Newsblog für den Norden

Ab Montag: Die neuen Corona-Regeln für Hamburg im Überblick

| Lesedauer: 39 Minuten

Corona-Gipfel: Das bedeuten die Beschlüsse für Hamburg

Beschreibung anzeigen

Der Überblick: Kreise im Norden verschärfen Maskenpflicht. Inzidenz auf höchstem Stand seit Wochen. Niedersachsen impft Kita-Personal.

Hamburg. Die in den zähen Verhandlungen zwischen Länderchefs und Bundeskanzlerin beschlossenen Lockerungen der Corona-Maßnahmen werden in Norddeutschland unterschiedlich ausgelegt: Während Hamburg die Schritte zwar mitträgt und umsetzt, aber allgemein zur Vorsicht mahnt, geht Schleswig-Holstein deutlich weiter: So darf dort ab Montag der gesamte Einzelhandel wieder öffnen.

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bat die Hamburger darum, von Shoppingtourismus im Nachbarland abzusehen und auch die Betreiber von Einkaufszentren in der Metropolregion vermuten, dass ein Ansturm aus der Hansestadt ausbleiben wird.

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Norden entwickelt sich durchaus unterschiedlich: Während sie in Hamburg am Sonntag auf den höchsten Wert seit Anfang Februar gestiegen ist, liegt sie in Schleswig-Holstein inzwischen bei nur noch 45 – die Zahlen in Flensburg, das vor kurzem noch eine Inzidenz von 200 aufwies, entwickelten sich in dieser Woche günstig. Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern liegen mit Werten im mittleren 60er-Bereich zwischen den anderen Ländern.

Corona-News für Hamburg und den Norden am 6. und 7. März:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Wenig Veränderung bei Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein

Die Corona-Infektionszahlen in Schleswig-Holstein sind am Sonntag weitgehend konstant geblieben. Die Sieben-Tage-Inzidenz erreichte 45,5 Ansteckungen je 100.000 Einwohner, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums in Kiel hervorgeht (Datenstand: 7. März). Am Vortag lag der Wert bei 45,8 und am Sonntag vergangener Woche bei 50,0.

Am Sonntag wurden 83 Neuinfektionen gemeldet, deutlich weniger als am Samstag (238) und auch am Sonntag vor einer Woche (96). Allerdings fallen die Zahlen an Wochenenden meist niedriger aus, weil nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten weitermelden. Die Zahl der im Zusammenhang mit Covid-19 Gestorbenen beträgt jetzt 1333. In Schleswig-Holsteins Krankenhäusern wurden mit Stand Sonntag 222 Patienten behandelt. Intensivmedizinische Behandlung brauchten 65 Menschen, davon 45 mit Beatmung. Schätzungsweise sind inzwischen 39.400 Menschen genesen.

Verbände: Corona darf Gleichstellung nicht ausbremsen

Anlässlich des internationalen Frauentags am Montag und mit Blick auf die Auswirkungen der Corona-Krise haben Verbände, Parteien und Organisationen im Norden die Gleichstellung der Geschlechter gefordert. Auch in der Corona-Pandemie seien Frauen häufiger als Männer von prekären Arbeitsverhältnissen, Altersarmut, der ungleichen Verteilung von Haus- und Familienarbeit sowie ungleicher Bezahlung betroffen, hieß es am Sonntag unter anderem von der Gewerkschaft Verdi, der SPD sowie den Linken. Die Corona-Krise dürfe die Gleichstellung nicht ausbremsen.

Das Corona-Jahr 2020 habe eindrücklich gezeigt, dass die Gesellschaft auf die wertvolle Arbeit, die viele Frauen in Erziehung, Bildung, Pflege, Gesundheit und im Einzelhandel leisten, nicht verzichten könne, sagte Gabriele Dobusch, gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, am Sonntag laut Mitteilung. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi forderte Regelungen, die Eltern in der Pandemie Planungssicherheit geben. "Deshalb setzen wir uns gemeinsam mit unseren Partnergewerkschaften dafür ein, dass es während der pandemiebedingten Schließzeiten von Kitas und Schulen einen auskömmlichen Einkommensersatz gibt", sagte Andrea Moder, Landesbezirksfrauensekretärin von Verdi Nord.

Lockerungen in Hamburg: Buch- und Blumenläden dürfen öffnen

In Hamburg können Buchhandlungen, Blumenläden und Gartenmärkte wieder öffnen. Das sieht die neue Corona-Verordnung des Senats vor, die am Montag wirksam wird. Voraussetzungen sind ein Hygienekonzept und eine durch die Größe der Verkaufsfläche begrenzte Kundenzahl. Auch Baumärkte dürfen ihre abgegrenzten Gartencenter-Bereiche öffnen.

Für den Rest des Einzelhandels gilt das Prinzip „click & meet“ – also nach vorheriger Terminvereinbarung in den Läden einkaufen. Auch Museen, Gedenkstätten, Galerien, Ausstellungshäuser, zoologische Gärten und Ausstellungen sowie Tierparks dürfen Besucher mit Terminen einlassen. Wie schon das Haareschneiden können nun auch alle anderen körpernahen Dienstleistungen mit Maske und entsprechenden Hygienekonzepten wieder erbracht werden, ebenso Fahr- und Flugunterricht.

Lüneburg: Polizei beendet illegale Boxkämpfe in Scheune

Die Polizei hat eine illegale Box-Veranstaltung im Landkreis Lüneburg beendet. Zeugen hatten die Beamten am Samstag informiert, weil viele Autos in Westergellersen parkten. Die Polizei entdeckte in einer Scheune einen aufgebauten Ring, in dem Boxkämpfe stattfanden. Um den Ring herum standen bis zu 40 Personen, zum Teil ohne Mund-Nasen-Bedeckung, teilte die Polizei am Sonntag mit. Gleichzeitig mit den Beamten traf auch ein Krankenwagen ein. Dieser brachte einen aus Berlin angereisten schwerverletzten Kämpfer ins Lüneburger Krankenhaus.

