St. Pauli

Dem Paloma-Viertel fehlt eine Baugemeinschaft

So zeigen Visualisierungen das Paloma-Viertel am Spielbudenplatz

So zeigen Visualisierungen das Paloma-Viertel am Spielbudenplatz

Foto: blaetterch / Bayerische Hausbau

Die Ausschreibungsfrist wurde zum vierten Mal verlängert. Baubeginn laut Eigentümern nicht in Gefahr.

Hamburg. Für das geplante Paloma-Viertel an der Hamburger Reeperbahn ist noch immer keine Baugemeinschaft für rund 30 öffentlich geförderte Wohnungen gefunden worden. Die entsprechende Ausschreibungsfrist sei ein viertes Mal verlängert worden, sagte Barbara Ketelhut, Sprecherin der Stadtentwicklungsbehörde, am Dienstag. Sie endet nun am 5. Juli. Plan A sei nach wie vor, eine geeignete Baugemeinschaft zu finden, erklärte sie.

Weil sich die Suche so schwierig gestaltet, hatte die Finanzbehörde vor rund einem Monat mitgeteilt, dass der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) die Möglichkeit eines Gebäudekaufs prüfe. "Wir sind aber natürlich weiterhin mit allen Beteiligten im Gespräch", sagte Ketelhut nun.

Paloma-Viertel soll Vorzeigeprojekt werden

Das Areal um Deutschlands ehemals wohl bekannteste Esso-Tankstelle hatte vor zehn Jahren die Bayerische Hausbau erworben. Trotz Anwohnerprotesten wurden die maroden Gebäude 2014 abgerissen. Mit dem Paloma-Viertel soll bis Ende 2022 ein Vorzeigeprojekt entstehen, das Interessen der Eigentümerin mit denen von Anwohnern verbindet. Neben einem Hotel soll in dem Gebäudekomplex etwa ein Nachbarschafts-Cluster mit sozialen Projekten untergebracht sein.

Außerdem sollen etwa 60 Prozent der rund 200 entstehenden Wohnungen öffentlich gefördert sein - wovon wiederum ein Teil durch eine Baugemeinschaft realisiert werden soll.

Baubeginn für den Komplex nicht in Gefahr

Ein Hauptproblem seien die derzeit hohen Baukosten, hatte das Planungsbüro PlanBude schon vor einiger Zeit erklärt. Außerdem sei der Kaufpreis für den Grundstücksanteil so hoch, dass eine Gemeinschaft viel Eigenkapital mitbringen müsse. Das wiederum bedeute, dass ihre Mitglieder gut situiert sein müssten und somit wohl nicht förderberechtigt wären.

Der Baubeginn des gesamten Komplexes werde sich durch die erneute Verlängerung der Ausschreibungsfrist nicht verzögern, sagte ein Sprecher der Bayerischen Hausbau auf Nachfrage.