Nach Krawallen in Hamburg

Rundumschlag von Flora-Anwalt gegen Senat und Polizei

Anwalt Andreas Beuth bestreitet erneut, dass die gewalttätigen Auseinandersetzungen kurz vor Weihnachten von den Rotfloristen ausgegangen seien und, dass es eine Woche später einen Angriff auf die Davidwache gegeben habe.

Hamburg. Flora-Rechtsanwalt Andreas Beuth hatte am Donnerstag seinen großen Auftritt. Auf einer Pressekonferenz der Rotfloristen ging Beuth die vergangenen Wochen chronologisch durch und attackierte dabei durchgehend Polizei und Politik: So sagte Beuth zu den gewalttätigen Auseinandersetzungen am 21. Dezember: "Die Polizei hat die Demonstration angegriffen“ und nicht andersherum.

Auch der Angriff auf die Davidwache eine Woche später habe gar nicht stattgefunden: "Es gab keinen gezielten oder geschlossenen Angriff auf die Davidwache", behauptet Beuth.

Zum möglichen Verkauf der „Roten Flora“ sagte der Anwalt: „Wir wollen uns nicht den Kopf für den Senat und Kretschmer zerbrechen. Wir machen so weiter wie bisher. Wir brauchen für die Flora keine vertraglichen Regelungen.“ Er traue Flora-Eigner Klausmartin Kretschmer zu, dass er eine Räumungsklage erreichen wird, dagegen würde man sich aber wehren.

Auch das Gefahrengebiet in der Schanze kritisierte Beuth. Es sei deswegen so schnell aufgelöst worden, weil „die Polizei nicht wirklich viel gefunden hat". Immer mehr Gegner hätten dagegen demonstriert, was die Polizei „nicht mehr lange durchgehalten“ hätte.

Senat hatte Kretschmer ein Kaufangebot gemacht

Anfang der Woche hatte Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) dem Eigentümer des besetzten Gebäudes am Schulterblatt, Klausmartin Kretschmer, ein Ultimatum gestellt: Bis zum 3.Februar soll er alle Bestrebungen, die Immobilie umzubauen, zu erweitern oder anders als Stadtteilzentrum zu nutzen, zurückziehen. Gleichzeitig bietet ihm die Stadt an, Gebäude und Grundstück für 1,1 Millionen Euro zurückzukaufen.

Sollte Kretschmer darauf nicht eingehen, werde die Stadt ihr vertraglich zugesichertes Rückkaufrecht zum Preis von 190.000 Euro ausüben. Das ist die Summe, die Kretschmer 2001 für das ehemalige Theater bezahlt hatte, das Autonome aus Protest gegen den Neubau eines Musicaltheaters besetzt hatten.