bezug verhandelt, am VG 189. Zahlenmäßig ragen diese Verfahren in der Gesamtbilanz der beiden Gerichte nicht heraus. Doch die Richterinnen und Richter der hauptsächlich betroffenen 1. VG-Kammer und des 3. OVG-Senats sahen sich mit Fragen konfrontiert, mit deren Beantwortung sie Neuland betreten hätten, hieß es.

So habe das Infektionsschutzgesetz in der juristischen Praxis bis zum Ausbruch der Pandemie eher ein Schattendasein geführt, heißt es im Geschäftsbericht. Die darin enthaltenen Rechtsgrundlagen seien für zeitlich begrenzte oder regionale Einzelmaßnahmen geeignet gewesen, „nicht aber für eine Einschränkung des gesamten gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und individuellen Lebens“.

Schleswig-Holstein plant Modellprojekte in der Kultur

Schleswig-Holstein will in der Kultur ab 19. April Modellprojekte starten, um dem Bereich unter Pandemiebedingungen zu helfen. Dies kündigte Kulturministerin Karin Prien (CDU) im Landtag an.

Die Regierung plane solche Projekte gerade mit den Kommunen. Damit soll Kultur unter strikten Hygienevoraussetzungen in einzelnen Regionen wieder öffnen können. Die Kultur brauche nicht nur finanzielle Hilfe, sie müsse auch gesehen werden, sagte Prien. Die Pandemie habe die Kulturszene extrem belastet.

Weit weniger Corona-Ausbrüche in Pflegeheimen

In Niedersachsen ist die Impfkampagne in den Alten- und Pflegeheimen fast abgeschlossen - als Folge gibt es weit weniger Corona-Fälle in den Einrichtungen. Während im Januar noch 336 Heime mindestens eine Covid-19-Erkrankung verzeichneten, waren es vergangene Woche nur noch 86. „Ein erster wichtiger Meilenstein beim Schutz der Gruppe hochverletzlicher Personen ist erreicht“, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD). Die Zahl der an oder mit Sars-Cov-2 gestorbenen Heimbewohner sank von 370 im Januar auf 291 im Februar und bisher 65 im März.

Behrens rief die Betreiber auf, die Besuchsregeln anzupassen: „Der Kontakt mit der Familie ist für die Älteren wichtig. Ich halte es daher für möglich, zukünftig wieder mehr Besuch zuzulassen“, sagte die Ministerin. Das örtliche Gesundheitsamt sollte dabei eingebunden werden. Auch Gruppenangebote könnten möglich sein.

Corona: Grüne im Norden appellieren an Regierung

Grünen-Fraktionschefin Julia Willie Hamburg hat der niedersächsischen Landesregierung Verantwortungslosigkeit in der Corona-Krise vorgeworfen. Staatstragende Appelle und die Hoffnung, dass es besser wird, senkten die Infektionszahlen nicht, sagte Hamburg am Freitag im Landtag in Hannover.

„Wo ist Ihr mehr an Infektionsschutz?“, rief Hamburg Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zu. „Sie müssen die Notbremse ziehen.“ Stattdessen bediene Weil leere Versprechungen und kündige Modellversuche zur Öffnung des Handels in Hochinzidenzregionen an. „Sie fordern Öffnungsperspektiven, aber warum nicht erst mit einer Testoffensive die Zahlen senken?“

„Sie planen Öffnungen in Modellkommunen und haben keinen Plan B, wenn die Zahlen hochknallen“, sagte Hamburg. Die geplanten Modellversuche mit Öffnungsschritten gekoppelt an Schnelltests würden zu absurden Zuständen führen. „Warum können Kinder in Hochinzidenzkommunen künftig in Shoppingmalls einkaufen gehen, aber nicht in die Schule?“

Hockey-Olympiasieger eröffnet weitere Corona-Testzentren

Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste eröffnet in dieser und der kommenden Woche zwölf weitere Corona-Schnelltestzentren in Hamburg, in denen Bürger sich kostenlos auf das Virus untersuchen lassen können. Mit dann 25 Schnelltestzentren wird der 36 Jahre alte Hamburger zu einem der Top-Anbieter in seiner Heimatstadt. „Das Testen ist ein maßgeblicher Teil der Strategie im Kampf gegen Corona. Die Infrastruktur muss auf- und ausgebaut werden“, sagte Fürste der Deutschen Presse-Agentur.

