Hamburger Krankenhaus

Erzbistum verhandelt mit Interessenten über Groß-Sand

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Das WIlhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand in Hamburg.

Das WIlhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand in Hamburg.

Foto: Michael Rauhe / FUNKE Foto Services

Bis Ende Juni rechnen die Verantwortlichen mit einer Vertragsunterzeichnung. Chefarzt Reinpold verlässt das Krankenhaus Ende März.

Hamburg.  Eigentlich hatten sich die Bürgerschaftsabgeordneten von der Sondersitzung des Gesundheitsausschusses zum Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand neue Erkenntnisse darüber erhofft, wie es mit der angeschlagenen Klinik weitergeht. Immerhin hatte es geheißen, es gebe mittlerweile einen ernsthaften Interessenten, dem das Erzbistum Hamburg das Haus überlassen wolle. Die Hoffnung wurde enttäuscht: Domkapitular Bertold Bonekamp machte dazu keine konkreten Aussagen.

Immerhin sagte er so viel: Es gebe Interessenten, und zwar so viele, dass man eine engere Wahl getroffen habe. „Diese Interessenten aus der engeren Wahl sollen bis Mitte März ihre Angebote konkretisieren“, sagte Bonekamp. „Dann wollen wir weiterverhandeln. Unser Ziel ist es, bis Ende Juni einen unterschriftsreifen Vertrag mit einem Interessenten zu haben.“

Groß Sand: Investitionsstau droht den Klinikbetrieb einzuschränken

Das Erzbistum Hamburg hatte das Krankenhaus 2016 von der Wilhelmsburger Kirchengemeinde St. Bonifatius übernommen, die sich mit der Führung und Finanzierung der Klinik überfordert sah. Die Gemeinde hatte das Krankenhaus 1948 gegründet. Über den Stadtteil hinaus bekannt ist Groß-Sand als Geria­trie-Schwerpunktklinik sowie für seine Hernienchirurgie (Hernie = Eingeweidebruch). Als kleines Krankenhaus – es hat lediglich 207 Betten – ist Groß-Sand im fallzahlbasierten Finanzierungssystem der Kliniken im Nachteil. Dazu kommen hohe Pensionsbelastungen. Beides führt zu einem Investitionsstau, der den Klinikbetrieb einzuschränken droht.

„Wir haben das Krankenhaus von der Gemeinde übernommen, weil wir es erhalten wollen“, sagte Bonekamp, „aber wir müssen feststellen, dass auch wir als Bistum damit überfordert sind, weil wir die Expertise nicht haben.“

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Chefarzt Reinpold will in Hamburg eigenes Hernienzentrum aufbauen

So weit war das den Abgeordneten allerdings bekannt. Sie forderten konkrete Aussagen zur Zukunft der Klinik noch in den nächsten Wochen. „Sie sind es den Wilhelmsburgern schuldig und auch dem Personal“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Claudia Loss, selbst Krankenschwester in Groß-Sand. „Je länger die Unsicherheit andauert, desto mehr Beschäftigte werden sich neue Stellen anderswo suchen.“ Dazu passt eine Personalie: Der Gründer der Hernienchirurgie und Chirurgie-Chefarzt, Wolfgang Reinpold, verlässt Wilhelmsburg Ende März, um in Hamburg ein eigenes Hernienzentrum aufzubauen.

( xl )

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