Öffentlicher Nahverkehr

CDU: Hamburger brauchen WLAN in allen U- und S-Bahn-Zügen

Zwar soll bis Jahresende an allen S-Bahn-Stationen in Hamburg WLAN verfügbar sein – dies gilt jedoch nicht für die Züge.

Zwar soll bis Jahresende an allen S-Bahn-Stationen in Hamburg WLAN verfügbar sein – dies gilt jedoch nicht für die Züge.

Foto: imago/Chris Emil Janßen

Bisher nirgends WLAN während der Fahrt. Firmen verweisen auf technische Schwierigkeiten. AKN prüft Angebot in einigen Zügen.

Hamburg.  Der rot-grüne Senat hält es derzeit offenbar nicht für nötig oder nicht für möglich, künftig auch in den Zügen der Hamburger U- und S-Bahnen und der AKN freies WLAN anzubieten. Zwar sollen bis Jahresende auch an allen S-Bahn-Stationen WLAN verfügbar sein – so wie es bereits an allen Stationen von U-Bahnen und AKN der Fall ist. Auch sind bereits alle 1024 Busse der Hochbahn und rund neun Prozent der VHH-Busse mit WLAN ausgestattet – und die AKN verhandelt darüber, ihre Züge des Typs LINT 54 mit dem kabellosen Internetzugang auszustatten.

Auf den Fahrten mit U- und S-Bahnen oder den Hadag-Fähren aber wird es auch in Zukunft in Hamburg keine dieser modernen Netzverbindungen geben. Lakonische Feststellung des Senats in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Verkehrspolitikers Dennis Thering: „Im Übrigen ist derzeit keine weitere Ausstattung geplant.“

WLAN in Hamburger Zügen – CDU fordert Umdenken

Die CDU hält das für falsch und fordert nun in einem Bürgerschaftsantrag ein Umdenken. Dabei verweist Verkehrspolitiker Thering nicht nur auf Städte wie Berlin oder München, in denen WLAN auch in Zügen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) geplant sei – sondern auch auf die intensive Nutzung an Hamburger Stationen. So haben laut Senatsantwort allein an den AKN-Stationen im vergangenen Jahr rund 1,4 Millionen Menschen das WLAN, in den VHH-Bussen waren es 121.000.

„Im Zeitalter des Internets ist es für eine Metropole wie Hamburg von herausragender Bedeutung, eine flächendeckende Versorgung mit WLAN zu gewährleisten“, heißt es in dem CDU-Bürgerschaftsantrag. Diese „setzt dabei insbesondere voraus, dass der gesamte öffentliche Raum und speziell Hamburgs öffentliche Verkehrsmittel das Surfen im Internet umfassend ermöglichen“. Der Senat solle daher prüfen, „inwiefern und binnen welchen Zeitraums eine flächendeckende WLAN-Ausstattung der Züge der Hamburger U- und S-Bahnen, der Züge der AKN und der Fähren der HADAG machbar“ sei und was diese kosten würden – und zum 31. Januar 2020, also noch vor der Bürgerschaftswahl darüber berichten.

"Menschen in Hamburg surfen während der Fahrt gern im Internet"

„Die große Zahl der WLAN-Nutzerinnen und Nutzer zeigt, dass die Menschen in Hamburg bei ihren Busfahrten und in Bahnhaltestellen gerne im Internet surfen oder soziale Medien nutzen“, sagte CDU-Verkehrspolitiker Thering. „Diese Tatsache ist ein unschlagbarer Vorteil der öffentliche Verkehrsmittel gegenüber dem Auto. Nur durch attraktive Bahnen und Busse wird der Umstieg vom Auto auf die öffentlichen Verkehrsmittel gelingen. Neben pünktlichen, sicheren und nicht überfüllten Bahnen und Bussen, spielt die flächendeckende WLAN-Verfügbarkeit eine weitere wichtige Rolle.“ Hochbahn und S-Bahn sollten sich von der AKN, die eine WLAN-Ausstattung von Zügen prüft „eine Scheibe abschneiden und zeitnah nachziehen“, so Thering.

Die zuständige Behörde für Wirtschaft und Verkehr verweist bei der Frage, warum eine Ausstattung der Züge mit WLAN derzeit nicht geplant wird, auf die Aussagen von S- und Hochbahn. Von der S-Bahn Hamburg heißt es, dass eine Ausstattung der Züge mit WLAN „technisch nur sehr aufwendig umzusetzen ist, insbesondere die Ausstattung in den Tunneln“. Für eine WLAN--Versorgung wäre dort eine „sehr engmaschige LTE-Versorgung notwendig, diese ist noch nicht ausreichend vorhanden“. Deshalb habe die S-Bahn „im ersten Schritt entschieden, uns auf die Bahnhöfe zu konzentrieren und den Kunden hier WLAN anzubieten. Aktuell gibt es deshalb keinen Zeitplan zur Ausstattung der Züge.“

Hochbahn: Zugang nicht in Planung

Die für die U-Bahn zuständige Hamburger Hochbahn argumentiert ganz ähnlich. „Das Angebot eines WLAN-Zugangs ließe sich in den U-Bahn-Fahrzeugen derzeit nur über Router mit LTE-Zugang darstellen. Ein solcher Zugang ist aufgrund der beschränkten Anzahl an nutzbaren Frequenzen im Tunnel bei steigender Anzahl an LTE-Endgeräten nicht stabil darstellbar und daher nicht in Planung“, so die Hochbahn. Dafür seien aber bereits heute alle 92 U-Bahn-Haltestellen mit WLAN-Zugang per Glasfaserkabel ausgestattet.