Als Geschäftsführer der Sportevent-Agentur „Upsolut Sports“ musste er erkennen, dass sein Kerngeschäft 2020 wegen Corona nahezu zum Erliegen kam. Damals habe man sich an jeden Strohhalm geklammert und gehofft, dass im Sommer Veranstaltungen möglich seien. Als rasch klar wurde, dass daraus nichts wird, sattelte er um und gründete mit Co-Gesellschafter Christian Toetzke den Schnelltest Service Hamburg den Schnelltest Service Hamburg. „Wir merkten, dass das langfristig für viele Bereiche die einzige Möglichkeit sein wird, wieder den Betrieb aufzunehmen“, sagte Fürste.

Uniklinik baut Corona-Intensivstation aus Containern

Eines der größten Krankenhäuser Niedersachsens baut seine Corona-Station im Eilverfahren aus: Am Universitätsklinikum Göttingen entstehen 41 zusätzliche Intensivbetten für Covid-Patienten, wie die Klinik mitteilte. Die neue Intensivstation entsteht in Containern, die von speziellen Schwerlasttransportern angeliefert werden.

Viel zu tun ist nach der Anlieferung nicht mehr: Die Module sind nach Klinikangaben bereits zu 80 Prozent fertiggestellt - inklusive Dämmung, Fenstern, technischen Vor-Installationen und Bodenbelägen. Ziel sei es, Mitte April mit dem Aufbau fertig zu sein. Die Baukosten von 26,6 Millionen Euro teilen sich das Land Niedersachsen und der Bund.

Trotz Corona: Wo ein Tagesausflug an die Küste möglich ist

Viele Menschen sind angesichts der sich oft ändernden Corona-Verordnungen verunsichert: Touristische Übernachtungen bleiben zu Ostern verboten, doch was ist mit einem Tagesausflug? Trotz des anhaltenden Lockdowns möchte Niedersachsen keinen Tagestourismus verbieten. Am Ende entscheiden die Kreise.

  • Cuxhaven: Über die Feiertage plant der Landkreis Cuxhaven, den Tagestourismus zu untersagen. „Wir wollen unsere Mitmenschen schützen“, sagte der Sprecher der Stadt Cuxhaven, Marcel Kolbenstetter. Zuletzt sei der Zulauf am Strand an den Wochenenden mit gutem Wetter sehr stark gewesen.
  • Juist: Tagestourismus ist auf der ostfriesischen Insel wegen des Tidenfahrplans der Fähre nur selten möglich – und zu Ostern passen die Zeiten nicht. „Ostern hat sich für uns erledigt“, sagte ein Mitarbeiter der Gemeinde. Zweitwohnungsbesitzer und ihre Familien können für ein paar Tage kommen. Sie dürfen aber nicht an Bekannte vermieten.
  • Landkreis Wittmund: Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn geht davon aus, dass Tagesausflüge auf die ostfriesische Insel möglich sein werden. Allerdings werden nicht viele Gäste kommen können: „Es gilt immer noch der Corona-Fahrplan mit relativ wenigen Fähren und beschränkten Passagierzahlen.“ Dasselbe gilt für Spiekeroog. Jedoch bietet sich dorthin ein Tagesausflug höchstens Ostermontag an: Dann fährt die Fähre ab Neuharlingersiel morgens, an den anderen Ostertagen erst mittags.
  • Norddeich: Die Touristiker stellen sich auf Tagesausflügler ein. Viel mehr als ein Strandspaziergang werde für die Gäste aber kaum möglich sein, da alle touristischen Einrichtungen geschlossen blieben. Aktuell werde geprüft, ob Strandkörbe, die bis dahin an der Wasserkante stehen sollen, geöffnet werden können.
  • Dangast: Kurdirektor Johann Taddigs appelliert an die Menschen, Ostern nicht nach Dangast zu kommen. „Wir können keinen Service anbieten“, sagte er. Weil die Gaststätten geschlossen seien, gebe es nicht genügend Toiletten.
  • Bremerhaven: Tagesausflügler sind in Bremerhaven willkommen. Auch der Zoo am Meer wird geöffnet sein, Zutritt gibt es mit vorheriger Anmeldung. Sollte sich die Inzidenzzahl in Bremerhaven auf über 200 in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner erhöhen, soll der Zoo-Zugang jedoch nur mit Nachweis eines negativen Schnelltests möglich sein.

