Hamburg

Die ersten Ideen für ein „neues“ Alstervergnügen

Menschen auf dem Alstervergnügen (Archivbild)

Menschen auf dem Alstervergnügen (Archivbild)

Foto: Marcelo Hernandez

City-Managerin Brigitte Engler: Der Umbau der Uferseiten bringt das "Potenzial für eine wirklich hochkarätige Veranstaltung".

Hamburg.  Jeder Schlussstrich kann ein Neuanfang sein. Vielleicht gilt das ja auch für das Alstervergnügen. Die traditionelle Veranstaltung rund um die Binnenalster wurde gerade zum zweiten Mal in Folge wegen zu hoher Sicherheitskosten und fehlenden Sponsoren abgesagt – und eine Fortsetzung ist laut Senat nicht geplant. Doch ein endgültiges Aus nach mehr als 40 Jahren können sich viele Hamburger nicht vorstellen. Sie wünschen sich eine Fortführung des Alstervergnügens, wenn auch in anderer Form.

„Wir haben jetzt die Chance, neu nachzudenken, wie wir unsere Innenstadt präsentieren wollen“, sagt Dominik Lorenzen, Wirtschafts- und Tourismussprecher der Grünen. „Warum nicht mit einem komplett nachhaltigen Sommer-Festival mit regionalem Essen, ohne Müllberge und vielen lokalen und kleinteiligen Kultur-, Freizeit - und Mitmachangeboten? Hier könnte sich die große Vielfalt an sozialen und ökologischen Projekten in dieser Stadt zeigen. Das wäre ein echter Gewinn für Hamburg.“

Auch Dorothee Martin, Fachsprecherin für Tourismus bei der SPD, wünscht sich eine Fortführung des Festes. „Ich stelle mir hier eine spezielle Veranstaltung vor, auf der sich lokalen Kleinkünstler präsentieren können. Natürlich brauchen wir auch Hafengeburtstag, Schlagermove und Stadtteilfeste, die dem reinen Amüsement dienen. Aber es sollte auch ein Festival geben, das mehr bietet.“

Senat soll Ideenwettbewerb ausschreiben

Ob ein jährlich wiederkehrendes Fest oder eine dauerhafte Veränderung, etwa durch schwimmende Pontons – da will sich Michael Kruse, Fraktionschef der FDP und dort für Wirtschaft zuständig, nicht festlegen. „Wichtig ist, dass die Attraktivität der Binnenalster erhöht wird“, so der Politiker, der den rot-grünen Regierungsparteien „wenig Engagement“ in Sachen Alster vorwirft.

„Die Hamburger würden gerne häufiger hier her kommen, aber es gibt an der Binnenalster zu wenig Plätze mit Aufenthaltsqualität.“ Er schlägt einen Ideenwettbewerb vor, den der Senat ausschreiben könnte. „Hamburg hat so viele Kreative. Sie sollten die Chance bekommen, sich mal mit dem Thema zu beschäftigen.“

Sicherheitsmaßnahmen in das Gesamtkonzept einbinden

Auch Citymanagerin Brigitte Engler plädiert für ein „neues“ Alstervergnügen. „In den vergangenen Jahren hat der Veranstalter RSW mit weißen Zelten am Jungfernstieg, Tanz, anspruchsvoller Musik wie Jazz und ruhigeren Zonen mit einem hochwertige Weinangebot, schon Schritte in die richtiger Richtung getan“, sagt sie. Dieses Konzept gelte es, weiter zu verfolgen. Realisiert werden könne es, sobald die Umgestaltungen von Jungfernstieg, Neuem Jungfernstieg und Ballindamm abgeschlossen sind.

Im Zuge der Maßnahmen, die im Herbst beginnen und etwa eineinhalb Jahre dauern sollen, entsteht am Ballindamm ein Boulevard, die beiden anderen Straßen erhalten Uferpromenaden. „Dann haben wir hier Potenzial für eine wirklich hochkarätige Veranstaltung“, findet Brigitte Engler. Zu begrüßen wäre es, wenn auch die vorgeschriebenen baulichen Sicherheitsmaßnahmen „charmant in das Gesamtkonzept“ eingebunden würden.