Groß Sand

Groß-Sand: Letzte Chance für den Erhalt des Krankenhauses

Das Krankenhaus Groß Sand in Wilhelmsburg.

Das Krankenhaus Groß Sand in Wilhelmsburg.

Foto: Michael Rauhe / FUNKE Foto Services

Hamburg ist bereit, weiter Geld in das katholische Krankenhaus zu stecken. Dafür werden dem Bistum Bedingungen gestellt.

Hamburg.  Das Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand kann wahrscheinlich doch erhalten werden, berichten Bürgerschaftsabgeordnete aus Harburg und Wilhelmsburg von einer Sitzung des Gesundheitsausschusses der Hamburgischen Bürgerschaft. Dort hatte Sozial- und Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) den Stand der Dinge erläutert. „Danach sei die Stadt Hamburg bereit, Bau- und Modernisierungsarbeiten in dem Krankenhaus weiterhin zu fördern.

Voraussetzung sei, dass das Erzbistum Hamburg als Träger des Klinik konkrete Pläne für ein zukunftsfähiges Krankenhaus vorlegt“, sagt der Wilhelmsburger Abgeordnete Michael Weinreich (SPD). „Die Freie und Hansestadt Hamburg hat in der Vergangenheit Geld für den Ausbau der Chirurgie in Groß-Sand zurückgestellt. Es sieht aus, als könnte das Geld auch für andere Projekte des Krankenhauses abgerufen werden, so lange sie dem Erhalt der Klinik als volles Krankenhaus zugute kommen. Jetzt ist es am Erzbistum, hier Pläne vorzulegen.“

Lenkungsgruppe will defizitäres Krankenhaus Groß-Sand retten

Nachdem das Bistum, das selbst unter Geldmangel leidet, die defizitäre Klinik zunächst schließen wollte, hatten Stadt, Krankenkassen und Bistum eine Lenkungsgruppe gegründet, um andere Lösungen zu erarbeiten. Aus dieser Gruppe wurde im Ausschuss berichtet. Dabei wurde auch klar: Die bereits geschlossene Pflegeschule Groß-Sand wird nicht wieder geöffnet. „Das ist in doppelter Hinsicht schlecht“, sagt Weinreich, „einerseits waren die Pflegeschüler ein Gewinn für den Stadtteil, „andererseits ist es für eine kleine Klinik wie diese leichter, Personal zu gewinnen, wenn sie selbst ausbildet.“

Auch andere Abgeordnete freuen sich: „Wenn das Bistum auf das Angebot eingeht, kann das Krankenhaus Groß-Sand erhalten werden“, sagt Gudrun Schittek, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bürgerschaftsfraktion, „aber wir können nur helfen, wenn das Bistum alle Daten und Fakten auf den Tisch legt. Die hohen Verluste der Klinik sind mehr als erklärungsbedürftig.“

Die SPD-Gesundheitssprecherin Claudia Loss, selbst Krankenschwester in Groß-Sand, sagt: „Das Erzbistum muss belastbare Zahlen in die Beratungen einbringen. Von Luftschlössern haben der Stadtteil und die Beschäftigten längst genug!“