Hamburger Amtsgericht

Wasserflugzeug-Unglück im Hafen: Prozess verschoben

Bei dem Unfall mit dem Wasserflugzeug waren zwei Passagiere getötet worden. Deren Verwandte erfuhren nur aus der Presse vom Prozesstermin.

Hamburg. Der Prozess um das tragisches Flugzeug-Unglück im Hamburger Hafen, bei dem im August 2009 zwei Menschen starben, ist auf Januar 2012 verschoben worden. Eigentlich sollte sich der Pilot der Cessna von diesem Freitag an vor dem Amtsgericht Hamburg-Mitte wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Verwandte der Opfer, die als Nebenkläger am Prozess beteiligt sind, waren aber nicht ordnungsgemäß zu dem Termin geladen worden. Die Angehörigen des Bremer Ehepaares, das bei dem Unfall ums Leben kam, erfuhr erst aus der Presse, dass ein Verhandlungstermin angesetzt wurde.

Der Prozess gegen den 44-jährige Piloten beginnt nun erst am 6. Januar. Laut Anklage vergaß der Pilot nach einem Tankstopp am Flughafen Fuhlsbüttel, das Fahrwerk wieder einzufahren. Als er die Maschine nach einem Rundflug auf dem Wasser in Höhe der Hafencity landen wollte, überschlug sich das Flugzeug. Das Wrack trieb kopfüber im Hafenbecken und drückte die Kabine mit den beiden Fluggästen unter Wasser. Die 54 Jahre alte Frau und ihr 57 Jahre alter Mann starben kurz danach im Krankenhaus. Bei einer Verurteilung drohen dem Piloten bis zu fünf Jahre Haft.