Hamburg

Mitarbeiter von Behörden sind mehr und länger krank

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Ein Mitarbeiter des Kundenzentrums Bergedorf im Gespräch (Symbolbild).

Ein Mitarbeiter des Kundenzentrums Bergedorf im Gespräch (Symbolbild).

Foto: Roland Magunia/Hamburger Abendblatt

Im Schnitt sind es 24,7 Tage pro Jahr. Der Hamburger Senat meint, die Ursachen für den Anstieg zu kennen.

Hamburg.  Die Mitarbeiter von Hamburger Behörden, Ämtern und Landesbetrieben sind immer häufiger beziehungsweise länger krank. Die Zahl der Krankheitstage nahm 2019 in Behörden und Ämtern von rund 953.000 auf 988.000 zu, jeder Mitarbeiter war im Durchschnitt 24,7 Tage im Jahr krank – 2018 waren es noch 24,2 Tage. Das geht aus Senatsantworten auf eine Kleine Anfrage der bisherigen FDP-Bürgerschaftsabgeordneten Jennyfer Dutschke hervor.

In den separat von den Behörden ausgewerteten Landesbetrieben stieg die Zahl der Krankentage je Mitarbeiter sogar von 25,0 in 2018 auf 25,9 im Vorjahr. Spitzenreiter bei den Erkrankungen waren 2019 der Landesbetrieb Gebäudereinigung mit durchschnittlich 53,9 Krankheitstagen pro Mitarbeiter, gefolgt vom Planetarium (43,8 Tage) und der Hamburgischen Münze (40,7 Tage).

Bei Behörden und Ämtern gab es die meisten Fehlzeiten in den Bezirksämtern Wandsbek (32,0) und Mitte (30,7) und der Sozialbehörde (29,1 Tage). Am niedrigsten lag die Erkrankungszeit pro Mitarbeiter beim Rechnungshof (14,6) und beim Datenschutzbeauftragten (15,7).

Steigende Fehlzeiten in deutscher Arbeitswelt

Steigende Fehlzeiten sind kein Phänomen allein der hamburgischen Verwaltung“, heißt es zu dem Thema aus dem Personalamt des Senats. „Es gibt entsprechende Entwicklungen in weiten Teilen der deutschen Arbeitswelt, im öffentlichen wie im privaten Bereich. Fehlzeiten können vielfältige Ursachen haben, die aus dem privaten ebenso wie dem beruflichen Umfeld stammen können.“

Die gesamtgesellschaftliche Entwicklung mit einem Leben, das „schneller, anspruchsvoller, fordernder und ungewisser“ werde, „ohne dass die Ressourcen der Menschen und ihre Resilienz sich automatisch im gleichen Umfang fortentwickelt“ hätten, spiegele sich „auch in der Arbeitswelt und in Krankmeldungen wider“.

Moderne Arbeitswelt überfordert die Menschen immer häufiger

Mithin: Auch für den Senat zeigt sich in den steigenden Erkrankungszahlen, dass die moderne Arbeitswelt die Menschen immer häufiger überfordere. „Der Senat will diesen Befund aber nicht stehen lassen, sondern im Rahmen seiner Möglichkeiten gegensteuern“, so das Personalamt. Dazu gehöre zunächst eine Analyse der Lage. Danach seien „auch in der hamburgischen Verwaltung wie bei anderen Arbeitgebern die wichtigsten Gründe für Krankmeldungen Erkrankungen des Atmungssystems (Erkältungen, Grippe), Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems (,Rücken‘) und psychische Erkrankungen“.

FDP-Politikerin Dutschke forderte den kommenden Senat auf, „auf der Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen die Gesundheitsprävention im öffentlichen Dienst neu zu justieren“. Ende 2018 waren 71.290 Menschen bei der Stadt beschäftigt, Ende 2019 bereits 72.600. Im zuletzt abschließend erhobenen Jahr 2018 lag die Fehlzeitenquote laut Personalamt bei 9,3 Prozent.

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