Hamburg

Alstervergnügen nun endgültig vor dem Aus?

Das Alstervergnügen im Jahr 2017.

Das Alstervergnügen im Jahr 2017.

Foto: dpa / Georg Wendt

Hamburg ist um ein Vergnügen ärmer: Kein Veranstalter möchte das beliebte Fest rund um die Binnenalster ausrichten.

Hamburg. Nachdem das Alstervergnügen vergangenes Jahr laut Veranstalter wegen fehlender finanzieller Unterstützung der Stadt abgesagt werden musste, gibt es in diesem Jahr noch keine Planungen für das traditionsreiche Fest rund um die Binnenalster. Es habe kein Veranstalter sein Interesse an der Ausrichtung des Events bekundet. Von einer erneuten Ausschreibung habe das Bezirksamt bisher abgesehen. Das teilte der Senat auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten David Erkalp mit.

Mehr als vier Jahrzehnte lockte das mehrtägige Fest im Spätsommer Hunderttausende Besucher an. Aktuell sei jedoch davon auszugehen, dass eine Veranstaltung im Format des Alstervergnügens nicht mehr stattfinde, so der Senat.

Höhere Kosten für Terrorabwehrmaßnahmen

Bereits im letzten Jahr stand das Alstervergnügen lange Zeit auf der Kippe. Am Ende wurde es vom Hamburger Veranstalter RSW Veranstaltungs GmbH endgültig abgesagt. Grund für die Absage waren die viel zu hohen Kosten für die Terrorabwehrmaßnahmen. Anschließend hatten sich Innenbehörde, Wirtschaftsbehörde, der Bezirk Mitte und der Schaustellerverband auf ein Sicherheitskonzept für Großveranstaltungen in Hamburg und die Übernahme der damit verbundenen Kosten geeinigt. "An Sicherheitskosten soll eine Veranstaltung nicht scheitern", sagte Frank Reschreiter, Sprecher der Innenbehörde, damals.

Werden Sie das Hamburger Alstervergnügen vermissen?

Der Veranstalter hatte daraufhin im April 2018 mit der Sponsorenakquise für das diesjährige Alstervergnügen begonnen. Im November hatte die RSW Veranstaltungs GmbH dann mitgeteilt, sie könne das Alstervergnügen im kommenden Jahr nicht bewältigen. Grund seien die erhöhten Kosten für die Sicherheit. Der Senat hatte jedoch klargestellt, dass das Bezirksamt und die Polizei den weitaus größten Teil der zusätzlichen Kosten im Jahr 2017 übernommen hätten. Dann hatte der Veranstalter erklärt, es fehle ein Großsponsor.

Stadt subventioniere andere Veranstaltungen

"Dass (...) der Senat nicht einmal versucht, das beliebte und traditionsreiche Fest für jedermann wieder aufleben zu lassen, ist wirklich traurig", sagte Erkalp zur Antwort auf seine Anfrage. Bei anderen Festen subventioniere die Stadt am laufenden Band, so der CDU-Fraktionssprecher für Tourismus.

Das Fest mit Musik, Wassersport und Feuerwerk hatte seit 1976 alljährlich mehrere Hunderttausend Besucher angelockt. Beim letzten Mal im September 2017 waren 360 000 Menschen gekommen. Ursprünglich hatte das Alstervergnügen die Innenstadt beleben und Straßenkünstlern eine Plattform bieten sollen.