Der Veranstalter behauptete, die Boxkämpfe seien mit dem Landkreis Lüneburg abgestimmt worden. Da dieses im Zeitraum eines verschärften coronabedingten Lockdowns mehr als unwahrscheinlich war, beendete die Polizei die Veranstaltung. Es wurden diverse Ordnungswidrigkeiten, insbesondere gegen den Veranstalter, eingeleitet.

Lesen Sie auch: Polizei beendet illegalen Boxkampf mit 40 Zuschauern

Fehler in Verordnung: Kosmetik- oder Tattoo-Studios dürfen öffnen

Die niedersächsische Landesregierung muss noch vor Inkrafttreten der neuen Corona-Verordnung einen Fehler in den Regelungen korrigieren. Auch in Hochinzidenzkommunen mit mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche könnten sogenannte körpernahe Dienstleistungen wie etwa von Kosmetik- oder Tattoo-Studios wieder angeboten werden, teilte die Staatskanzlei am Sonntag mit. Sofern bei der jeweiligen Dienstleistung ein durchgehendes Tragen einer medizinischen Maske nicht möglich sei, müsse zuvor ein Test gemacht werden. Zuvor hatte die „Neue Deister-Zeitung“ darüber berichtet.

Auch die neuen Regelungen zu Fahr- und Flugschulen griffen unabhängig von der Inzidenz, Buchhandlungen und die Büchereien könnten in Hochinzidenzkommunen öffnen, Anprobetermine seien möglich, teilte die Staatskanzlei mit. Zunächst setzte die Verordnung dagegen für die sogenannten Hochinzidenzkommunen einen Paragrafen aus der alten Verordnung wieder in Kraft, der Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe schloss, berichtete die Zeitung.

Vor Einzelhandelsöffnung: Maskenpflicht in Schleswig-Holstein verschärft

Der Kreis Dithmarschen verschärft seine Corona-Beschränkungen. In den Innenstädten von Heide, Brunsbüttel, Marne und Meldorf müssen Fußgänger in bestimmten Bereichen ab Montag während der Woche tagsüber einen Mund-Nasen-Schutz tragen. In Büsum besteht die Maskenpflicht zusätzlich an den Sonntagen, wie der Kreis am Sonntag mitteilte. Die Allgemeinverfügung gilt vorerst bis einschließlich Sonntag, 28. März 2021. Eine Verlängerung sei möglich, hieß es.

Auch andere Kreise wie Stormarn, Lauenburg, Pinneberg und Segeberg haben ihre Corona-Verordnungen angepasst: Teils wurden bereits geltende Verordnungen verlängert, teils wurden neue Bereiche oder Zeitfenster ausgewiesen, in denen die Maskenpflicht ab Montag gilt. Auch in Lübeck wurde die bereits geltende Maskenpflicht verlängert und erweitert, Kiel bereitet die Nutzung der luca-App zur Kontaktnachverfolgung vor.

Im besonders vom Virus betroffenen Flensburg wird die ansonsten landesweit geltende Öffnung des Einzelhandels vorerst ausgesetzt. Allerdings treten am Montag Erleichterungen der besonders strengen Corona-Regeln in Kraft: Dann darf sich ein Haushalt wieder mit einer weiteren Person eines anderen Haushaltes treffen, nach vorheriger Terminvergabe und mit einem negativen Schnelltest dürfen Kunden Friseure besuchen. Mitte kommender Woche will die Stadtverwaltung über die Möglichkeit weiterer Öffnungsschritte entscheiden.

Hamburg: Die beschlossenen Lockerungen ab 8. März

  • Private Zusammenkünfte sind wieder mit bis zu 5 Personen erlaubt. Das gilt für zwei Haushalte (den eigenen und einen weiteren). Zum selben Haushalt zählen auch Ehegatten, (Lebens-) Partner oder Verlobte, die nicht in derselben Wohnung leben. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt.
  • Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte dürfen öffnen. Voraussetzung: Hygienekonzepte sowie eine Begrenzung der Kundenanzahl. Auch Baumärkte können ihre abgegrenzten Gartencenter-Bereiche öffnen.
  • Auch der Einzelhandel profitiert ein wenig von den Öffnungen. Nach dem Prinzip „click & meet“ und unter Beachtung der Hygiene- und Schutzkonzeptpflicht können Kunden nach vorheriger Terminbuchung den Laden betreten. Stichwort: „Terminshopping“
  • Museen, Gedenkstätten, Galerien, Ausstellungshäuser, zoologische Gärten sowie Tierparks haben jetzt die Möglichkeit, Besucher unter Voraussetzungen wie Maskenpflicht in Innenräumen und Terminbuchung Einlass zu gewähren.
  • Betriebe, die körpernahe Dienstleistungen wie Kosmetik, Fußpflege oder Tätowierungen anbieten, können ebenfalls mit entsprechenden Hygienekonzepten wieder öffnen. Aber: Wenn Kunden keine Maske tragen können, ist ein Schnelltest Voraussetzung.
  • Fahrunterricht sowie Prüfungen sind wieder möglich. Voraussetzung: Maskenpflicht und kostenfreie Tests fürs Lehrpersonal. Das gilt auch für Flugschulen.
  • Sport im Freien ist allein, zu zweit oder mit den Angehörigen eines weiteren Haushalts (max. 5 Personen) möglich. Kinder bis 14. Jahre können in Gruppen von bis zu 20 Personen in öffentlichen und privaten Sportanlagen im Freien Sport treiben.

