Hamburg Energie

Vattenfall will Kohlendioxid-Ausstoß halbieren

Der Energiekonzern hat viel vor: Bis 2020 wird Vattenfall in der Hansestadt Hamburg 480.000 Wohnungen mit Fernwärme versorgen.

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Hamburg. Der Energiekonzern Vattenfall will seinen Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid bis 2030 halbieren. Mit einem Bündel von Maßnahmen, vom Ausbau der Fernwärme bis hin zum Neubau von Biomasse-Kraftwerken, wolle der Konzern bis 2050 eine insgesamt CO2-neutrale Energieerzeugung erreichen, teilte Vattenfall am Freitag in Hamburg mit. Bezogen auf Hamburg sei vor allem die Versorgung der Wohnungen mit Fernwärme bedeutsam. Bis 2020 werde Vattenfall in der Hansestadt 480.000 Wohnungen mit Fernwärme versorgen und dadurch den CO2-Ausstoß für die Heizung dieser Wohnungen im Vergleich zu 1990 um 46 Prozent auf 557000 Tonnen pro Jahr senken.

Der Hamburger Vattenfall-Chef Rainer Schubach nutzte die Erteilung einer Genehmigung für ein neues Holzkraftwerk in Altona zu einem Appell an Politik und Gesellschaft. „Die verschiedenen Gruppen in der Stadt müssen enger zusammenrücken“, sagte er. Vattenfall wolle Hamburg bei der Erreichung seiner klimapolitischen Ziele unterstützen und einen großen Beitrag leisten. „Manchmal wird der Eindruck erweckt als würden wir eine Energiepolitik gegen die Stadt machen, aber das ist absolut falsch.“ Vattenfall und das Vorgängerunternehmen HEW hätten immer die Übereinstimmung mit der Politik gesucht; anders sei Energieversorgung gar nicht möglich. „Was wir aber nicht machen können, ist eine neue Energiepolitik alle vier Jahre“, sagte Schubach. Die Umsteuerung eines Energiesystems sei ein Prozess, der sich über Jahrzehnte hinziehe.

Vattenfall ist seit den siebziger Jahren ein umstrittenes Unternehmen. Zunächst brachte der Ausbau der Kernenergie massive Konflikte in die Stadt, bis hin zum Rückzug eines Bürgermeisters. Zuletzt war der Bau des Kohlekraftwerks Moorburg und der Bau einer Fernwärmeleitung durch einen Park in Altona heftig umstritten. „Es ist richtig, dass wir in den vergangenen Jahren und Monaten einige Probleme mit der Stadt hatten“, sagte Schubach. „Wir haben aber auch viele Projekte gemeinsam verwirklicht.“