Ernährung

Trinken, Backen, Heilen: Buttermilch ist ein Alleskönner

Reine Buttermilch ist etwas
dickflüssiger und säuerlicher als
normale Milch

Reine Buttermilch ist etwas dickflüssiger und säuerlicher als normale Milch

Foto: picture alliance / CTK

Außerdem steckt sie voller Eiweiß, Mineralien und Vitamine. Was Sie über dieses gesunde Lebensmittel wissen müssen.

Hamburg. Was gehört zum Sommer? Freibad und Ostseestrand, Grillwürstchen und Vanilleeis, Erdbeeren und Wassermelone. Und Buttermilch. Frisch, säuerlich und kalorienarm. Ein passender Durstlöscher bei hohen Temperaturen.

Buttermilch ist die Flüssigkeit, die zurückbleibt, wenn bei der Butterherstellung aus dem Fett im Rahm Butter entsteht. Verglichen mit normaler Milch ist Buttermilch etwas säuerlicher und dickflüssiger. Außerdem ist sie durch das Pasteurisieren länger haltbar als Frischmilch.

Heute wird für industriell hergestellte Buttermilch meist entrahmte oder fettarme Milch verwendet, der Milchsäurebakterien zugesetzt werden, und die bringen eine Gärung in Gang. Im Supermarkt gibt es Produkte, die nur „Buttermilch“ heißen, und andere, die als „Reine Buttermilch“ gekennzeichnet sind. Reine Buttermilch enthält keine Zusätze, einfacher Buttermilch können bis zu zehn Prozent Wasser oder 15 Prozent Milchpulver oder Magermilch zugefügt worden sein. Ein halber Liter ist schon für 39 Cent im Kühlregal zu finden.

Buttermilch ist sehr fettarm (gerade mal ein Prozent Fettanteil) und deshalb auch besonders figurfreundlich. Das Getränk hat sogar nur halb so viele Kalorien wie Vollmilch – gerade mal 35 bis 40 Kilokalorien auf 100 Milliliter.

Dafür ist Buttermilch aber reich an Eiweiß, 100 Milliliter enthalten vier Gramm. Das sorgt für eine gute und lang anhaltende Sättigung.

Sie beruhigt den Magen und macht schlank

Den Körper versorgt sie mit wertvollen Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das festigt die Knochen. Frauen ab 35 können Osteoporose vorbeugen, wenn sie regelmäßig Buttermilch trinken. Ein halber Liter deckt schon 75 Prozent des täglichen Kalziumbedarfs. Der Mineralstoff aktiviert außerdem ­bestimmte Enzyme und Hormone, die für die Gewichtsregulierung verantwortlich sind. Deshalb hilft Buttermilch beim Abnehmen, und sie beruhigt den Magen.

Auch Zink ist enthalten: Durch den hohen Zink-Gehalt wird die Insulinausschüttung optimiert. Weniger Insulin heißt: eine höhere Fettverbrennung und weniger Heißhunger.

Die enthaltenen Milchsäurebakterien des probiotischen Lebensmittels Buttermilch wirken sich positiv auf unsere Darmflora aus und verbessern auch die Verdauung. Die vielen B-Vitamine der Buttermilch sind gut für Haut, Haare und Nägel.

Und schließlich ist Buttermilch auch ein Hausmittel bei Sonnenbrand, denn sie kühlt die Haut und spendet jede Menge Feuchtigkeit. Zudem wirkt sie abschwellend, entzündungshemmend und schmerzlindernd, wenn man die betroffenen Hautstellen vorsichtig mit der Milch betupft. Besonders effektiv sind Wickel, die zuvor in der Flüssigkeit getränkt wurden. Wird der Wickel von der sonnenverbrannten Haut schnell warm, einfach einen neuen auf die Haut legen.

Wer figurbewusst trinken möchten, lässt allerdings die Finger von fertig gemischten Buttermilchdrinks mit Fruchtgeschmack. Die sind oft kleine Kalorienbomben, denn sie enthalten schon mal zehn Gramm Zucker auf 100 Milliliter. Wer also Buttermilch nicht pur mag, püriert ein paar frische oder gefrorene Früchte und mischt sich damit den Drink selbst. Mittlerweile gibt es übrigens auch laktosefreie Buttermilch. Wer eine entsprechende Unverträglichkeit hat, muss auf den kühlen Drink nicht verzichten.

Früher gab es an sehr heißen Tagen Buttermilch mit Früchten und Zwieback als Mahlzeit. Für Kopfsalat wurde ein Dressing aus Buttermilch, Zucker, Salz und Zitronensaft angerührt. Mit dem Schlankmacher kann man außerdem Pfannkuchen, Waffeln und Muffins backen, Eis und Mousse herstellen.

Perfekt passt sie in einen Aprikosenkuchen

Oder einen Aprikosenkuchen auf dem Blech backen und damit für Abwechslung auf der Kaffeetafel sorgen (Rezept von „Bild der Frau“):

125 Gramm weiche Butter mit 100 Gramm Zucker, einer Prise Salz und einem Päckchen Vanillezucker cremig rühren. Danach die Schale einer Bio-Orange, einen Esslöffel Orangensaft und zwei Eier einrühren. 250 Gramm Mehl mit einem halben Päckchen Backpulver mischen und abwechselnd mit 125 Milliliter Buttermilch unter den Teig rühren. Den auf ein mit Backpapier belegtes Blech streichen.

1,5 Kilogramm Aprikosen putzen, halbieren und entsteinen. Diese dicht mit der Wölbung nach unten auf dem Teig verteilen. Im vorgeheizten Ofen 35 bis 40 Minuten backen (E- Herd: 180 °C, Gas: Stufe 2, Umluft: 160 °C). Mit einem Esslöffel gehackten Pistazien bestreuen. Wer will, kann den Kuchen noch mit Rosetten aus steif geschlagener Sahne verzieren.