Lesen Sie auch: Neue Corona-Regeln: Das gilt in Schleswig-Holstein

Niedersachsen: Impfstart für Kita- und Grundschulpersonal

Kita-Personal und Beschäftigte an Grund- und Förderschulen in Niedersachsen können ab sofort mit hoher Priorität der Kategorie zwei gegen das Coronavirus geimpft werden. Der entsprechende Erlass sei an die Impfzentren gegangen, diese sollten „zeitnah“ Kontakt mit Schulen und Trägern der Kinder- und Jugendhilfe aufnehmen und Termine mit dem „impfwilligen Personal“ ausmachen, teilten das niedersächsische Gesundheits- und das Kultusministerium am Sonntag mit. Alle Personen, die in der Kindertagesbetreuung sowie an Grund- und Förderschulen tätig seien, sollten ein Impfangebot erhalten. Mobile Impfteams könnten die Impfungen übernehmen.

Niedersachsens neue Gesundheitsministerin Daniela Behrens sagte: „Wir alle wollen, dass insbesondere die Kinder ein Stück Normalität zurückerhalten und dazu gehört das gemeinsame Spielen und Lernen in Schule und Kita.“ Es sei folgerichtig, den Beschäftigten ein Impfangebot mit dem Impfstoff von Astrazeneca zu machen - so schnell es die Impfreihenfolge zulasse, sagte die SPD-Politikerin. Für Grundschüler und Abschlussklassen gilt ab Montag wieder die Präsenzpflicht.

Kostenlose Schnelltests in Niedersachsen noch nicht flächendeckend

Flächendeckende kostenlose Schnelltests auf das Coronavirus bei Ärzten, in Impfzentren und Apotheken wird es in Niedersachsen zunächst noch nicht geben. Die Landesregierung werde alles tun, damit den Bürgerinnen und Bürgern Schnelltests angeboten werden können, sagte eine Regierungssprecherin in Hannover. Aber weder der Bund noch das Land Niedersachsen hätten flächendeckende Schnelltests für die kommende Woche angekündigt, die nationale Teststrategie solle bis Anfang April schrittweise umgesetzt werden.

Es gebe gute Gespräche mit der Apothekerkammer, weitere Partner sollten eingebunden werden. Bei Ärzten seien entsprechende Tests möglich, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Gesundheitsministeriums. Das Netz müsse aber noch ausgebaut werden. An den Schulen laufe ein Pilotprojekt, um noch vor den Osterferien Personal und Schüler jeweils einmal wöchentlich testen zu können. Verpflichtend vorgeschrieben wird dies laut der neuen Corona-Verordnung des Landes nicht. Daneben sind Laien-Selbsttests zur Anwendung zuhause in die ersten Supermärkte gekommen - und waren sofort vergriffen.

Die neue Verordnung sieht vor, dass Besucher bestimmter Einrichtungen, Betriebe oder Veranstaltungen einen gültigen PCR- oder Selbsttest vorweisen müssen. Liegt dieser nicht vor, müssen die Verantwortlichen einen Selbsttest anbieten. Das gelte etwa bei sogenannten körpernahen Dienstleistungen wie etwa beim Kosmetiker, wo eine medizinische Maske nicht dauerhaft getragen werden kann, bei einer logopädischen Behandlung, für Beschäftigte und ehrenamtlich Tätige vor dem Betreten von Alten- und Pflegeheimen sowie für Besucher von Heimen, wenn die Inzidenzzahl in der Stadt oder dem Kreis 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in der Woche übersteigt.

Polizei löst Autotuner-Treffen auf - bis zu 500 Fahrzeuge

Am Freitag und Samstag löste die Polizei gleich mehrere Treffen der Autotuner-Szene im Bereich Papenburg (Landkreis Emsland) auf. Zunächst kamen am Freitagabend bis zu 500 Fahrzeuge vor einem Einkaufszentrum zusammen. Am Samstagabend dann kontrollierte die Polizei erneut zahlreiche Autotuner, wie die Behörde am Sonntag mitteilte.

Obwohl die Parkplätze für Treffen dieser Art gesperrt waren, trafen sich erneut etwa 150 Tuningfans mit ihren Autos. Laut Polizei parkten die Autofahrer im Halteverbot, ließen Motoren aufheulen und lieferten sich kleinere Rennen. Auch die geltenden Corona-Regeln wurden nicht eingehalten. Die Papenburger Polizei rückte mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei an. Zunächst wurden am Freitagabend 27 Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet - entweder wegen Fehlverhaltens im Straßenverkehr oder Verstößen gegen den Infektionsschutz. Gegen sieben Autofahrer wurden Platzverweise ausgesprochen. Am Samstagabend kamen 72 Ordnungswidrigkeitsanzeigen dazu. Die Beamten sprachen darüber hinaus 46 Platzverweise gegen die Tuner aus.

Corona in Hamburg: Inzidenz steigt weiter an

170 neue Corona-Fälle meldet Hamburg am Sonntag, das sind 62 weniger als am Vortag aber 44 mehr als am Sonntag vor einer Woche. Damit steigt die Sieben-Tage-Inzidenz auf 82,6. Insgesamt sind in dieser Woche 1568 Infektionen neu gemeldet worden, seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr haben sich 53.359 Hamburger nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

So hoch wie am Sonntag war der Inzidenzwert seit gut einem Monat nicht mehr: Am 2. Februar lag er bei 86,3 und sank am 19. Februar auf 64,2, den bislang niedrigsten Stand des Jahres. Seitdem steigt der Sieben-Tage-Wert zwar langsam, aber stetig wieder an.

Die Zahl der Covid-19-Patienten wird weiter mit 243 angegeben, 87 davon sind so schwer erkrankt, dass sie auf Intensivstationen versorgt werden. Das RKI meldet sechs weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung, damit ist die Zahl der Corona-Toten in dieser Woche um 40 auf nun 1312 gestiegen.

