Hamburger Hafen

Greenpeace protestiert im Hafen gegen Trumps Klimapolitik

In einer spektakulären Aktion haben die Aktivisten einen Frachter bemalt und versucht, den Schiffsverkehr zu blockieren.

Hamburg. Greenpeace-Aktivisten haben am Donnerstag kurz vor der erwarteten Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zum Pariser Klimaschutzabkommen im Hamburger Hafen gegen dessen Politik demonstriert. Mehrere Aktivisten folgten in Schlauchbooten einem Frachtschiff, das laut Greenpeace etwa 60.000 Tonnen Steinkohle von Texas nach Deutschland transportiert.

An die Bordwand der „SBI Subaru“ sprühten sie in zwei Meter großen Buchstaben „No Trump - No Coal“. Anschließend hinderten sie den Frachter vorübergehend daran, im Hafen festzumachen. Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid sagte dazu: „Wer Trump glaubhaft entgegentreten will, kommt um den Kohleausstieg nicht herum.“

Die Umweltschützer versuchten auch danach, den Schiffsverkehr in Altenwerder zu blockieren. Die Wasserschutzpolizei löste die Protestveranstaltung nach Angaben des polizeilichen Lagedienstes auf und stellte die Boote sicher. Zwischenzeitlich seien 17 Aktivisten mit insgesamt neun Booten auf und im Wasser unterwegs gewesen. Schwimmer hatten Transparente mit der Aufschrift "Planet Earth First" dabei.

Unmittelbar nachdem bekannt wurde, dass Trump den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen durchführen will, veröffentlichte Greenpeace einen Kommentar von Geschäftsführerin Sweelin Heuss: „Trumps Entscheidung ist eine moralische Bankrotterklärung. Mit seinem Alleingang sabotiert der Präsident den Schutz des Klimas, aber er bringt ihn nicht zu Fall – nicht weltweit und auch nicht in den USA."

Heuss sagte voraus, dass Trump den Niedergang von Kohle und Öl nur hinauszögern, nicht aber aufhalten könne. "Wenn Donald Trump sich gegen die Zukunft stellt, muss Europa sie mit neuen Partnern umso entschlossener verteidigen. Dabei braucht Deutschland einen Kohleausstieg – auch um das Pariser Abkommens glaubwürdig zu halten.“

( josi/dpa )

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