IS-Rückkehrerin

Politiker fordern Überwachung von Terror-Witwe in Hamburg

Denis Cuspert, auch als Rapper Deso Dogg bekannt, starb im Januar 2018 in Syrien und war mit Omaima A. verheiratet.

Denis Cuspert, auch als Rapper Deso Dogg bekannt, starb im Januar 2018 in Syrien und war mit Omaima A. verheiratet.

Foto: dpa

Nachdem das Doppelleben der gebürtigen Hamburgerin aufgedeckt wurde, sehen Politiker sie jetzt als "potenzielle Gefährderin".

Hamburg. Die Witwe des IS-Terroristen Denis Cuspert soll im Frühherbst 2016 wieder nach Deutschland zurückgekehrt sein. Dies erfuhr das Abendblatt aus Sicherheitskreisen. Wie berichtet, soll Omaima A. (34) zwei Topterroristen des IS geheiratet und mit ihren drei Kindern im Januar 2015 nach Syrien gereist sein.

Inzwischen lebt die gebürtige Hamburgerin und deutsche Staatsbürgerin wieder unbehelligt im Süden der Stadt, trägt modische Anzüge statt Burka und arbeitet als Übersetzerin.

Die arabische Reporterin Jenan Moussa hatte das geheime Doppelleben der IS-Sympathisantin aufgedeckt, nachdem ihr die Daten von Omaima A.s Handy zugespielt worden waren, mehr als 24.000 Dateien. Auf den jetzt in ihrem TV-Beitrag gezeigten Handyfotos ist zu sehen, wie Omaima A.s Kinder mit IS-Flaggen posieren und ihr kleiner Sohn eine Pistole in der Hand hält.

Politiker fordern Überwachung der Witwe

„Als potenzielle Gefährderin muss Omaima A. beobachtet werden“, fordert Anna von Treuenfels-Frowein, Chefin der FDP-Bürgerschaftsfraktion. „Ob Ermittlungen gegen sie eingeleitet werden, entscheidet nicht die Politik, sondern die Staatsanwaltschaft. Unabhängig davon zeigt der Fall eine lange Vorgeschichte im salafistischen Milieu. Rot-Grün hat die Verantwortung, um auf solche Fälle vorbereitet zu sein. Es fehlt wie immer eine klare Linie, um Radikalisierung und Salafismus präventiv zu begegnen.“

Ähnlich äußerte sich auch der sicherheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dennis Gladiator. „Wer den IS unterstützt oder seiner Ideologie anhängt, ist eine Gefahr, darf in Deutschland nicht frei herumlaufen und muss mindestens lückenlos überwacht werden.“

Hamburger Beratungsstelle unterstützt Ausstieg

Für Extremisten, die aussteigen wollten, gebe es die städtische Beratungsstelle Legato. Diese müsse vom Senat aber auch in die Lage versetzt werden, sich um solche Fälle zu kümmern.

Der TV-Beitrag könnte jetzt Ermittlungen gegen Omaima A. wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung anstoßen – zumal einige veröffentlichte Fotos ihren engen Kontakt mit der IS-Kommando-Ebene belegen.