Klimaschutz

Wasserstoff-Tankstellen für Lkw werden in Hamburg entwickelt

In Hamburg wird Wasserstoff als möglichen Alternative zum Dieselkraftstoff im Fernverkehr erprobt.

In Hamburg wird Wasserstoff als möglichen Alternative zum Dieselkraftstoff im Fernverkehr erprobt.

Foto: Ole Spata / dpa

Modellprojekt der Bundesregierung will mit Hamburger Unternehmen Brennstoffzellen-System für Fernverkehr entwickeln.

Hamburg/Berlin. Das in Hamburg ansässige Energieunternehmen Shell ist an einem zukunftsweisenden Mobilitätsprojekt der Bundesregierung beteiligt. Der Konzern wird Wasserstoff-Tankstellen für Schwerlast-Lkw mit Brennstoffzellen-System entwickeln, die auf der Langstrecke fahren sollen.

Das Haus von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) fördert die Entwicklung der neuen Technologie mit 8,5 Millionen Euro, auf Shell entfallen davon 3,5 Millionen Euro. Der Fahrzeug-Hersteller MAN soll den Langstrecken-Lkw und die Integration des Brennstoffzellen-Systems sowie des elektrischen Antriebs entwickeln. Das Wasserstoff-Speichersystem soll die Anleg GmbH aus Wesel beisteuern.

Wasserstoff als mögliche Alternative zum Dieselkraftstoff im Fernverkehr?

Laut Paul Karzel von Shell Wasserstoff dauert die Betankung von Lkw mit Wasserstoff an herkömmlichen Pkw-Tankstellen zu lange. Während Pkw zwischen vier und sieben Kilogramm Wasserstoff aufnehmen, beträgt die Füllmenge für Lkw rund 80 Kilogramm.

Die Lkw-Wasserstoff-Tankstelle der Zukunft könnte nach den Worten Karzels aus zwei Containern bestehen. In dem einen Behälter wird der Wasserstoff gespeichert, während der andere die Technologie für die Betankung enthält. Dazu soll auch eine Brennstoffzelle zählen, die den Tankvorgang unabhängig vom Stromnetz macht. Zwar sei die Tankstelle als ortsfeste Station geplant, aber die Anlage könne auch auf einen Sattelschlepper geladen werden.

Ziel des Projekts ist die Erprobung von Wasserstoff als einer möglichen Alternative zum Dieselkraftstoff im Fernverkehr. „Um unsere Klimaschutzziele zu erreichen, brauchen wir Wasserstoff und wasserstoffbetriebene Technologien. So können Wind und Sonne zum Antrieb für unsere Autos, Lkw und Flugzeuge werden.

Mit diesem Projekt werden wir deutsche Exportschlager entwickeln“, sagte der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß, der sich für die Beteiligung von Shell eingesetzt hatte. Allerdings: Im Mai hatte der japanische Autohersteller Toyota bereits einen Brennstoffzellen-Lkw in Zusammenarbeit mit dem US-Produzenten Kenworth vorgestellt.