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Impfzentrum: Spontanimpfungen für Begleitpersonen

Richtig großes Glück hatten einige Besucher des Impfzentrums in den Messehallen am späten Mittwochnachmittag. Einige Begleitpersonen konnten sich vor Ort spontan gegen Corona impfen lassen. So wie eine Frau, Mitte 50, die ihre 80 Jahre alte Mutter zum Impftermin begleitete und gefragt wurde, ob sie sich auch gleich mitimpfen lassen wolle. Wie kam es dazu?

„Es handelt sich um einzelne Impfdosen, die im Zuge einer Impfaktion für Polizei und Feuerwehr tatsächlich übrig geblieben waren und zügig verimpft werden mussten“, sagt Jochen Kriens, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung, die das Impfzentrum im Auftrag der Sozialbehörde betreibt. „Da über die Behörden-Hotline so schnell kein anderer Impfling verfügbar war, wurden – dem Grundsatz „Kein Impfstoff wird vernichtet“ folgend – einzelne Personen spontan angesprochen und nach Erledigung der formalen Voraussetzungen geimpft.“

Bis Donnerstag haben insgesamt 182.998 Hamburger ihre erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Bereits zweimal geimpft wurden 82.939 Bürger. Nach Wiederaufnahme der Impfungen mit Astrazeneca wird das Vakzin diese Woche nur an Polizisten und Feuerwehrleute verimpft und ab kommender Woche wieder ganz regulär.

Peter Lohmeyer kontert Corona-Kritik gern mit Fakten

Schauspieler Peter Lohmeyer (59, „Das Wunder von Bern“) hat im Gespräch mit Maskenverweigern und Anhängern von Verschwörungstheorien meist eine klare Linie. „Meine Strategie ist in der Pandemie, den Glauben an die Wissenschaft weiterzugeben“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Die Wissenschaft helfe, zu verstehen, was gerade passiert. „Das Schwierige ist immer, dass sich so viele Menschen beeinflussen lassen von den sozialen Medien.“ Und diese Informationen nehme er dann gern in der Diskussion mit wissenschaftlichen Fakten auseinander. „Die Verführung stoppen. Das ist nicht leicht. Das dauert manchmal auch.“ Es gehe schlussendlich immer um das Wissen.

Umso mehr ärgere es des Wahlhamburger ihn mit Blick auf die neuesten Beschlüsse, dass die Politik derzeit nicht auf die Wissenschaft zu hören scheine. „Darüber ärgere ich mich am meisten. Da fühle ich mich komplett verarscht.“

Corona-Impftermine: Diese Hamburger sind nun dran

Hamburg ruft Tausende weitere Menschen erstmals zur Corona-Impfung auf. Da im April größere Liefermengen der Wirkstoffe von Biontech, Moderna und Astrazeneca angekündigt sind, dürfte die Terminvergabe nun schneller vorangehen. Wer nun einen Termin in den Hamburger Messehallen vereinbaren kann und wer einen Nachweis mitbringen muss, lesen Sie hier im Bericht.

Lesen Sie hier den Corona-Newsblog für Hamburg und den Norden vom Vortag

( bob/cjl/gen/dah/axö/josi/lag/dpa )

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