Corona-Regeln: Das gilt ab Montag in Niedersachsen

Die von Bund und Ländern vereinbarten Lockerungen der Corona-Regeln gelten von Montag an auch in Niedersachsen. Private Treffen werden erleichtert: Statt wie bisher nur eine weitere Person dürfen sich wieder bis zu fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen. Kinder bis einschließlich 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt, Paare zählen als ein Hausstand.

In Regionen, deren Sieben-Tage-Wert unter 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner liegt, kehren zudem die Kitas in den eingeschränkten Regelbetrieb zurück. Außerdem dürfen dort die Geschäfte für Terminshopping öffnen, in den Schulen gilt für Grundschüler und Abschlussklassen wieder die Präsenzpflicht, Museen und Zoos dürfen mit halber Kapazität und Anmeldepflicht öffnen, Individualsport ist unter Einhaltung der Kontaktregeln erlaubt und Kinder bis 14 Jahre dürfen draußen auch in Gruppen von bis zu 20 Personen Sport treiben.

Obwohl es Lockerungen gibt, ist eine klare Entspannung der Infektionslage bisher nicht in Sicht. Der landesweite Sieben-Tage-Wert lag zuletzt stabil zwischen 60 und 70. Mehrere Städte und Landkreise, unter anderem die Region Hannover, überschritten sogar die Inzidenzmarke von 100 Neuinfektionen.

Vize-Ministerpräsident Bernd Althusmann (CDU) hatte vor diesem Hintergrund am Freitag im Landtag gewarnt, dass die Gefahr von Rückschlägen nicht gebannt sei. Ob die Schritte zurück in ein normales Leben gelingen, hänge nicht nur von politischen Entscheidungen, sondern vor allem von der Infektionslage ab.

Lesen Sie auch:

Ehe im Corona-Jahr: Weniger Hochzeiten, mehr Scheidungen

Das Corona-Jahr 2020 hat es Paaren nicht leicht gemacht. Aus den amtlichen Hamburger Hochzeits- und Scheidungsdaten geht hervor, dass nicht nur seltener geheiratet wurde. Es gingen im Vergleich zu 2019 auch mehr Ehen in die Brüche. So haben sich im vergangenen Jahr in den Hamburger Standesämtern etwa 4780 Paare das Ja-Wort gegeben, wie eine Sprecherin des zuständigen Bezirksamtes Harburg der Deutschen Presse-Agentur sagte. Im Jahr zuvor waren es noch fast 6000 Paare. Im Januar 2021 sind in Hamburg zudem 252 Eheurkunden ausgestellt worden. Vor einem Jahr waren es noch 359.

Sowohl 2019 als auch 2020 ließen sich die meisten Menschen in den Bezirken Nord und Eimsbüttel trauen. Am seltensten mussten die Standesbeamten in den Bezirken Bergedorf und Harburg ran.

Zudem hat es 2020 deutlich mehr Anmeldungen zur Eheschließung als offizielle Hochzeiten gegeben. So hatten mehr als 9900 Heiratswillige die geplante Hochzeit bei den Standesämtern an ihren Wohnorten angemeldet (2019: fast 11 320). Geheiratet hat in der Hansestadt am Ende des Jahres jedoch nur rund Hälfte. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Rest die Heirat abgeblasen hat. Es ist auch möglich, dass die Paare schlicht an einem anderen Ort geheiratet haben. Denn auch 2019 - ganz ohne coronabedingte Hindernisse - war das Verhältnis ziemlich ausgeglichen.

Gleichzeitig sind im vergangenen Jahr 4044 Anträge auf Ehescheidungen an den Amtsgerichten in Hamburg eingegangen, wie aus der Antwort der Bürgerschaft auf eine Anfrage der AfD hervorgeht. Das sind 212 mehr als im Vorjahr und 256 mehr als 2018. Den Angaben zufolge wurden 2018 2802 Ehen auch geschieden, 2019 waren es 3079. Die Zahlen für 2020 werden erst im Sommer veröffentlicht.

Polizei Hamburg löst mehrere Corona-Partys auf

Die Polizei Hamburg hat in der Nacht zum Sonntag mehrere Corona-Partys aufgelöst. In einem Hinterhof im Schiffbeker Weg wurden rund 20 Personen angetroffen, die augenscheinlich illegalem Glücksspiel nachgingen. Die Beamten fanden unter anderem große Mengen Pokerchips, außerdem wurden laut Lagedienst der Polizei fünf Spielautomaten sichergestellt. Bei einigen der Anwesenden wurden darüber hinaus kleinere Mengen Drogen beschlagnahmt.

In einem Gebäude an der Alsterdorfer Straße traf die Polizei ebenfalls auf mehr als 20 Personen, nachdem die Beamten zuerst auf eine Feier, dann auf eine vermeintliche Schlägerei hingewiesen worden waren. Die Feiernden wohnten nur zum Teil an der Adresse. In beiden Fällen müssen sich die Angetroffenen unabhängig von etwaigen weiteren Strafverfahren auf Bußgeldverfahren wegen des Verstoßes gegen die Corona-Regeln einstellen.

Bei einem Großeinsatz in der Kedenburgstraße wurde laut Lagedienst jedoch kein Verstoß festgestellt: Nach Abendblatt-Informationen hatte die Polizei Hinweise auf eine größere Feier mit Bewirtung in dem Bürokomplex.

Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein steigt leicht

Die Corona-Infektionszahlen in Schleswig-Holstein sind am Sonnabend wieder leicht gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz erreichte 45,8 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner, wie aus aktuellen Daten des Gesundheitsministeriums in Kiel hervorgeht. Am Vortag lag der Wert bei 44,4 und am Sonnabend vergangener Woche bei 50,6.

