Hamburg

CDU-Politiker protestieren gegen Tierversuche

Tausende demonstrierten in Neugraben gegen Tierversuche.

Tausende demonstrierten in Neugraben gegen Tierversuche.

Foto: Rolf Zamponi

Vize-Fraktionschef Dennis Thering fordert engmaschigere Kontrollen der Labore und ein generelles Verbot von Tierversuchen.

Hamburg. Dennis Thering, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion, fordert engmaschigere Kontrollen von Tierversuchslaboren und mittelfristig ein generelles Verbot von Tierversuchen. „Die unerträglichen Bilder aus dem Tierversuchslabor in Neu Wulmstorf gehen mir nicht mehr aus dem Kopf. Diesem unwürdigen Treiben zulasten der Tiere muss dort ein Ende gesetzt werden“, sagt Thering.

Vor knapp zwei Wochen waren mehr als 7000 Demonstranten aus Protest gegen die Zustände in dem umstrittenen Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) auf die Straße gegangen und hatten dessen Schließung gefordert. Die Einrichtung südlich von Hamburg unterliegt der Kontrolle des Nachbarlandes Niedersachsen. „Auch bei uns in Hamburg werden an Tieren in verschiedenen Einrichtungen Versuche durchgeführt. Die Zahl der Tierversuche muss auf ein Minimum reduziert werden und darf nur dann erfolgen, wenn es gar keine andere Möglichkeit gibt, lebenswichtige Medikamente zu testen“, sagte der CDU-Politiker. „Mittelfristig müssen die Tierversuche komplett eingestellt werden“, forderte Thering.

Kontrollintervall für Tierversuchseinrichtungen beträgt drei Jahre

„Bis zu einem Verbot müssen die Labore in Hamburg engmaschig kontrolliert und die Haltungsbedingungen der Tiere optimiert werden“, sagte Thering. Laut der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Politikers sind von Januar bis September 2019 in Hamburg 243 Anträge für Tierversuchsvorhaben gestellt worden. Im Jahr zuvor waren es 430 und in 2017 dann 498 Anträge. Von den insgesamt rund 1200 Vorhaben wurden nur zwei abgelehnt.

Laut Tierschutzgesetz beträgt das Kontrollintervall für Tierversuchseinrichtungen drei Jahre. „Bei Bedarf werden die Kontrollen risikoorientiert häufiger durchgeführt“, heißt es in der Senatsantwort. „Die Kontrolldichte bewegt sich in Hamburg eher in Richtung gesetzliches Mindestmaß. Der Vorfall in Niedersachsen hat gezeigt, dass das nicht ausreicht“, sagte Thering. „Wenn die Tiere schon für Versuche herhalten müssen, muss der rot-grüne Senat die Kontrollen deutlich erhöhen, damit sich solche Bilder wie in Niedersachsen nicht hier wiederholen.“ Thering kritisierte außerdem, dass die zuständige Behörde nach Erteilung der Genehmigung für einen Tierversuch keine Kontrolle hinsichtlich der personellen Besetzung der Labore mehr durchführt.