Hamburg

Alstervernügen endgültig abgesagt

Stadt lenkt ein bei Sicherheitskosten, doch für Veranstalter ist das zu kurzfristig

Hamburg. Der Hamburger Veranstalter RSW Veranstaltungs GmbH hat das diesjährige Alstervergnügen endgültig abgesagt. Die Ausrichter hatten die Stadt bereits im November darüber informiert, dass die vom 30. August bis zum 2. September geplante Veranstaltung nicht stattfinden kann. Grund für die Absage waren die hohen Kosten für die Terrorabwehrmaßnahmen.

Zwar hatte die Stadt zwischenzeitlich Gesprächsbereitschaft signalisiert, „doch für dieses Jahr war das zu spät“, so Britta Wilkens, Sprecherin der RSW Veranstaltungs GmbH. Großsponsoren vergäben ihr Geld spätestens zum Ende eines Jahres. Es sei illusorisch, nun so kurzfristig noch einen Großsponsor zu akquirieren. „Die Budgets für 2018 sind vergeben. Ohne das finanzielle Engagement eines großen Wirtschaftspartners ist eine Umsetzung des Alstervergnügens nicht möglich“, sagt Helmut Schultze, RSW-Geschäftsführer. Für eine Veranstaltung wie das Alstervergnügen müssten zwischen 200.000 und 300.000 Euro akquiriert werden.

Inzwischen haben sich Innenbehörde, Wirtschaftsbehörde, der Bezirk Mitte und der Schaustellerverband auf ein Sicherheitskonzept für Großveranstaltungen in Hamburg und die Übernahme der damit verbundenen Kosten geeinigt. „An Sicherheitskosten soll eine Veranstaltung nicht scheitern“, sagt Frank Reschreiter, Sprecher der Innenbehörde. Im Grundsatz habe man sich auch darauf verständigt, dass für Flächen, auf denen regelmäßig Großveranstaltungen stattfinden – darunter das Heiligengeistfeld und der Rathausmarkt – Terrorabwehr in die städtebaulichen Maßnahmen einfließe. Denkbar seien versenkbare Poller und Treppenstufen, die man nicht hinauffahren könne. Auch Fahrradbügel für Randbereiche seien denkbar. Das Bezirksamt Mitte werde zeitnah 400 Betonquader anschaffen und Veranstaltern kostenfrei zur Verfügung stellen sowie zum Veranstaltungsort transportieren und dort aufstellen.

„Wir freuen uns, dass die Verantwortlichen die Brisanz der Lage erkannt haben“, so RSW-Chef Schultze. „Auf dieser Basis können wir jetzt planen. „Wir haben mit der Sponsorenakquise für das Alstervergnügen 2019 begonnen“, sagt Britta Wilkens. Der „Landesverband des ambulanten Gewerbes und der Schausteller Hamburg“ bedauerte die Absage des Festes für dieses Jahr und sprach von einem „traurigen Verlust von Arbeitsplätzen“. Verbandspräsident Wilfried Thal machte eine verfehlte Politik der Stadt für den Ausfall verantwortlich. „Die immer höheren Gebühren und die mit den Ausschreibungen der Feste verbundene Kommerzialisierung machen die Finanzierung immer schwieriger.“