Klimawandel

Greta Thunberg heuert auf Hamburger Hochseeyacht an

Hamburger will in 5,5-Mio-Euro-Yacht um die Welt

Die Malizia-Yacht „Club de Monaco“ liegt zur Zeit im Sandtorhafen in der Hafencity.

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16-jährige Klimaaktivistin rast mit wenig Komfort, aber emissionsfrei über den Atlantik – gemeinsam mit Boris Herrmann.

Hamburg. Die Klimaaktivistin Greta Thunberg (16) heuert auf einer Hamburger Hochseeyacht an. Die Schwedin wird auf dem Schiff "Malizia" des Hamburger Skippers Boris Herrmann nach New York zum UN-Klimagipfel segeln. Los geht´s Mitte August im südenglischen Plymouth. Zwei Wochen später soll die Yacht in New York festmachen. Die Tour soll später dann nach Mittel- und Südamerika führen und bis weit ins kommende Jahr andauern.

Für diese Reise nimmt die 16-Jährige ein Sabbatjahr von der Schule, nachdem sie die Gesamtschule nach der 9. Klasse abgeschlossen hat. Sie will zahlreiche Veranstaltungen in Nordamerika besuchen und Menschen treffen, die vom Klimawandel und den ökologischen Folgen besonders bedroht sind, aber auch Klimaaktivisten und Entscheidungsträger. In Südamerika will sie Orte aufsuchen, die eine besondere Bedeutung beim Kampf gegen die Klimakrise haben.

Greta Thunberg bei Instagram

Schadstoffarme Vehikel für die Reise über Land

"Während des zurückliegenden Jahres haben Millionen junge Menschen ihre Stimme erhoben, um die führenden Köpfe der Welt aufzuwecken und auf die Klima- und Umweltkatastrophe hinzuweisen. In den kommenden Monaten werden die Events in New York und Santiago de Chile zeigen, ob sie zugehört haben. Zusammen mit vielen anderen jungen Menschen aus Amerika und der Welt werde ich dort sein, auch wenn die Reise lang und herausfordernd sein wird", so Greta Thunberg.

Greta Thunberg verzichtet auf eine Reise im Flugzeug, weil durch den Flugverkehr enorme Mengen von Schadstoffen ausgestoßen werden. Auch für die Reisen über Land im Amerika werden die Transportmöglichkeiten gewählt, welche die geringstmögliche CO-Belastung mit sich bringen.

Pierre Casiraghi ist von der jungen Schwedin beeindruckt

Greta wird von ihrem Vater sowie Boris Herrmann und dem Gründer vom Team Malizia, dem Monegassen Pierre Casiraghi, begleitet. Der Törn mit der Yacht „Malizia“ werde vollkommen emissionsfrei sein. Der 38-jährige Herrmann sagte, er fühle sich geehrt, dass Greta auf seinem Schiff unterwegs sei. „Sie steht erstaunlich couragiert auf gegen Ignoranz und Ungerechtigkeit in Bezug auf die Klimakrise. Ich fühle Demut, dass Greta unser Angebot angenommen hat, mit der ‘Malizia’ als sauberste und umweltschonendste Möglichkeit den Atlantik zu überqueren – trotz des fehlenden Komforts für sie.“

Auch Pierre Casiraghi ist von der jungen Schwedin beeindruckt: "Greta ist eine Botschafterin, die eine zentrale Nachricht, sowohl für unsere Gesellschaft als auch für das Überleben zukünftiger Generationen, übermittelt. Das Team Malizia und ich sind stolz, Greta mit dieser herausfordernden Überführung über den Atlantik zu bringen, heutzutage leider die einzige Möglichkeit ohne Emissionen aus fossilen Brennstoffen. Hoffentlich wird sich dies in naher Zukunft ändern. Respekt vor Gretas Mut, dieses Abenteuer anzunehmen und sich uneingeschränkt zu engagieren, zu opfern und für die wohl größte Herausforderung, die die Menschheit betrifft, zu kämpfen.“

Das wird „infernalisch“

Schon die Überfahrt nach New York wird eine Herausforderung. Wie das Magazin „Yacht“ schreibt, ist die „Malizia“ ein bis zur Schonungslosigkeit optimierter Renner. Der Imoca 60 mit Tragflügeln zähle zu den derzeit modernsten und leistungsfähigsten Einrumpfyachten weltweit. „Es gibt nur zwei Rohrkojen, kein Klo, keinen Wassertank. Als Pantry steht lediglich ein winziger Gaskocher aus der Expeditionsausrüstung zur Verfügung.“ Ab 15 Knoten Geschwindigkeit verstehe man unter Deck kaum sein eigenes Wort, ab 20 Knoten werde es „infernalisch“, schreibt das Magazin.

Wenn Greta in den USA angekommen ist, hat sie noch gut drei Wochen Zeit, bis dort die großen Aktionen stattfinden. Am 20. und 27. September soll es globale Klimastreiks geben, an denen sie teilnimmt, und dazwischen die „Woche für die Zukunft“, die die Jugend, Eltern, Handelsvereinigungen viele andere mobilisieren soll. Die Organisatoren rechnen damit, dass es zur größten weltweiten Mobilisierung gegen die Klimakatastrophe kommen wird.

Am 23. September findet in New York City der UN Climate Action Summit statt, an dem auch Great sprechen wird. Dazu wurden Länder eingeladen, um ihre konkreten Pläne zur Verbesserung ihrer Klimaziele in 2020 aufzuzeigen, die dem Abkommen von Paris genügen sollten. Vom 2. bis 13. Dezember wird Greta an der UN-Klimakonfernz in Santiago de Chile teilnehmen. Zudem sind weitere Besuche in Kanada und Mexiko geplant.