Hamburg

Das digitale Matthiae-Mahl und der Klimaschutz

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Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD)

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD)

Foto: Michael Rauhe

Peter Tschentscher allein im Rathaus – fast. Er mahnt mehr Einsatz für Pressefreiheit, Frauenrechte und gegen Diskriminierung an.

Beim Matthiae-Mahl 2021 hob Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) die Verantwortung von Metropolen für den Klimaschutz hervor und betonte die Wichtigkeit von internationaler Zusammenarbeit. Weltweit seien Städte für 70 bis 80 Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich, die entscheidenden Schritte beim Klimaschutz müssten also in den Metropolen erfolgen. Dort seien auch die nötigen Kompetenzen aus Wissenschaft und Technologie vorhanden.

Dieser Verantwortung habe sich Hamburg bereits angenommen: Schon jetzt würden die U- und S-Bahnen mit 100 Prozent Öko-Strom fahren, mehr als 15.000 Haushalte in Hamburg könnten mit klimafreundlicher Wärme versorgt werden.

Matthiae-Mahl 2021 mit polnischem Ehrengast

Dem Bürgermeister Warschaus Rafal Trzaskowski, einem Ehrengast des Mahls, sagte Tschentscher Hamburgs Unterstützung im Einsatz für Pressefreiheit, Frauenrechte und gegen Diskriminierung zu. Trzaskowski hatte im Jahr 2019 gemeinsam mit den Bürgermeistern von Bratislava, Budapest und Prag den „Pakt der freien Städte“ geschlossen. Mit diesem wollen sich die Politiker für Weltoffenheit und den Klimaschutz einsetzen – auch in Abgrenzung zu ihren jeweiligen Landesregierungen.

Trzaskowski selbst sprach am Freitag über den Green Deal der Europäischen Kommission, der bis 2050 klimaneutrales Wirtschaften in Europa erreichen soll. „Als Bürgermeister von Warschau kann ich Ihnen sagen: Der Green Deal ist keine Politik“, sagte Trzaskowski auf Englisch. Er sei vielmehr ein neuer Weg, um auf urbane Entwicklung zu schauen. In Warschau priorisiere man den öffentlichen Nahverkehr. Wichtig sei etwa, das private Auto auch mal zu Hause zu lassen. Auch die Nutzung von Kohleöfen werde reduziert.

Wie Corona-Krise und Klimaschutz zusammenhängen

In der Corona-Krise dürfe der Klimaschutz nicht zurückstehen, sagte Warschaus Bürgermeister. „Die großen Prioritäten dürfen nicht vergessen werden“, so Trzaskowski. Veränderung müsse in Europa gemeinsam geschehen. Warschau werde der Landesregierung nicht erlauben, gute deutsch-polnische Verbindungen zu zerstören.

Bürgermeister Tschentscher dankte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) – dem zweiten Ehrengast des Abends – für die Unterstützung dabei, das Kohlekraftwerk Moorburg vom Netz zu nehmen. Die künftige Produktion von grünem Wasserstoff in Moorburg stehe beispielhaft dafür, „wie Klimaschutz unsere Wirtschaft modernisiert und zukunftsfähige Arbeitsplätze schafft“, sagte die Bundesumweltministerin.

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Abschließend sagte Schulze, es sei richtig, auch während der Pandemie zu investieren: „Wir dürfen uns unser Klima, wir dürfen uns unsere Städte nicht kaputtsparen.“

Am Freitag hatte das Matthiae-Mahl 2021 coronabedingt erstmals nur digital stattgefunden, der NDR übertrug es online. Neben den Ehrengästen konnten Zuschauer aus ganz Hamburg und seinen Partnerstädten so virtuell teilnehmen.

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