Am Sonnabend wurden 238 Neuinfektionen gemeldet, mehr als am Freitag (191) und auch vor einer Woche (209). Am Freitag wurden vier weitere Todesfälle und damit insgesamt 1325 Corona-Tote gezählt. In Schleswig-Holsteins Krankenhäusern wurden 229 Patienten behandelt. Intensivmedizinische Behandlung brauchten 70 Menschen, davon 47 mit Beatmung. Schätzungsweise sind inzwischen 39.300 Menschen genesen.

Schwesig kritisiert "Verramschen" von Tests bei Aldi

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat den Bund für fehlende Corona-Selbsttests verantwortlich gemacht und scharf kritisiert. "Ich will an dieser Stelle nicht verhehlen, dass ich sehr verärgert bin darüber, dass der Bund es zulässt, dass zunächst Aldi und Co. Selbsttests verramschen können und wir die Selbsttests erst Mitte März geliefert bekommen", sagte Schwesig in Schwerin. am Sonnabend.

Mecklenburg-Vorpommern habe bereits vor der Ministerpräsidentenkonferenz zwei Millionen dieser Selbsttests geordert, "weil wir geahnt haben, dass wir uns nicht auf den Bund verlassen können", sagte sie. Das Land hat rund 1,6 Millionen Einwohner.

Es könne in der Corona-Pandemie nicht sein, dass der Markt über den Schutz für Kinder und Jugendliche bestimme. Dies hätte der Staat tun müssen, sagte Schwesig. Mit mehr Selbsttests seien Lockerungen in Kitas und Schulen eher möglich.

Lesen Sie auch: Kostenlose Schnell- und vergriffene Selbsttests in Hamburg

Mecklenburg-Vorpommern setzt auf die Smudo-App

Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern hat am Sonnabendnachmittag über die Änderungen und beschlossenen Ergebnisse nach dem Corona-Gipfel informiert. Eine Überraschung: Das Land kauft die Lizenz für die App "Luca" des Hamburger Musikers Smudo von den "Fantastischen Vier". Sie soll landesweit eingesetzt werden. Der Start ist in Rostock geplant.

Die Luca-App soll die Kontaktnachverfolgung erleichtern und gilt bei Befürwortern als wichtiger Baustein für eine Lockerung der Corona-Maßnahmen. Die Idee: Mittels QR-Codes kann der Nutzer beispielsweise in Restaurants oder bei kulturellen Veranstaltungen einchecken oder an privaten Treffen teilnehmen. Davon verspreche man sich ein Ende der Zettelwirtschaft, hieß es auf der Landespressekonferenz. Bei einer festgestellten Infektion in einer Nutzergruppe können Betroffene schnell und einfach über die App auch informiert werden, so die Idee. Kritiker warnen davor, sich auf eine App festzulegen und fürchten um die Datensicherheit.

Lesen Sie auch: Apps sollen Corona-Zettelwirtschaft überflüssig machen

Mit dem Kauf greift Mecklenburg-Vorpommern einer für Montag vorgesehenen Entscheidung vor. Dann sollte eigentlich darüber beraten werden, inwieweit die entwickelte Luca-App bei der Bekämpfung der Pandemie bundesweit eingesetzt werden könnte.

Landesregierung in Kiel beschließt angekündigte Lockerungen

Schleswig-Holsteins Landesregierung hat am Sonnabend eine neue Corona-Verordnung beschlossen. Ab Montag gelten im Norden weitere Öffnungsschritte. „In vielen Lebensbereichen können wir angesichts der derzeitigen Infektionslage die bisherigen Einschränkungen erleichtern“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Sonnabend. Der Einzelhandel darf seine Geschäfte wieder öffnen. Wegen der weiter hohen Infektionszahlen bleiben die Läden nur in Flensburg geschlossen.

Alle neuen Corona-Regeln für Schleswig-Holstein im Überblick

Erste Bilanz nach Autokorso der Corona-Leugner

Zwei Verkehrsunfälle, eine Ermittlung wegen Körperverletzung und zahlreiche Einzelmaßnahmen: Der Protestzug der Corona-Leugner am Sonnabend dürfte für manchen Teilnehmer und Gegendemonstranten noch ein Nachspiel haben.

Wie die Polizei in einer kurzen Bilanz am späten Nachmittag mitteilte, sei es während der angemeldeten Autokorso-Demonstration der Corona-Leugner, unter anderem zu zwei Unfällen – jeweils zwischen einem Versammlungsteilnehmer im Auto und einen "Störer" auf Fahrrad gekommen. Zudem habe eine Versammlungsordner bei einer Auseinandersetzung mit einem Gegendemonstranten Reizgas eingesetzt. "Es wurden entsprechende Ermittlungen eingeleitet", so die Polizei.

Gegen 12.30 hatten sich etwa 80 Teilnehmer-Fahrzeuge zum Autokorso unter dem Motto "Wie soll es weitergehen?" am Startpunkt in der HafenCity eingefunden. Gegen 13 Uhr startete der Konvoi. Er wird allerdings an verschiedenen Stellen von Gegendemonstranten auf Fahrrädern gestört. Die Polizei warnte in diesem Zusammenhang vor "erheblichen Verkehrsbehinderungen" und versuchte, die "Störer" durch verschiedene Maßnahmen von der Route fernzuhalten, um eine erneute Blockade zu verhindern.

Die Beamten mussten die weiterhin geltenden Corona-Regeln hingeweisen und rund 90 Gegendemonstranten auf Fahrrädern am Klosterwall festsetzen. Insgesamt blieb die Lage abgesehen von den Störversuchen aber eher ruhig so Lagedienst. Nach rund zwei Stunden wurde der Protestzug an der Sechslingspforte beendet. Insgesamt nahmen laut Polizei 148 Fahrzeuge teil.

