Hamburger Tierschutzverein

Tierschützer erheben schwere Vorwürfe gegen Deichschäfer

Eine Lamm hängt in einem zerstörten Zaun fest: Unter anderem mit diesem Foto dokumentiert der Hamburger Tierschutzverein die angeblichen Missstände bei dem Deichschäfer.

Eine Lamm hängt in einem zerstörten Zaun fest: Unter anderem mit diesem Foto dokumentiert der Hamburger Tierschutzverein die angeblichen Missstände bei dem Deichschäfer.

Foto: Tierschutzverein von 1841

Moorwerder Schäfer soll Tiere misshandelt haben. Veterinäramt hat sich laut Hamburger Tierschutzverein nicht genug gekümmert.

Hamburg. Der Hamburger Tierschutzverein erhebt schwere Vorwürfe gegen einen Moorwerder Schäfer: Schafe und Hütehunde würden trotz dringender Notwendigkeit medizinisch nicht betreut, misshandelt und vernachlässigt, schreibt der Verein in einer Pressemitteilung. "Tote Lämmer liegen auf den Weiden, Tiere mit gebrochenen Gliedmaßen werden sich selbst überlassen und sterbend wie Abfall entsorgt und Schafe ohne Betäubung getötet", so die Tierschützer weiter.

Dem Verein lägen mehrere Meldungen zu massiven Missständen bei der Haltung der etwa 1.000 Schafe und zu unrechtmäßigen Tötungen von Tieren an der Süderelbe vor.

Bezirksamt kümmert sich angeblich nicht

Die Tierschützer werfen zudem dem Veterinäramt des Bezirksamts Hamburg-Mitte vor, sich nicht ausreichend um die Gesundheit der Deichschafe zu kümmern. Dabei werde der Schäfer sogar von der Stadt dafür bezahlt, mit seinen Tieren die Deiche instand zu halten. Da mehrere Kontrollen des Veterinäramtes nicht zu besseren Haltungsbedingungen geführt hätten, müsse der Bezirk nun Konsequenzen ziehen, fordern die Tierschützer. "Uns ist nicht nachvollziehbar, warum das Bezirksamt Mitte den Vertrag nach Bekanntwerden der eklatanten Vertragsverletzungen und Gesetzesverstöße nicht unverzüglich gekündigt hat."

Das Bezirksamt Hamburg-Mitte weist die Kritik zurück: Die Herde sei mehrfach kontrolliert und Schafe mit Klauenkrankheiten von gesunden Tieren getrennt worden. Sollten weitere Tiere erkranken, sei das Bezirksamt auf Hinweise angewiesen. "Wir können ja nicht 24 Stunden neben der Weide stehen", sagte eine Sprecherin dem NDR. Der Bezirk befragt nun Zeugen und will danach entscheiden, wie die Zusammenarbeit mit dem Schäfer weitergeht.