Hamburg

Miete zu hoch: Sankt-Pauli-Museum muss schließen

Kiezfotograf Günter Zint in dem von ihm gegründeten Sankt-Pauli-Museum.

Kiezfotograf Günter Zint in dem von ihm gegründeten Sankt-Pauli-Museum.

Foto: Malte Christians / dpa

Nach einer Mieterhöhung sieht sich das von Kiezfotograf Günter Zint gegründete Haus zur Aufgabe der Räume gezwungen.

Hamburg. Das von Kiezfotograf Günter Zint in Hamburg 1988 gegründete Sankt-Pauli-Museum schließt Ende März seinen Standort in der Davidstraße auf St. Pauli. Grund sei eine neuerliche Mieterhöhung auf 6300 Euro pro Monat.

„Die Mieterhöhung ist über den Betrieb unseres unsubventionierten Museums unmöglich zu bewältigen. Rein wirtschaftlich müssten wir uns sogar früher aus dem Vertrag verabschieden. Rein organisatorisch wird uns das leider nicht gelingen“, teilte Julia Staron, Vorstand des Museumsvereins, am Sonnabend in Hamburg mit. Die Kündigung der seit 2010 genutzten Mieträume sei bereits erfolgt. Ein neuer Standort werde gesucht.

Sankt-Pauli-Museum will Vielfalt sichtbar machen

„Das Museum liegt mitten in einem Quartier, das nicht nur für Glanz, Glamour und Rotlicht steht, sondern auch für Obdachlosigkeit und Armut, für Widerstand und Lebensraum“, sagte Eva Decker, Vorstandsmitglied und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums. Die Einrichtung verstehe sich auch als Beitrag zur Aufarbeitung und Sichtbarmachung der vielen Identitäten des Stadtteils etwa durch gemeinsame Aktionen mit der Antikältehilfe für Obdachlose.

Dem gegenüber stehe nun die Feststellung, dass eine tatsächliche Kostendeckung des Betriebs unter den gegebenen Umständen zur ortsüblichen Miete unmöglich sei. Das Museum ist nach mehreren Umzügen seit 2010 in der Davidstraße beheimatet.