Lesen Sie auch: Widerstand gegen Autokorso der Corona-Leugner

Zahl der Intensivpatienten steigt deutlich – Inzidenz wieder auf 80

Hamburg meldet am Sonnabend 232 neue Corona-Fälle. Das sind neun mehr als am Freitag und 29 mehr als am Sonnabend vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt damit wieder auf 80,2, 16 Punkte über dem Tiefstwert dieses Jahres vom 19. Februar (64,2).

Die Zahl der Covid-19-Patienten in Hamburger Krankenhäusern steigt leicht auf 243 (Vortag: 241, Vorwoche: 282). Besorgniserregend ist besonders die wieder deutlich gestiegene Zahl der schweren Erkrankungen: 87 Menschen werden derzeit auf Intensivstationen versorgt, acht mehr als am Freitag.

Das RKI meldet weitere fünf Todesfälle, die Gesamtzahl der Corona-Toten in Hamburg seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr steigt damit auf 1306. Allein in dieser Woche meldete das RKI 34 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.

Corona-Fälle auf neuestem Kreuzfahrtschiff der Meyer-Werft

Auf dem neugebauten Meyer-Kreuzfahrtschiff „Odyssey of the Seas“ haben sich zwei Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Der Luxusliner liege deswegen vorerst in Bremerhaven fest, sagte ein Werftsprecher am Sonnabend. Nach Anordnung des hafenärztlichen Dienstes dürfen demnach mehrere hundert Arbeiter, die noch für die Endausrüstung an Bord sind, das Schiff vorerst nicht verlassen. Zunächst hatten mehrere Medien berichtet.

Laut der Meyer-Werft waren die Fälle am Mittwoch bekannt und am Donnerstag mit PCR-Tests bestätigt worden. Die Infizierten seien separiert worden. Ob sie zwischenzeitlich von Bord gebracht wurden, war laut Sprecher nicht bekannt. Weitere Fälle gebe es bislang nicht. Die Mannschaft werde täglich getestet, über das weitere Vorgehen werde noch mit den Behörden beraten, hieß es. Die Pressestelle der Senatorin für Gesundheit war für eine Stellungnahme am Samstag zunächst nicht zu erreichen.

Die „Odyssey of the Seas“ war am vergangenen Wochenende über die Ems Richtung Nordsee überführt worden. Die Endausrüstung der „Odyssey of the Seas“ soll nun in Bremerhaven stattfinden.

Kostenlose Schnelltests ab Montag in Hamburg

Ab Montag können sich die ersten Hamburgerinnen und Hamburger einmal pro Woche per Schnelltest kostenlos auf Corona testen lassen. Für die neue Teststrategie habe der Senat bisher 27 der bereits in Hamburg ansässigen Testzentren und 18 Apotheken sowie 67 Hausarztpraxen gewinnen können, teilte die Gesundheitsbehörde am Sonnabend mit. Sie hätten zusammen eine Kapazität von mehr als 25.000 Antigen-Schnelltests pro Tag sowie für 14.000 gegebenenfalls erforderliche Nachtestungen mit PCR-Tests. Das Angebot solle schrittweise ausgebaut werden. Laut Beschluss der Regierungschefs von Bund und Ländern vom vergangenen Mittwoch soll allen Bürgern bis April einmal pro Woche ein kostenloser Schnelltest ermöglicht werden.

Für den Test in einem der Zentren ist laut Behörde eine Anmeldung erforderlich, die online über die Website des jeweiligen Anbieters vorgenommen werden könne. Terminvereinbarungen für Schnelltests in einer der Hausarztpraxen könnten ebenfalls online auf der Internetseite https://eterminservice.de/terminservice oder telefonisch unter 116 117 getroffen werden.

Ein negatives Testergebnis werde den Getesteten bescheinigt, so dass sie es für die Inanspruchnahme bestimmter Leistungen oder den Besuch von Einrichtungen verwenden können. Bei einem positiven Ergebnis seien die Betroffenen verpflichtet, unverzüglich einen PCR-Test durchführen zu lassen und sich bis zur Vorlage des Ergebnisses in Quarantäne zu begeben. Ist der PCR-Test ebenfalls positiv, wird das Gesundheitsamt informiert.

Einzelheiten zu der Teststrategie und anderen Corona-Fragen sind online unter www.hamburg.de/corona zu finden. In der kommenden Woche würden dort auch die Apotheken-Standorte veröffentlicht, hieß es.

Die Übersicht der Stadt, welche Testzentren am Schnelltest-Programm teilnehmen, stellt das Abendblatt Ihnen hier zur Verfügung.

Aldi-Schnelltests nach Minuten ausverkauft - "Nachschub kommt"

Der Discounter Aldi hat am Sonnabend als Erster Schnelltests für den Hausgebrauch in Umlauf gebracht: In vielen Filialen waren die Bestände bereits nach wenigen Minuten ausverkauft – obwohl die Abgabemenge der Pakete mit jeweils fünf Tests auf eines pro Kunde begrenzt war. Große Schilder an den Eingängen weisen Kunden darauf hin, dass die Corona-Tests vorerst nicht mehr verfügbar sind.

Tatsächlich hatten die Märkte aufgrund der "sehr herausfordenden" Beschaffung "nur eine sehr begrenzte Menge" von Schnelltests im Angebot, so ein Aldi-Sprecher auf Abendblatt-Anfrage. "Auch wenn wir im Vorfeld immer betont haben, dass der Artikel schnell ausverkauft sein kann, bitten wir die Kunden um Verständnis, die am heutigen Samstag leer ausgegangen sein sollten und versichern: Nachschub kommt. In den nächsten Tagen werden unsere Märkte bereits mit neuer Ware beliefert."

