Hamburger Unternehmen

Outdoorhändler Globetrotter kauft Konkurrenten

Outdoorhändler Woik mit vier Geschäften geht an das Hamburger Unternehmen. Expansion im Großraum Stuttgart. Der Zukauf kommt allerdings überraschend.

Hamburg. Trotz der schwierigen Lage in der deutschen Outdoorbranche und des angekündigten Sparkurses kauft das Hamburger Handelsunternehmen Globetrotter jetzt in Baden-Württemberg zu. Die Hanseaten übernehmen den Konkurrenten Woik, der drei kleinere Filialen in Stuttgart, Filderstadt und Ulm, sowie ein Outletcenter in Metzingen betreibt. Das Familienunternehmen kam zuletzt auf einen Umsatz von 12,5 Millionen Euro, Globetrotter hingegen auf insgesamt rund 245 Millionen Euro.

„Der Erwerb von Woik in Zusammenhang mit unserer seit Langem geplanten Filiale in Stuttgart bringt uns wichtige strategische Vorteile“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter von Globetrotter, Thomas Lipke, laut einer Mitteilung. Die Hamburger wollen im Herbst dieses Jahres in der Schwabenmetropole ein eigenes, großes Haus mit rund 6000 Quadratmetern eröffnen. Durch die Woik-Übernahme soll der Einstieg in der Region nun offenbar leichter werden.

Der Zukauf kommt allerdings überraschend, da Globetrotter erst vor wenigen Wochen angesichts der schwachen Wachstumsprognosen für die gesamte Branche und einer zunehmenden Konkurrenz aus dem Internet einen Sparkurs angekündigt hatte. Nach dem Abbau von rund 100 Stellen im vergangenen Jahr schloss Mitgesellschafter Andreas Bartmann auch für 2014 einen weiteren Arbeitsplatzabbau im Logistikbereich nicht aus. Das in wenigen Tagen endende Geschäftsjahr 2013/2014 wird Globetrotter voraussichtlich mit einem leichten Verlust abschließen, der Umsatz stagniert.

Zu weiteren Expansionsplänen hatte sich Bartmann im Gespräch mit dem Abendblatt eher zurückhaltend geäußert. So bezeichnete er die neue Stuttgarter Filiale als das „letzte große Haus“ von Globetrotter, das er noch in Deutschland sehe. Potenzial gebe es allerdings noch für zehn bis 20 kleinere Häuser mit einer Verkaufsfläche von etwa 1000 Quadratmetern.

Das Geld für den Zukauf dürfte von dem kürzlich bei Globetrotter eingestiegenen neuen Teilhaber, der schwedischen Fenix-Gruppe (Fjällräven, Hanwag) stammen. Die Schweden haben sich mit 20 Prozent an dem Hamburger Händler beteiligt.