Hamburg

Bürgerschaftswahl: Duell Tschentscher gegen Fegebank?

Katharina Fegebank: „Wenn die Hamburger eine grüne Bürgermeisterin wollen, dann können sie sie ja wählen ...“

Katharina Fegebank: „Wenn die Hamburger eine grüne Bürgermeisterin wollen, dann können sie sie ja wählen ...“

Foto: Andreas Laible

Die Zweite Bürgermeisterin im Abendblatt über ihre Rückkehr, die Stärke der Grünen und den möglichen TV-Zweikampf.

Hamburg. Katharina Fegebank (Grüne) stellt sich vor der Bürgerschaftswahl Anfang 2020 auf ein TV-Spitzenduell mit Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) ein: „Ich fände es gut, wenn man bei der Besetzung eines Duells die aktuelle Stärke der Grünen anerkennen und nicht automatisch die beiden traditionell größten Parteien einladen würde“, sagt die Zweite Bürgermeisterin im Podcast „Entscheider treffen Haider“ (zu hören online auf www.abendblatt.de/entscheider). Traditionell treffen in dem Fernseh-Zweikampf der Amtsinhaber und sein schärfster Herausforderer aufeinander.

In den jüngsten Umfragen zur Bürgerschaftswahl sind die Grünen klar die zweitstärkste Partei. Fegebank freut, dass die Hamburger den Grünen und ihrer Spitzenkandidatin immer mehr zutrauen: „Es ist schön, von einer solchen Euphoriewelle getragen zu werden, das macht Spaß. Aber gleichzeitig wissen wir, woher wir kommen, und das waren bei der vergangenen Bürgerschaftswahl 12,3 Prozent.“ Es mache deshalb keinen Sinn, „jetzt die Backen aufzublasen“ und offensiv eine Bürgermeister-Kandidatur zu erklären. Und überhaupt: „Wenn die Hamburger eine grüne Bürgermeisterin wollen, dann können sie sie ja wählen ...“

Seit November Mutter von Zwillingstöchtern

Fegebank, die im November Mutter von Zwillingstöchtern wurde, kehrt am 1. März aus ihrer Babypause zurück ins politische Geschäft, das sie sehr vermisst habe: „Es ist einerseits ein überwältigendes Gefühl, Mutter zu sein“, sagt sie. „Andererseits war mir ein paar Tage nach der Geburt klar, dass das allein nicht dauerhaft mein Leben sein kann.“ Und ja, sie spüre wie alle Frauen, die Kinder bekommen, öffentlichen Druck: „Ob du erst einmal zwei Jahre nicht arbeitest oder nach drei Monaten wieder anfängst – wie du es machst, machst du es falsch.“ Sie habe für Frauen, die wenige Tage nach der Geburt zurück in den Job gehen, genauso Verständnis wie für jene, die jahrelang nicht arbeiten würden: „Jede muss da ihren Weg finden.“

Die Wissenschaftssenatorin spricht im Podcast auch über ihren nicht nur für Politiker ungewöhnlichen Stil. „Mein Motto ist: Wer führen will, muss fröhlich sein.“ Miesepeter gebe es ja schon genug, genauso wie Politiker, die in langweiligen Phrasen sprächen: „Das finden viele Menschen abtörnend.“