„Wir appellieren hier auch wieder ein Stück weit an die Solidarität unserer Kunden“, hatte der Deutschlandchef von Aldi Nord, Nicolás de Lope, bereits am Freitag dem Sender RTL/ntv gesagt. Eine Packung mit fünf Tests kostet rund 25 Euro. De Lope erklärte dazu: „Ich kann Ihnen versichern, dass wir das zum Selbstkostenpreis verkaufen und dass wir daran so gut wie nichts verdienen.“

Auch der Konkurrent Lidl und die Supermärkte von Rewe und Edeka wollen bald mit dem Verkauf von Schnelltests beginnen. Die Drogeriemarkt-Ketten Rossmann und dm planen den Start für Dienstag. Apotheken wollen die Produkte ebenfalls anbieten. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte am 24. Februar die ersten Sonderzulassungen für Tests zur Eigenanwendung durch Laien erteilt.

Einkaufszentren im Norden dürfen öffnen – droht ein Ansturm aus Hamburg?

Während in Schleswig-Holstein am Montag die Einzelhandelsgeschäfte wieder unter Wahrung der Hygieneregeln öffnen dürfen, gibt es in Hamburg nur sogenanntes Terminshopping („Click & Meet“).

Die Einkaufszentren im nördlichen Umland richten sich auf Kunden aus Hamburg ein, bleiben laut einer Abendblatt-Umfrage insgesamt aber gelassen. „Wir erwarten schon, dass einige Hamburger den Weg zu uns finden werden. Die Menschen sind aber inzwischen so pandemieerfahren. Ich glaube nicht, dass am Montag alle losstürmen“, sagt Thomas Krause, Center-Manager des Herold-Centers in Norderstedt.

Songül Aksu, Center-Managerin des Einkaufszentrums Schenefeld, rechnet am Montag mit einer höheren Kundenfrequenz als sonst. Ein Ansturm aus Hamburg sei jedoch nicht zu erwarten, weil ein großer Teil der Kunden ohnehin aus den benachbarten Hamburger Stadtteilen Lurup, Sülldorf, Iserbrook und Osdorf komme. „Wir werden die Entwicklung natürlich beobachten, aber derzeit mache ich mir keine Sorgen, dass wir hier einer unkontrollierbaren Situation gegenüberstehen werden“, sagt Niels Schmidt, Bürgermeister von Wedel.

„Ob ein Ansturm aus Hamburg zu erwarten ist, können wir nicht beurteilen. Wir rechnen eher nicht damit. Sicher wird der eine oder die andere kommen. Das haben wir bei den Gartencentern vereinzelt beobachten können“, sagt Claudia Patt von der Wirtschafts­gemeinschaft Pinneberg.

Die Hamburger Geschäftsleute reagieren weniger entspannt auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen, die Rede ist von "Wettbewerbsverzerrung".

Tschentschers Statement nach Corona-Gipfel

So lockert Hamburg bis Ostern den Corona-Lockdown

Neue Corona-Regeln für Hamburg und Schleswig-Holstein

Die möglichen Lockerungen, die in der rund neun Stunden langen Ministerpräsidenten-Konferenz am Mittwoch vereinbart wurden, stoßen im Norden auf geteiltes Echo und werden entsprechend unterschiedlich umgesetzt. Daher haben wir Ihnen hier die neuen Corona-Regeln für die Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg übersichtlich zusammengefasst:

Niedersachsen: Weil schließt Lockdown zu Ostern nicht aus

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat einen erneuten Lockdown an Ostern nicht ausgeschlossen. „Wenn jetzt alle die neuen Möglichkeiten exzessiv ausreizen, werden die Infektionszahlen steigen und Einschränkungen notwendig sein“, sagte Weil der „Rheinischen Post“. Aber die meisten Bürger seien nicht naiv und aus guten Gründen vorsichtig. „Darauf setzen wir.“

Eine klare Zusage, ob Reisen zu Ostern wieder möglich sein werden, machte der niedersächsische Ministerpräsident der Zeitung zufolge nicht. „Ich kann Ihnen darauf noch keine verlässliche Antwort geben“, sagte Weil. Er kritisierte den späten Termin der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz, die am 22. März stattfinden soll. Das mache es für viele schwer, Pläne zu machen. „Ich setze aber darauf, dass wir bis zum 22. März deutlich mehr darüber wissen, was wir durch neue Testkonzepte zusätzlich möglich machen können“, sagte Weil. In Frage kämen etwa die Öffnung von Ferienwohnungen und Hotels.

Enttäuscht zeigte sich Weil über die Corona-Warn-App. „Die Warn-App hat längst nicht die Erwartungen erfüllt, die in sie gesetzt wurden. Das ist offenkundig“, sagte er der Zeitung. Er warb für die Luca-App, für die sich unter anderem der deutsche Musiker Smudo einsetzt. Auf die Frage, ob es mit der Luca-App besser laufen könne, sagte Weil: „Ja, das hoffe ich sehr.“ Wenn das hoffentlich für zwölf oder vielleicht sogar für 24 Stunden gültige Testergebnis dann elektronisch gespeichert werde, könne es das Eintrittsticket für Kinos, Restaurants oder Veranstaltungen sein, sagte Weil.

Die Schnelltest-Strategie der Bundesregierung kritisierte er als nicht ausreichend vorbereitet. Von der Beschaffung über den Aufbau von Teststellen bis zur digitalen Bündelung sei noch eine Menge zu klären.

Kanzleramtschef Helge Braun ist überzeugt: „Wir kehren im Sommer zur Normalität zurück.“ Glauben Sie das auch?

Es wurden bisher 4701 Stimmen abgegeben.

Verwirrung um kostenloses Taxi zum Impfzentrum

Seit dem 1. März gilt: Sofern das Corona-Impfzentrum anders nicht erreicht werden kann, übernimmt die Sozialbehörde die Kosten für die An- und Rückreise über 80-Jähriger. Viele Hamburger meldeten sich seitdem auch in unserer Redaktion. Es gibt offenbar Verwirrung über die Regelung. Unklar ist, wer den Service der Stadt beanspruchen kann und welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen.

Eine Berechtigung für eine kostenlose Impffahrt liegt laut Sozialbehörde für diejenigen Personen vor, die über 80 Jahre alt sind und einen vereinbarten Termin in einem Impfzentrum haben. Allerdings darf kein anderer Kostenträger verpflichtet sein, die Kosten zu übernehmen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn Impfberechtigte einen besonders hohen Pflegegrad haben. Wer dann die Fahrt zahlt, sollte also zuvor mit der Krankenversicherung abgesprochen werden. Es gibt für die Fahrt zum Impfzentrum kein schriftliches Berechtigungsformular, es gilt nur, die genannten Bedingungen zu erfüllen. Neben dem Fahrgast kann auch eine Begleitperson kostenlos mitfahren.

Derzeit bieten zehn Unternehmen die kostenlosen Fahrten an. Dazu zählen Uber, Taxenanruf Blankenese, Free Now, Taxenvermittlung Funktaxenruf Harburg, Autoruf, Hansa Funktaxi, Taxi Hamburg 6x6, Funktaxi Bergedorf, Funk-Taxi Wilhelmsburg sowie Taxi Alstertal. Das Taxi für den Transport zum Impfzentrum kann unter der Telefonnummer 040/299 96 09 37 oder bei den jeweiligen Taxizentralen bestellt werden.

Anders ist es in Niedersachsen geregelt, das mag zur Verwirrung beigetragen haben. Dort gilt in der Tat: Wer Termine für die Erst- und Zweitimpfung hat und nicht selbstständig zum Impfzentrum kommen kann, sollte telefonisch beim Hausarzt um einen sogenannten Transportschein für die Termine bitten. In Hamburg ist genau das nicht erforderlich.

Hamburg: Autokorso von Corona-Leugnern am Sonnabend

Am Sonnabend finden in Hamburg laut Polizei mehrere Demonstrationen statt. Darunter auch zwei Proteste anlässlich der Corona-Pandemie: Ein Autokorso mit etwa 350 Teilnehmern, der unter dem Titel "Wie soll es weitergehen?", angemeldet worden ist sowie die Demonstration "Break free – für die Eröffnung der Eventbranche" am Sonnabendnachmittag am Jungfernstieg.

Der Autokorso soll laut den Angaben gegen 12.15 Uhr in der HafenCity starten und durch die Altstadt, St. Georg, Hohenfelde bis nach Barmbek und Wandsbek durch das Hamburger Stadtgebiet fahren. Daher kann es vorübergehend zu Straßensperrungen und Verkehrsbeeinträchtigungen kommen.

Lesen Sie auch: Autokorso der Corona-Skeptiker – Gegendemo auf Fahrrädern

Lübecks Bürgermeister sieht Ladenöffnungen ab Montag kritisch

Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) hat die von der Landesregierung angekündigte Wiedereröffnung des Einzelhandels ab Montag kritisiert. „Wir müssen mit Shoppingtourismus aus den Bundesländern rechnen, die aktuell den Einzelhandel noch nicht öffnen“, sagte Lindenau am Freitag. Das betreffe vor allem Hamburg und die an Lübeck angrenzenden Landkreise Mecklenburg-Vorpommerns, wo der Einzelhandel nur mit Terminvereinbarung öffnen dürfe. Dadurch bestehe die Gefahr, dass die Infektionszahlen in Lübeck wieder anstiegen, sagte er. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte am Donnerstag landesweite Lockerungen der Corona-Beschränkungen angekündigt.

Lübeck habe keine rechtliche Handhabe, den Einkaufstourismus zu verhindern, sagte Lindenau. Ein Betretungsverbot für Tagestouristen für das Ostseebad Travemünde sei vom Gesundheitsministerium aufgehoben worden. „Wir können nur Schutzmaßnahmen verfügen, wie zum Beispiel die Maskenpflicht in Einkaufs- und Fußgängerzonen“, sagte der Bürgermeister.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Lockerungen: Warum Hagenbecks Tierpark nicht Montag öffnet

Mit den neuen Lockerungen, die am Mittwoch beim Corona-Gipfel beschlossen worden sind, kann nun auch Hamburgs beliebter Tierpark wieder unter Beachtung der Hygienevorschriften öffnen. "Wir haben die neuen Vorgaben in der Pandemie-Verordnung der Hansestadt mit Erleichterung aufgenommen", sagt Geschäftsführer Dirk Albrecht.

Der Tierpark bleibe aber trotzdem voraussichtlich bis zum 14. März geschlossen. "Unsere Tiere und Mitarbeiter warten sehnsüchtig auf die Besucher, aber die aktuell noch ungesicherte Sachlage für einen Tierparkbesuch und die damit einhergehenden Maßnahmen und Hygienevorschriften machen eine kurzfristige Öffnung am 8. März 2021 leider nicht möglich", erklärt Albrecht die Entscheidung. Die Vorbereitung für die Wiedereröffnungen laufen seinen Angaben nach bereits "auf Hochtouren". Auf der eigenen Website werde es stets tagesaktuelle Informationen zur geplanten Wiedereröffnung geben.

Das könnte Sie auch interessieren:

Lesen Sie hier den Corona-Newsblog für Hamburg und den Norden vom Vortag

( josi/pum/lag/hspjk/dpa/afp/krk )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg